Auch Aston Martin-Team Comtoyou Racing äußert massive Kritik nach 24h Spa
Neben WRT äußert auch Comtoyou Racing massive Kritik an der Fahrzeugeinstufung der 24h Spa und dem Umgang der technischen Kommission der SRO mit den Teams.
«Ich bin auf Aston Martin genauso sauer wie auf die technische Abteilung von SRO, denn am Ende ist das Team der Sündenbock Ich vergleiche die Situation mit dem Fußball. Alle spielen zu elft, die Regeln sind für beide Mannschaften gleich, und in dieser Hinsicht werden sie bei den 24 Stunden gut eingehalten, denn der sportliche Teil wurde insgesamt sehr gut gemanagt. Allerdings verfügt eine der Mannschaften über Schuhe mit Stollen, während die andere nur Socken trägt», fasst es Baert nach dem Rennen zusammen.
Der Belgier setzt fort: «Damit das ganz klar ist: Ich kritisiere keineswegs die werbliche Seite der Veranstaltung und die Organisation, denn dort ist alles mit rechten Dingen zugegangen und sehr gut gemanagt. Was mich hingegen schockiert, ist die technische Abwicklung. Wir verlangen nicht, ein Rennen zu gewinnen, wir verlangen lediglich, es nicht zu verlieren, ohne die Chance gehabt zu haben, es zu gewinnen. Ich hätte mir wirklich gewünscht, die Mittel zu haben, um zu versuchen, das Rennen zu gewinnen. Außerdem hätte ich mir doch einen Austausch mit SRO über die Situation gewünscht, auf den ich immer noch warte. Herzlichen Glückwunsch an Porsche und Lionspeed GP zum Sieg, ein großes Lob an Seb (Breuil), der keinen Glücksfall gebraucht hat, um zu gewinnen – vielleicht nur etwas weniger Konkurrenz.»
«Eine Sache überrascht uns: Nach dem ersten und dann nach dem zweiten freien Training erhält AMR einen Bericht der technischen Leitung, in dem festgelegt wird, ob die Aston Martins innerhalb der reglementarischen Grenzen liegen oder nicht. Zu diesem Zeitpunkt verfügt das Team lediglich über die Motorsteuerung. Warum sind wir Teams verärgert? Wir haben eigentlich nichts zu sagen und keine Möglichkeit, auf den Motor einzuwirken. Der Motor ist das Ergebnis von Gesprächen zwischen den Herstellern und dem für das BoP zuständigen Ausschuss. Wir haben keinerlei Möglichkeit, irgendetwas in Bezug auf die Motorsteuerung zu tun. Wir sind nur Passagiere in einer Diskussion, einer Verhandlung, einer Beziehung», so der Comtoyou Racing-Teamchef gegenüber Endurance Info. «Ich für meinen Teil habe keine Ahnung, was vor sich geht und wie die Motorabstimmung, die uns ins Auto eingebaut wird, normalerweise aussehen sollte, solange wir nicht über die vom Hersteller durchgeführten Simulationen verfügen.»
Jean-Michel Baert, der 2024 mit seinem Rennstall den Langstreckenklassiker auf der Ardennenachterbahn gewann, bestätigte, dass die Verhandlungen über die Fahrzeugeinstufung ausschließlich zwischen der SRO und dem Hersteller stattfinden, welcher im Falle von Aston Martin von Prodrive vertreten wird. «Das haben wir getan, aber was hat dieser mit diesen Rückmeldungen gemacht? Wie wurden sie von der SRO aufgenommen? Wurden sie weitergeleitet? Wurde ihnen Gehör geschenkt? Ich kenne auch die Art der Beziehungen zwischen Prodrive und der SRO nicht. Ich weiß nicht, ob es Altlasten gibt, ob noch offene Rechnungen beglichen werden müssen, ob es Probleme gibt. Wie dem auch sei, die BoP sollte nicht dazu dienen, zu bestrafen. Denn letztendlich sind es unsere Kunden und die Fans, die bestraft werden!»
«Wir haben die BoP, die im Auto verbaut ist. Nach den ersten Testfahrten erhält Aston Martin einen Bericht vom Regulierer, in dem beispielsweise steht: Achtung, ihr seid an dieser und an jener Stelle am Limit. Was passiert dann? Sie passen die Kennfeldabstimmung an, und wir erhalten nach dem zweiten freien Training einen Bericht, der zu diesem Zeitpunkt wirklich Details aufzeigt, weil der Hersteller an die Grenze des Zulässigen geht. Dann kommen die Qualifikationen, hier ohne Bericht der SRO. Der Regulierer verfügt über alle Daten. Ich kann mir vorstellen, dass wir bei Boost-Überschreitungen aus der Qualifikation disqualifiziert worden wären und somit nicht in der Superpole gestanden hätten … Aber wenn ich wir sage, meine ich die Aston Martins, denn Walkenhorst Motorsport hatte das Gleiche. Keiner unserer Vantage wurde nach dem Qualifying disqualifiziert. Es wurden keinerlei Änderungen am Auto vorgenommen, und wir hatten Overboosts in der Superpole. Seit Donnerstag haben wir gemeldet, dass wir ein riesiges Problem mit der Höchstgeschwindigkeit hatten. Ist es normal, im Sektor 1 14,5 km/h und 1 Sekunde zu verlieren, obwohl es dort nur eine einzige Kurve gibt, nämlich La Source? Der Rest wird mit Vollgas gefahren», erklärt der frustrierte Teamchef weiter.
Nach der Superpole wurden beiden Aston Martin die Rundenzeit wegen Overboost gestrichen. Laut Baert kann dies von Aston Martin verursacht «Ganz offen gesagt: Ja. Aber ich glaube nicht.» Diese Frage stellte der Teameigner auch den Hersteller: «Die Antwort, die ich von Aston Martin erhalten habe, lautet: Nein, es gab keine Änderung. Wir sind mit genau derselben Motorsteuerung gefahren. Mit dem einzigen Unterschied, dass wir zwei Sekunden langsamer waren als am Vortag. Walkenhorst Motorsport befindet sich in derselben Situation wie wir.»
Baert gibt zudem zu, dass der Aston Martin unter der Hitzewelle gelitten hat, doch fordert, dass dies von der BoP während dem Rennwochenende hätte berüchsichtigt werden sollen: «Ja, wir haben unter den Temperaturen gelitten, aber dieses Phänomen ist bekannt, es ist im Typengutachten des Autos vermerkt. Warum wird das dann bei großer Hitze nicht bei der Berechnung der BoP berücksichtigt?»
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