Lennox Lehmann (Motobox): «Bol d’Or wird die reinste Materialschlacht»
Motobox Kremer tritt beim EWC-Finale mit einer veränderten Besetzung an. Lennox Lehmann erklärt, warum beim Bol d’Or nicht der maximale Speed im Vordergrund steht.
Für Lennox Lehmann steht an diesem Wochenende eine der größten Herausforderungen der Langstrecken-Saison auf dem Programm. Beim Bol d’Or auf dem Circuit Paul Ricard teilt sich der Dresdner die Motobox-Kremer-Yamaha mit Max Stauffer und Bastian Ubl. Das Ziel für die 24 Stunden ist dabei weniger eine bestimmte Platzierung als vielmehr, möglichst ohne Probleme über die Distanz zu kommen.
Die Fahrerbesetzung unterscheidet sich deutlich von den bisherigen EWC-Läufen. Twan Smits und Dirk Geiger verzichten auf die Teilnahme am Bol d’Or. Beide konzentrieren sich auf das nur eine Woche später stattfindende Saisonfinale der Euro Moto auf dem Hockenheimring.
Für Geiger geht es dort um den Titel in der Supersport-Klasse, während Smits nach zuletzt vier Siegen in Folge noch Chancen auf den Vizetitel bei den Superbikes besitzt. Motobox Kremer setzt in Le Castellet deshalb neben Stammfahrer Lehmann auf Stauffer und Ubl.
Gute Stimmung beim Test in Le Castellet
Die Vorbereitung auf das EWC-Finale verlief für die Mannschaft nicht ganz unkompliziert. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten hatte Motobox Kremer nicht am vorausgegangenen Test auf dem Circuit Paul Ricard teilgenommen und musste die Abstimmungsarbeit deshalb während der offiziellen Testfahrten nachholen.
«Der Test verlief eigentlich wie erwartet», berichtete Lehmann im Austausch mit SPEEDWEEK.com. «Da wir nicht beim Vortest hier waren, wurde es für uns natürlich etwas komplizierter. Wir haben das aber im Endeffekt ganz gut hinbekommen.»
Innerhalb der Mannschaft herrscht vor dem Saisonfinale dennoch Zuversicht. «Die Stimmung im Team ist wie immer sehr gut. Wir arbeiten fleißig und das ganze Team ist motiviert, um weiter nach vorne zu kommen», versicherte der 20-Jährige.
Hoher Vollgasanteil: Die Motoren leiden
Eine ausgeklügelte taktische Marschroute für das 24-Stunden-Rennen gibt es bei Motobox Kremer dagegen nicht. Für Lehmann steht ein anderer Faktor klar im Vordergrund: das Material über die komplette Distanz zu bringen. «Um ehrlich zu sein, eine große Strategie für die 24 Stunden gibt es nicht», erklärte der Yamaha-Pilot. «Vor allem hier beim Bol d’Or ist es einfach brutal wichtig, ohne große Probleme ins Ziel zu kommen.»
Der Circuit Paul Ricard stellt Mensch und Maschine dabei vor besondere Anforderungen. Über 24 Stunden zählt nicht allein die Rundenzeit, sondern vor allem Zuverlässigkeit. Entsprechend will Lehmann vermeiden, die Yamaha unnötig zu beanspruchen. «Es wird für alle die reinste Materialschlacht», erwartet der Sachse. «Also ist entscheidend, so schonend wie möglich zum Bike zu sein.»
Für Lehmann bietet das EWC-Finale damit die nächste Gelegenheit, wichtige Langstreckenerfahrung zu sammeln. Bei den 8 Stunden von Suzuka musste er nach einem heftigen Trainingssturz und einer Verletzung am rechten kleinen Finger auf die Rennteilnahme verzichten.
Beim Bol d’Or soll es diesmal über die komplette Distanz gehen. Nach der erschwerten Vorbereitung lautet die Devise für Lehmann, Stauffer und Ubl deshalb vor allem: Fehler vermeiden, die Technik schonen und nach 24 Stunden die Zielflagge sehen.
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