MotoGP

Mike Leitner (KTM): «Zuerst den 9. Platz verbessern»

Von - 11.02.2018 17:25

Red Bull-KTM-MotoGP-Teammanager Mike Leitner will vorläufig nicht von den Top-5 sprechen. «Bisher war Platz 9 unser bestes Ergebnis. Also müssen wir zuerst mal einen achten Platz holen», sagt er.

Das Red Bull KTM-Werksteam freute sich beim Drei-Tage-Test in Sepang/Malaysia am zweiten Tag, als Pol Espargaró um 13 Uhr während der Mittagspause an vierter Stelle auftauchte, nur 0,496 Sekunden hinter Spitzenreiter Valentino Rossi.

Doch in der ersten Runde nach der Mittagpause flog der Spanier am Montag beim Anbremsen des Turn 4 mit 250 km/h ab.

Teammanager Mike Leitner sprach von einer «Unachtsamkeit», zum Glück kam der Moto2-Weltmeister von 2013 mit Prellungen davon.

Aber er konnte nachher nicht mehr in den Sattel steigen und fiel in der Gesamtwertung an die 17. Stelle zurück.

«Unser Testfahrer Mika Kallio hat dann statt Pol ein paar grundlegende Sachen getestet, Bradley Smith auch. Aber unser Testprogramm, das wir für Sepang vorgehabt haben, ist durch den Sturz von Pol gestoppt worden. Die Mitwirkung von Pol hätte uns natürlich ein bisschen mehr gebracht, denn er ist einfach unser schnellster Mann. Das hat man auch in Malaysia gesehen, er hat sich bis zum Sturz super wohl gefühlt. Man darf das nicht falsch verstehen, Mika kann sehr schnell Motorrad fahren. Aber Pol ist einfach unsere Messlatte. Er war mit unserem neuen Motorrad zufrieden. Das ist die positive Bilanz von Sepang.»

Am kommenden Wochenende wird von Freitag bis Sonntag in Buriram/Thailand getestet.

«Was uns auf der neuen Strecke in Thailand erwartet, wissen wir nicht», sagt Mike Leitner. «Es wird schwierig, dort beim Motorrad etwas vorwärts zu bringen, weil keiner die Strecke kennt. Die Fahrer müssen dort zuerst einmal auf Speed kommen. Natürlich werden wir dort ein Basis-Set-up haben, das erstellen wir anhand der Streckenlänge und der Kurvenradien. In Sepang hatten wir Daten vom Test 2017 und vom Grand Prix im Oktober. In Thailand schaut die Geschichte anders aus. Unser Set-up wird sicher nicht auf Anhieb passen, aber zumindest können wir mal losfahren. Doch die Strecke wird sich vom Grip her an den drei Tagen wieder verändern, vermuten wir. Wenn die Strecke von Anfang an Grip hat, können wir mehr an den Motorrädern arbeiten. Aber ich fürchte, wir werden am ersten Tag dort mit dem Grip hadern.»

Leitner ist lange genug im Geschäft, er läßt sich durch den heftigen Espargaró-Sturz nicht entmutigen. «Wenn bei den Tests alles immer rundläuft, ist das nicht unbedingt von Vorteil. Wenn du so einen Wake-up-Call kriegst, ist das manchmal sogar nützlich, damit jeder fokussiert an der Sache dranbleibt. Es muss immer mit Rückschlägen gerechnet werden, auch bei der Technik. Wir haben 2017 manchmal Teile ausprobiert, die sich nicht bewährt haben. Aber daraus haben wir oft mehr gelernt als bei Komponenten, die sofort funktioniert haben. Mit diesen Erfahrungen wächst man.»

Bradley Smith stand auch in Malaysia im Schatten von Pol Espargaró. Als der Spanier stürzte und Vierter war, lag Smith an 22. Stelle mit 2,222 Sekunden Rückstand auf Rossi.

Auch hier bemüht sich Mike Leitner um Geduld und um Verständnis. «Fast kein MotoGP-Team hat zwei gleich schnelle Fahrer», hält der Oberösterreicher fest. «Das war 2017 selbst bei Ducati nicht der Fall. Bei Repsol-Honda auch nicht.»

Pol Espargaró sagt, er wolle in dieser Saison Top-5-Plätze anpeilen. Aber Leitner ist sich im Klaren, dass die Bäume für KTM nicht in den Himmel wachsen.

«Die MotoGP-Klasse ist im Vergleich zu 2017 noch ausgeglichener und stärker geworden. Es sind noch mehr konkurrenzfähige Maschinen dabei. Suzuki hat sich wieder erfangen, alle haben verbessertes Material. In jeder Saison werden die Karten neu gemischt», sagt Leitner. «Wir wollen uns natürlich auch verbessern.»

Leitner hat die Steigerung von KTM in der Saison 2017 selbst am meisten überrascht. Seine Ziele für die kommende Saison wirken realistisch. «Letztes Jahr war die neunten Plätze von Pol in Brünn und Phillip Island unsere besten Ergebnisse. Also muss das Ziel sein, dieses Resultat zu verbessern, nach 9 kommt 8… Das heißt, wir müssen jetzt einmal versuchen, in einem Rennen Achter zu werden. Aber gleichzeitig strengen wir uns natürlich an und schauen wir weiter nach vorne.»

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