MotoGP

Zukunft: Maximal 24 Fahrer & 22 Rennen, weniger Tests

Von - 23.05.2019 17:24

Bereits im nächsten Jahr will Dorna-Chef Ezpeleta die Weichen für die MotoGP-WM von 2022 bis 2026 gestellt haben. Aerodynamische Abrüstung, mehr Grand Prix, kein neuer Hersteller – das sind die Eckpunkte.

Momentan haben alle MotoGP-Hersteller und -Teams mit der Dorna Verträge für die fünf Jahre, sie enden nach der Saison 2021. In diesen Verträgen ist zum Beispiel eine maximale Anzahl von 20 Grand Prix festgelegt, außerdem bekommt jedes Kundenteam 2,5 Millionen Euro von der Dorna für jeden Fahrer. Gleichzeitig sind die Leasing-Pakete der Werke für sie Privatteams mit 2,2 Millionen Euro pro Fahrer und Saison gedeckelt.

Bisher zeichnete sich nicht ab, dass dann neue Hersteller wie Kawasaki, BMW oder MV Agusta einsteigen werden.

Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta macht kein Geheimnis daraus, dass er mit den aktuellen sechs Herstellern (Honda, Yamaha, Suzuki, Ducati, KTM und Aprilia) durchaus glücklich ist.

Inzwischen zeichnet sich ab, dass Valentino Rossi nach seinem Rücktritt kein eigenes Yamaha-Kundenteam betreiben wird, denn er kann Schützlinge wie Morbidelli tadellos bei Petronas-Yamaha unterbringen und muss sich dann nicht um die Finanzierung eines 15-Mio-Euro-Pakets kümmern.

Die Dorna will nach der Saison 2021 am liebsten mit 22 Fahrern weitermachen und den sechs aktuellen Herstellern.

Abklärende Gespräche mit den Kundenteams wie Tech3, LCR, Gresini, Pramac, Avintia und Petronas haben bereits begonnen.

Jetzt werden Verhandlungen mit den Abgesandten der Werke geführt. Spätestens im Sommer 2020 sollen die Verträge von 2022 bis Ende 2026 verlängert werden. Das sorgt für Stabilität, und der Dorna-Vertrag mit der FIM erstrecke sich sogar bis 2041.

An der Aufteilung der Plätze wird sich nicht viel ändern. Yamaha hat insgesamt vier, KTM hat vier, Ducati momentan sechs (auch für Pramac und Avintia), Honda vier für Repsol und LCR. Aprilia hat als einziges Werk keine eigenen Startplätze, die Italiener verwenden die zwei «slots» von Fausto Gresini.

Die Italiener bekamen als einziges Werk keine fixen Startplätze, weil sich Aprilia in der Ivano-Beggio-Ära nach drei Jahren (2002 bis 2004) mit der 990-ccm-Dreizylinder-Cube zurückgezogen und seit damals die fällige Vertragsstrafe nie bezahlt hat.

Aprilia gilt jetzt als Gresini-Partner kurioserweise als Kundenteam. Wenn Aprilia ab 2022 als offizieller Hersteller eigene Plätze beansprucht, muss ein Fünf-Jahres-Deal unterzeichnet werden; bei einem vorzeitigen Rückzug wird ein finanzieller Penalty fällig.

Im Laufe der Jahre wurden alle schwachbrüstigen MotoGP-Privatteams eliminiert, von Forward über AB Motorsport, Paul Bird Motorsport bis zu IodaRacing. Ende 2018 wurde auch Marc VDS Honda heimgeschickt.

Als einziges schwaches Kundenteam ist Avintia Ducati geblieben. Es könnte ein Übernahme-Kandidat für ein Suzuki-Kundenteam oder das Aprilia-Werksteam werden. Wenn Avintia zum Beispiel eines Tages seine beiden Plätze an Aprilia übergibt (wie Jorge Martinez vor einem Jahr seine zwei «slots» an Petronas-Yamaha), dann könnte Gresini künftig das zweite Suzuki-Team bilden.

Suzuki redet seit Jahren über ein Kundenteam, bisher kam nie eines zustande.

Die Dorna sprach schon vor drei Jahren vom Idealzustand – sechs Hersteller mit je einem Werksteam, und jedes Werk betreibt dazu noch ein Kundenteam. Dieser Plan ergibt 24 Plätze und 24 Fahrer mit Topmaterial. Aber Suzuki und Aprilia rüsten bisher kein zweites Team aus.

Am technischen Reglement wird sich nach 2021 nicht viel ändern, nur die Aerodynamik-Regeln sollen rigoros eingeschränkt und damit die Kosten in diesem Bereich reduziert werden. Dazu soll die Anzahl der maximal mit den Teams vereinbarten Grand Prix von 20 auf 22 erhöht werden – mit Einwilligung der Werke und Teams. Als Ausgleich wird die Anzahl der offiziellen und obligatorischen IRTA-Wintertests (jetzt zwei im November und zwei im Februar) auf einen oder maximal zwei reduziert.

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