Moto3

Red Bull Rookies: Was wurde aus deutschen Talenten?

Von - 06.08.2018 11:55

Während sich Spanier, Italiener und Japaner reihenweise aus dem Red Bull Rookies-Cup in der WM etabliert haben, sind die deutschen Talente untergegangen. Mit einer Ausnahme.

Seit 2007 existiert der Red Bull Rookies-Cup als Gehschule und Wartesaal für spätere GP-Stars. Der erste Gesamtsieger war Johann Zarco 2007, er fährt bereits das zweite Jahr in der MotoGP-WM.

Auch Joan Mir kommt aus dem Rookies-Cup, er beendete ihn 2014 an zweiter Stelle hinter dem aktuellen Moto3-WM-Leader Jorge Martin. Mir (20) hat für die nächsten zwei Jahre einen MotoGP-Werksvertrag bei Suzuki Ecstar unterschrieben.

Auch Jorge Martin muss sich um seine Zukunft keine Sorgen machen: Er fährt 2019 im Red Bull KTM-Ajo-Moto2-Team neben Sachsenring-Sieger Brad Binder.

Auch Fahrer wie Savadori, Salom (Moto3-WM-Zweiter 2013), Kornfeil, Kent, Sissis, Baldassarri, Hanika, Alt, Bendsneyder, Toba, Masaki, Sasaki und zuletzt Raúl Fernández haben ihren Weg in die WM gefunden, aber nicht alle waren auf die Dauer erfolgreich.

Erstaunlich: Von den deutschen Teilnehmern hat sich außer Philipp Öttl, er fuhr 2010 bis 2012 mit und schaffte 2012 den vierten Gesamtrang, kein deutschsprachiger Teilnehmer dauerhaft im GP-Sport etabliert.

Dabei gab es zahlreiche Talente, die den Sprung in den Nachwuchscup schafften: Willi Albert (2011, 2012), Max Enderlein (2011), Lucy Glöckner (2007), Markus Reiterberger (2007, 2008), Daniel Kartheininger (2007, 2008), Matthias Meggle (2016, 2017), Aris Michail (2013, 2014), Christoph Schönberger (2007), Kevin Orgis (2016, 2017). Aus Österreich kamen Deni Cudic (2010, 2011), Nico Thöni (2008, 2009) und Lukas Trautmann, der 2012 zwei Rennen gewann und Gesamtfünfter wurde, später in der IDM glänzte, aber nach einer Sperre in Vergessenheit geraten ist.

Markus Reiterberger hat es immerhin bis in die Superbike-WM gebracht, dreimal die IDM Superbike gewonnen und in der WM einen fünften Laufrang erreicht.

Wo sind die deutschen oder deutschsprachigen Rookies hingekommen?

Von Willi Albert ist nichts mehr zu hören.

Matthias Meggle fährt für das Intact-Team die Moto2-EM. Lucy Glöckner und der frisch vermählte Dani Kartheininger sind in der IDM im Einsatz. Florian Alt wechselte in diesem Jahr nach dem IDM-Superbike-Vizetitel in die Langstrecken-WM.

Max Enderlein hatte 2017 Verletzungspech und hat gerade einen SSP-600-IDM-Lauf in Schleiz gewonnen. Die Zeichen stehen auf Titelgewinn.

Lucy Glöckner stand inzwischen schon auf dem EWC Podest. Sie fährt nach wie vor Langstrecke und ist nach einer Pause seit 2017 wieder in der IDM dabei – als Aushängeschild von Kawasaki Deutschland. Im ersten Quali in Schleiz fuhr sie auf Platz 4, im Rennen stürzte sie. «Ich habe mir eine Verletzung am dritten Lendenwirbel zugezogen», berichtete sie. «Es dürfte durch den heftigen Aufprall eine Absplitterung entstanden sein.»

Daniel Kartheininger betreibt einen Parkplatz beim Flughafen Memmingen. Er machte ein Jahr Pause wegen Geldmangels, ist seit Mitte 2017 mit Yamaha in der IDM Superbike unterwegs, und es geht aufwärts. In Zolder sah man ihn nach sechs Jahren zurück auf dem Podest.

Aris Michail ist aus der Szene verschwunden.

Leon und Kevin Orgis fahren für Kiefer die CEV-Junioren-WM. Kevin startete gestern in Aragón von Platz 31, im Rennen stürzte er. Bruder Leon landete auf Platz 24.

Von Cudic und Thöni haben wir nie wieder etwas gehört. Bei Thöni war damals schlicht kein Geld mehr verfügbar.

Aber die Fahrer aus Japan, Soanien und sogar aus der Türkei machen und machten ihren Weg in die Weltmeisterschaft, teilweise auch bei den Superbikes, wo der Türke Toprak Razgatlioglu in seiner ersten Saison WM-Neunter ist.

Gesamtergebnisse Top-3 Red Bull Rookies-Cup

2007 


1. Johann Zarco (F), 134
2. Lorenzo Savadori (I), 96

3. Matthew Hoyle (GB), 79

2008 


1. JD Beach (USA), 149
2. Luis Salom (E) 145

3. Sturla Fagerhaug (N) 142

2009


1. Jakub Kornfeil (CZ), 132
2. Sturla Fagerhaug (N), 130

3. Daijiro Hiura (J), 104

2010

1. Jake Gagne (USA), 170

2. Danny Kent (GB), 164

3. Daijiro Hiura (J) 125

2011

1. Lorenzo Baldassarri (I), 208
2. Arthur Sissis (AUS), 199

3. Alan Techer (F), 162

2012


1. Florian Alt (D), 233
2. Scott Deroue (NL), 177
3. Karel Hanika (CZ), 173

4. Philipp Öttl (D), 159

5. Lukas Trautmann (A), 153

2013


1. Karel Hanika (CZ), 235
2. Jorge Martin (E), 163
3. Stefano Manzi (I), 154

2014


1. Jorge Martin (E), 254
2. Joan Mir (E), 197

3. Stefano Manzi (I), 193

2015


1. Bo Bendsneyder (NL), 243

2. Fabio di Giannantonio (I), 194

3. Ayumu Sasaki (J), 161

2016


1. Ayumu Sasaki (J), 250

2. Aleix Viu (E), 201

3. Raúl Fernández (E) 195

2017


1. Kazuki Masaki (J), 194

2. Aleix Viu (E), 183

3. Can Öncü (TR), 165

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