MotoGP

Alberto Puig (Honda): «Es ist noch nicht vorbei»

Von - 10.10.2019 07:07

«Das Wichtige war der Titel, aber wir wussten, dass Marc Márquez auch gewinnen wollte», fasste Alberto Puig den Buriram-GP zusammen. Repsol Honda verfolgt in der MotoGP-Saison 2019 noch weitere Ziele.

Mit seinem neunten Saisonsieg verwandelte Marc Márquez in Buriram den ersten Matchball: Nach 2013, 2014, 2016, 2017 und 2018 holte er sich seinen sechsten WM-Titel in der Königsklasse, den achten insgesamt.

So eindeutig wie sein WM-Triumph war der Sieg im Rennen am vergangenen Sonntag allerdings nicht, denn Sensationsrookie Fabio Quartararo (Petronas Yamaha) machte es dem 26-jährigen Spanier – wie zuvor in Misano – nicht leicht.

«Die Strategie von Marc sah vor, dasselbe zu versuchen wie in jedem Rennen: Früh wegzufahren und zu sehen, wer ihm folgen kann», erklärte Repsol-Honda-Teammanager Alberto Puig. «Es war klar, dass Quartararo bis zum Schluss dabei sein würde, weil er eine sehr gute Pace hatte. Aber Marc hat seine Karten gut ausgespielt und war in der Lage, zu kämpfen und einen weiteren Sieg in der letzten Kurve zu holen. Ich glaube, dass er sehr clever war und versucht hat, dasselbe wie in Misano zu tun, indem er Quartararo dazu gezwungen hat, spät zu bremsen und dann innen durch ist. Es war ein perfektes Manöver. Das Wichtige war, den Titel zu holen, aber wir wussten, dass Marc auch gewinnen wollte. Am Ende hat der Fahrer die Strategie geändert, weil er ein Champion ist, der hungrig nach Siegen ist.»

«Man muss zugeben, dass Fabio ein starker Gegner für Marc war», fügte Puig hinzu. «Am Ende war das Rennen ein bisschen enger, als wir das vielleicht erwartet hatten, aber man konnte sehen, dass beide Fahrer das Limit verstanden hatten. Manchmal geht es in einer Gruppe chaotisch zu, aber in Buriram waren die Beiden sehr schnell und gleichzeitig kannten sie das Limit ihrer Bikes. In der letzten Kurve hat Marc Fabio dazu gezwungen, spät zu bremsen, ähnlich wie im Vorjahr. Das Manöver war sehr schlau, es war nicht gefährlich», bekräftigte er.

Was war beim Thailand-GP positiv, was negativ? «Das Positive ist klar, wir haben den Titel gewonnen. Alle Leute, die in dieses Projekt involviert sind, sind happy, weil wir wieder Weltmeister sind. An solchen Tagen geht es nicht um die negativen Punkte, nur um das, was Marc erreicht hat, und darum, den Moment zu genießen mit denen, die uns geholfen haben, hierher zu kommen», so Puig.

Auf den 18. Platz von Jorge Lorenzo, der ganze 54,7 sec hinter seinem Teamkollegen die Ziellinie überquerte, ging der Repsol-Honda-Teammanager nicht ein. Dabei könnte die Performance des Mallorquiners noch wichtig werden. Denn während Márquez der sechste MotoGP-Titel vier Rennen vor Schluss schon sicher ist, liegt im Kampf um die «Triple Crown» ein hartes Stück Arbeit vor Honda: In der Konstrukteurs-WM führt man zwar mit 77 Punkten Vorsprung, in der Teamwertung liegt Repsol Honda aber 19 Zähler hinter dem Ducati Team.

«Was die Konstrukteurs- und die Team-WM angeht, ist es noch nicht vorbei», weiß auch Puig. «In der Teamwertung haben wir viele Punkte aufgeholt und es kann noch viel passieren. In der Konstrukteurswertung sieht es etwas komfortabler aus, aber das bedeutet nicht, dass wir auch nur ein kleines Bisschen nachlassen werden. Wir hoffen, dass Lorenzo uns auch helfen kann, um diese Titel zu holen.»

«Die Strategie ist nun zu gewinnen, zu gewinnen, zu gewinnen und zu gewinnen, weil noch vier Rennen ausstehen», gab sich Puig kämpferisch. «Dieses Ziel im Kopf zu haben, ist der beste Weg, um sich weiter zu entwickeln und konzentriert zu bleiben. Marc und Honda versuchen immer, dieses Ziel zu erreichen. Natürlich können wir die Rennwochenenden jetzt ein bisschen entspannter angehen, weil der Titel entschieden ist, aber wir haben in jedem Rennen dasselbe Ziel.»

Das gilt besonders für das kommende Kräftemessen: Vom 18. bis zum 20. Oktober steht in Motegi das Honda-Heimrennen an: «Ich glaube, dass es für all die japanischen Honda-Fans großartig sein wird, den neuen Champion willkommen zu heißen. In den letzten Jahren haben wir den Titel dort gewonnen, dieses Mal haben wir ihn schon in der Tasche. Ich glaube, dass das sehr wichtig ist, wir werden zu Hause feiern, wie es sich gehört.»

MotoGP-WM-Stand nach 15 von 19 Rennen:

1. Marc Márquez 325 Punkte. 2. Dovizioso 215. 3. Rins 167. 4. Viñales 163. 5. Petrucci 162. 6. Rossi 145. 7. Quartararo 143. 8. Miller 119. 9. Crutchlow 102. 10. Morbidelli 90. 11. Pol Espargaró 80. 12. Nakagami 74. 13. Mir 58. 14. Aleix Espargaró 46. 15. Bagnaia 34. 16. Iannone 33. 17. Oliveira 29. 18. Zarco 27. 19. Lorenzo 23. 20. Rabat 18. 21. Bradl 16. 22. Pirro 9. 23. Guintoli 7. 24. Syahrin 7. 25. Abraham 5.

Stand in der Marken-WM:

1. Honda 331. 2. Ducati 254. 3. Yamaha 248. 4. Suzuki 192. 5. KTM 91. 6. Aprilia 67.

Stand in der Team-WM:

1. Ducati Team 377. 2. Repsol Honda Team 358. 3. Monster Energy Yamaha 308. 4. Petronas Yamaha SRT 233. 5. Team Suzuki Ecstar 229. 6. LCR Honda 176. 7. Pramac Racing 153. 8. Red Bull KTM Factory Racing 107. 9. Aprilia Racing Team Gresini 79. 10. Red Bull KTM Tech3 36. 11. Reale Avintia Racing 23.

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