Neue Hersteller gesucht: Hubraumerhöhung für die Superbike-WM ab 2030!
Es war nur eine Frage der Zeit, dass sich die Superbike-WM bezüglich Hubraum den Marktrealitäten anpasst, in dem Maschinen mit 1000 ccm inzwischen eine untergeordnete Rolle spielen.
Der Trend zu Motorrädern mit größerem Hubraum ist seit vielen Jahren offensichtlich. In der Supersport-WM tritt nur noch Honda mit einem klassischen Reihenvierzylindermotor mit 600 ccm an, alle anderen Hersteller setzen Maschinen mit bis zu 955 ccm ein.
Auch bei den Superbikes haben sich einige Hersteller von den traditionellen 1000 ccm längst verabschiedet, allen voran die Italiener. Die normale Straßenversion der Ducati Panigale V4 hat 1103 ccm, die Aprilia RSV4 1099 ccm. Beide dürfen in der Superbike-WM nicht eingesetzt werden, weil für Vierzylindermotoren derzeit 1000 ccm als Maximum gelten – deshalb hat Ducati das Sondermodell V4R gebaut.
Ab der Saison 2030 wird sich das ändern, dann dürfen die Teams Bikes mit Vierzylindermotoren mit bis zu 1200 ccm einsetzen! Das wurde zwischen den Herstellern, Promoter Liberty und dem Motorrad-Weltverband FIM beschlossen und am 31. Juli verlautbart.
Hersteller brauchen Jahre für die Vorbereitung
Dass die neue Regel erst in dreieinhalb Jahren in Kraft tritt, hat betriebswirtschaftliche und produktionstechnische Hintergründe. Vom Beschluss eines Herstellers ein neues Motorrad zu bauen bis zu dessen Umsetzung braucht es mindestens zwei Jahre. Realistischer sind drei bis fünf Jahre, denn zuvor werden intensive Marktanalysen betrieben, um anschließend ein Produkt mit dem größtmöglichen Absatzpotenzial zu bringen.
Promoter Liberty (früher Dorna) möchte durch die Hubraumerweiterung neue Hersteller gewinnen, allen voran Aprilia. Die Marke aus Noale, derzeit mit Jorge Martin Führender in der MotoGP-WM, ist sportlich in verschiedenen Klassen dabei, hat ihr Engagement in der Superbike-WM aber nach der Saison 2018 eingestellt. Einer der Gründe dafür war, dass der Hubraum der RSV4, mit der Max Biaggi 2010 und 2012 sowie Sylvain Guintoli 2014 Superbike-Weltmeister wurde, zuerst ab 2019 von 999 auf 1077 und dann 1099 ccm angehoben wurde. Aprilia war nie bereit ein Sondermodell mit 1000 ccm nur für die Superbike-WM zu bauen, weil dafür kein Markt geortet wurde.
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