Moto2

Alex Baumgärtel (Kalex): Was sich mit Triumph ändert

Von - 20.12.2018 17:04

2019 kommen in der Moto2-WM erstmals die 765-ccm-Dreizylinder-Motoren von Triumph zum Einsatz. Der deutsche Chassis-Hersteller Kalex betriebe einen großen Aufwand, berichtete Geschäftsführer Alex Baumgärtel.

Mit dem Saisonauftakt am 10. März 2019 in Katar beginnt in der Moto2-WM eine neue Ära: Die 765-ccm-Dreizylindermotoren von Triumph lösen nach neun Jahren die Honda-CBR600RR-Einheitsmotoren ab. Als der Wechsel feststand, begann bei Chassis-Hersteller Kalex die Vorbereitung. «Wir haben bei ExternPro drei Motoren gekauft», bestätigte Alex Baumgärtel, Geschäftsführer von Kalex engineering. Man habe aber nicht von vorne begonnen, sondern die bestehende Basis weiterentwickelt.

«Das Standardmotorrad hat uns nicht interessiert, man hat immer noch die gleichen Reifen. Du musst für deine Reifen entwickeln, nicht für den Motor. Das war zumindest mein Ansatz. Ob es der Richtige war, wird sich zeigen.» Wie und ob sich der Radstand und die Gewichtsverteilung verändert hatten, wollte er noch nicht verraten: «Das ist am Anfang noch ein Geheimnis», schmunzelte Baumgärtel.

Kalex war der erste Chassis-Hersteller, der einen Prototyp mit den neuen 765-ccm-Dreizylinder-Triebwerken von Triumph baute. «Im Februar hatten wir unser Roll-out, damals noch mit einer Standard-ECU. Die von Magneti Marelli haben wir mit zwei Monaten Verspätung erst für Aragón bekommen.» Beim Test nach dem Aragón-GP kam erstmals auch die neue Elektronik zum Einsatz. Magneti Marelli entwickelte auf Basis der MotoGP-Einheits-ECU eine Motorsteuerung für die Moto2-Maschinen.

Baumgärtel glaubt, dass die Neuerungen für 2019 schnellere Rundenzeiten erlauben: «Am Anfang werden die Zeiten zumindest ebenbürtig sein. Ich glaube nicht, dass wir langsamer werden. Das hängt ein bisschen von der Strecke ab, ob der Motor durch seine Charakteristik hilft, dynamisch. Wo du viel Kurvenspeed hast und rollst, ohne mit Leistung zu fahren, wie es in Jerez der Fall ist, wird der Unterschied am Anfang vielleicht nicht so groß sein. Aber auf Strecken wie in Brünn, wo du immer wieder kurze Beschleunigungsphasen hast, durch die großen Schikanen und die Bergauf-Passage, dort hilft dir das Drehmoment mit Sicherheit.»

Die Drehzahl sei aber nicht so viel höher, dass es für die Lebensdauer des Motors kritisch werden könnte. «Wir hatten keine Probleme bei unseren Tests. Wir sind unsere zehn Testtage mit einem Motor gefahren», berichtete der Kalex-Geschäftsführer. «Das Gewicht ist im Vergleich zum Vierzylinder nahezu gleich, der Motor ist ein bisschen schwerer, dafür wird das Chassis ein bisschen leichter», erklärte er.

Trotzdem bedeutete die Einführung eines neuen Motors nach neun Jahren mit den Honda-CBR 600RR-Einheitsmotoren einen großen Aufwand für den deutschen Chassis-Hersteller: «Es war eine Herausforderung, durch die unterschiedlichen Befestigungspunkte am Motor selbst, durch seine Charakteristik. Man musste natürlich auch ein bisschen schauen, wo die Gewichtsverteilung des Motors ist, wo man die Motorposition hinsetzt. Das war sehr, sehr aufwändig für uns, unser Verständnis umzudrehen nach neun Jahren Honda-Motor, den man sehr gut kannte.»

«Wir haben zwei Befestigungspunkte mehr an diesem Motor und das verändert natürlich die Steifigkeits-Charakteristik signifikant, da waren schon einige Dutzend Iterationen notwendig, um in der Berechnung herauszufinden, welchen Weg man einschlagen kann und muss. Ob wir es richtig gemacht haben, werden wir sehen.»

Bei den Moto2-IRTA-Tests in Jerez (23. bis 25. November) lagen die Kalex-Fahrer vorne. Luca Marini beendete die dreitägigen Testfahrten mit Bestzeit, gefolgt von Sam Lowes und Alex Márquez.

Der Triumph-Motor kommt 2019 nur in der Moto2-Weltmeisterschaft zum Einsatz: «Ich glaube, in den nationalen Meisterschaften fahren sie noch zwei Jahre mit Honda-Motoren weiter. Das gibt einfach der Markt nicht her, die nationalen Meisterschaften zu bedienen, die leben von gebrauchtem Material. ExternPro und die Motorenlieferanten halten sich da zu Beginn schlank. Es gibt auch keine Wildcards nächstes Jahr aufgrund der Motorensituation. Es wird erst einmal nur in diesem Fahrerlager auf Herz und Nieren geprüft, dass es dann auch, sozusagen, an weniger qualifizierte Hände gehen kann», schilderte Baumgärtel.

Kombinierte Jerez-Zeiten vom 23., 24. und 25. November

1. Marini, Kalex, 1:41,524 min
2. Lowes, Kalex, + 0,268 sec
3. Alex Márquez, Kalex, + 0,377
4. Gardner, Kalex, + 0,467
5. Baldassarri, Kalex, + 0,511
6. Navarro, Speed-up, + 0,672
7. Schrötter, Kalex, + 0,717
8. Fernandez, Kalex, + 0,740
9. Nagashima, Kalex, + 0,758
10. Vierge, Kalex, + 0,781
11. Bulega, Kalex, + 0,787
12. Lüthi, Kalex, + 0,873
13. Binder, KTM, + 0,941
14. Manzi, MV Agusta, + 1,219
15.
Corsi, Kalex, + 1,258
16. Di Giannantonio, Speed-up, + 1,288
17. Bastianini, Kalex, + 1,351
18. Odendaal, NTS, + 1,356
19. Locatelli, Kalex, + 1,364
20. Tulovic, KTM, + 1,392
21. Pawi, Kalex, + 1,488
22. Aegerter, MV Agusta, + 1,599
23. Martin, KTM, + 1,837
24. Pratama, Kalex, + 1,981
25. Bezzecchi, KTM, + 2,128
26. Lecuona, KTM, + 2,129
27. Chantra, Kalex, + 2,376
28. Dixon, KTM, + 2,624
29. Öttl, KTM, + 2,683
30.
Bendsneyder, NTS, + 3,040
31. Cardelús, KTM, + 3,279

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Tom Lüthi beim Jerez-Test mit dem Triumph-Motor © Intact/Glänzel Tom Lüthi beim Jerez-Test mit dem Triumph-Motor Alex Baumgärtel © Fitti Weisse Alex Baumgärtel
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