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Weshalb Jason Doyle kein Baseball-Millionär wurde

Von - 25.09.2017 10:56

Jason Doyle kann bereits beim vorletzten Grand Prix im polnischen Thorn Speedway-Weltmeister werden. Der 31-Jährige wäre der sechste Champion aus Australien.

Zwar gewann der Slowene Matej Zagar nach dem Speedway-GP in Teterow auch in Stockholm, entscheidender für die Weltmeisterschaft sind aber die 18 Punkte von WM-Leader Jason Doyle. Das sind zwölf und elf mehr, als seine direkten Verfolger Patryk Dudek und Maciej Janowski errangen. Doyle konnte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung von zehn auf 22 Punkte ausbauen.

Hat Doyle nach dem Grand Prix in Thorn am 7. Oktober 21 Punkte oder mehr Vorsprung auf seine Verfolger, ist er bereits vor dem letzten Rennen in Melbourne Weltmeister. Er wäre der sechste Champion aus Australien nach Lionel van Praag (1936), Bluey Wilkinson (1938), Jack Young (1951, 1952), Jason Crump (2004, 2006, 2009) und Chris Holder (2012).

SPEEDWEEK.com setzte sich mit dem 31-Jährigen zum Vier-Augen-Gespräch zusammen.

Jason, 2015 war deine erste Saison im Grand Prix, in dem Jahr bist du 30 Jahre alt geworden. Wieso bist du so ein Spätzünder?

Ich war oft verletzt und es ist nicht einfach, in den Grand Prix zu kommen. Ich habe lange gebraucht, um in so gute Form zu kommen. Das macht die heutigen Erfolge umso spezieller für mich, ich habe die schwierigsten Zeiten durchgemacht.

Viele Fahrer jammern, dass der Grand Prix teuer sei. Warum ist ein solches Rennen teurer als jedes andere?

Die Kosten entstehen durch die Reisen und die Hotels. In Cardiff wohnen wir im Zentrum, da verlangen die Hotels 220 Euro pro Zimmer pro Nacht.

Wir verwenden dasselbe Material wie in Polen und Schweden, keiner hat extra Bikes für den Grand Prix. Auch die Mechaniker sind die gleichen.

Ich vermute, das Jammern hängt damit zusammen, dass es vor allen die polnischen Fahrer nicht gewöhnt sind, bei einem Rennen draufzuzahlen. Sie sind es gewöhnt, Geld zu verdienen. Ich fuhr zehn Jahre britische Liga, da verdient man nicht viel.

Du warst zweimal in Folge WM-Fünfter und führst die Meisterschaft nach 2016 zum zweiten Mal an. Verdienst du mehr Geld, seit du zu den Top-5 der Welt gehörst?

In den meisten Ligen ist die Bezahlung leistungsabhängig, das meiste Geld verdienen wir in Polen.

Bei mir war es aber immer so, dass Geld nicht an erster Stelle stand. Ich will der Beste der Welt sein – hoffentlich gelingt mir das eines Tages.

In Australien kennen sich die meisten Weltklasse-Rennfahrer untereinander, egal aus welcher Sportart. Wie verhält sich das bei dir?

Ich wuchs mit Casey Stoner auf, er kommt aus derselben Gegend wie ich. Als Australier bist du neun bis zehn Monate des Jahres in Europa, da habe ich überwiegend mit Leuten aus dem Speedway-Sport zu tun.

Dieses Jahr hatte ich das Vergnügen, Mark Webber kennenzulernen. Es ist schön, wenn man Rückhalt von bekannten australischen Sportlern hat.

Wann bist du nach Europa gekommen?

Ich war 19 Jahre alt. Eigentlich hatte ich eine andere Sportkarriere geplant. Ich ging davon aus, dass ich Baseball-Profi werde. Diese Karriere kam aber zu einem abrupten Ende. Ich war Linkshänder-Pitcher und verletzte mich an der Schulter. Als Jugendlicher spielte ich auf WM-Niveau – nach der Verletzung stieg ich aufs Motorrad. Keine schlechte Wahl.

Du bist nach wie vor glücklich damit Speedwayfahrer zu sein, anstatt eines hochbezahlten Baseball-Stars in den USA?

Ja, ich habe den Rennsport im Blut. Mein Vater fuhr Motorradrennen, wenn du in Australien aufwächst, fährst du automatisch Motorräder – wir tun nichts anderes. Deshalb haben wir so viele gute Rennfahrer.

War es nicht schwer für dich mit 19 nach Europa zu kommen, weg von zuhause und den größten Teil des Jahres ohne Familie?

Ich musste meinen Lebensstil ändern. Die ersten fünf Monate war mein Vater dabei und ich fuhr in der Premier League in England. Dann ging mein Vater zurück nach Australien, um dort seinem Job nachzugehen, und ich war auf mich alleine gestellt. Das führte dazu, dass ich sehr schnell erwachsen wurde.

Die jungen Fahrer, die heute von Australien nach Europa kommen, sind deutlich jünger als 19. Brady Kurtz und Max Fricke kamen rüber, als sie 15 waren. Sie müssen sich viel selbst beibringen, wenn man zu jung ist, bringt das nichts

Beschreibst du dich selbst als seriösen Rennfahrer oder eher als Partylöwe?

Als den Seriösen.

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Jason Doyle: «Mein Fahrstil ist old-school» © Pabijan Jason Doyle: «Mein Fahrstil ist old-school» WM-Leader Json Doyle © Pabijan WM-Leader Json Doyle
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