MotoGP

Johann Zarco: Repsol-Honda-Angebot kam zu spät

Von - 11.05.2018 13:47

Warum hat sich der aktuelle MotoGP-WM-Zweite Johann Zarco ausgerechnet für Red Bull KTM entschieden? Das fragen sich Fans und Medien. SPEEDWEEK.com liefert die Antworten.

Nach der Bekanntmachung der Vertragsunterzeichnung von Johann Zarco (27) am Donnerstag vor dem Jerez-GP zogen manche französische Berichterstatter die Brauen hoch.

Warum hatte sich Zarco ausgerechnet mit KTM verbündet, dem Neueinsteiger aus Österreich, der bisher zwei neunte Plätze als beste MotoGP-Ergebnisse vorzuweisen hat?

Johann Zarco stellte klar: «KTM hat mir als erster MotoGP-Hersteller einen Platz in einem Werksteam angeboten.» Trotzdem müssen sich Zarco und sein Coach und Manager Laurent Fellon seither oft die Frage gefallen lassen, warum der MotoGP-Senkrechtstarter keinen Platz in den Werksteams bei Honda oder Yamaha gefunden hat.

Laurent Fellon stellte jetzt unmissverständlich klar: «Valentino Rossi hat für Johann alle Wege ins Yamaha-Werksteam für die Zeit nach 2018 blockiert.»

Rossi, seit 2009 nie mehr Weltmeister, ließ diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen. «Ich habe nicht mehr die Macht, irgendeinen Fahrer bei Yamaha zu verhindern.»

Repsol-Honda ist offenbar erst nach dem zweiten Platz beim Buriram-Test und der Bestzeit bei Doha-Test auf Zarco aufmerksam geworden und auf die Idee gekommen, ihn womöglich gegen Dani Pedrosa (zwölfte Saison bei Repsol-Honda ohne Titelgewinn) zu tauschen.

Aber beim Katar-GP am 18. März 2018 waren sich Zarco, Fellon und Red Bull KTM längst einig.

Merke: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Manche französische Fans und Berichterstatter hätten Zarco nicht nur bei Honda oder Yamaha lieber gesehen als bei KTM, sie hätten ihn auch bei Ducati und Suzuki gerne um Siege fighten gesehen.

Aber: Ducati hat im Dezember Co-Sponsor TIM verloren und wusste im März noch nicht konkret, wie groß das Fahrerbudget sein würde.

Zudem hat Ducati ein «Full House» – und die Auswahl zwischen Dovizioso, Lorenzo, Petrucci und Miller. Außerdem wollten die Ducati-Macher Claudio Domenicali, Gigi Dall’Igna und Paolo Ciabatti bis zum Mugello-GP abwarten, wie schlagkräftig die 2018-Desmosedici in diesem Jahr sein würde.

Denn je konkurrenzfähiger das Motorrad, desto niedriger die Fahrergagen.

Suzuki stand für den zweifachen Moto2-Weltmeister Zarco nie zur Debatte, weil ihn die Blauen 2016 trotz Vorvertrags vor die Türe gesetzt und den fünf Jahren jüngeren und WM-Titel-losen Rins genommen hatten.

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