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Exklusiv: Sylvain Guintoli über die Hintergründe zum BMW-internen «Abstieg»

Ex-Superbike-Weltmeister Sylvain Guintoli spricht exklusiv bei SPEEDWEEK.com über seinen BMW-internen Teamwechsel, das neue Satellitenprojekt und die Chancen in der Langstrecken-WM 2026.

Im Artikel erwähnt

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BMW stellt sich in der Langstrecken-WM (EWC) 2026 breiter auf: Neben dem etablierten Werksteam mit der Startnummer 37 geht mit Autorace Ube Racing (#76) ein weiteres starkes Projekt an den Start. An Bord: Ex-Weltmeister Sylvain Guintoli, der BMW-intern das Team gewechselt hat.

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Aktuell testen die Teams der Langstrecken-WM in Le Mans, wo in gut zwei Wochen die neue Saison startet – für Guintoli eine gute Gelegenheit, um sich in seinem neuen Umfeld zurechtzufinden.

Autorace Ube: Japan und Europa verschmelzen

«Die Startnummer 76 ist ein neues Bike im Starterfeld. Also neu in Vollzeit», erklärte Guintoli im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Komplett neu ist das Team allerdings nicht: «Sie sind bereits seit ein paar Jahren aktiv und sind letztes Jahr mit BMW gefahren. Und sie waren wirklich stark.» Besonders in Japan machte Autorace Ube Racing auf sich aufmerksam, feierte Erfolge in Motegi, überzeugte bei den 8 Stunden von Suzuka und zeigte auch beim Bol d’Or eine starke Leistung.

Für BMW ist das Projekt ein wichtiger Schritt, um die eigene Präsenz in der EWC auszubauen. «Es ist ein werkseitig unterstütztes Team», bestätigte Guintoli. «Und die Spezifikation des Bikes wird der des Werks-Bikes sehr ähnlich sein. Wirklich sehr ähnlich. Beide Motorräder werden auf Bridgestone fahren.» Damit ist klar: Die #76 fungiert als eine Art Satellitenteam – und als zweites heißes Eisen im Feuer.

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Frische Motivation: Alle drei Fahrer sind sehr hungrig

Der Franzose sieht darin eine große Chance – auch persönlich: «Dieses Projekt ist für mich super motivierend. Ich werde versuchen, meine Erfahrung ins Team einzubringen und ihnen zu helfen, sich so schnell wie möglich anzupassen.»

Mit Naomichi Uramoto und Hannes Soomer trifft Guintoli auf zwei interessante Teamkollegen. «Ich denke, das ist perfekt. Unterschiedliche Charaktere, unterschiedliches Alter, unterschiedliche Erfahrung», sagt er. Während Uramoto die wichtige Japan-Verbindung mitbringt, steht Soomer vor seiner bislang größten Chance. «Jetzt bekommt er eine richtig gute Gelegenheit, sein Talent zu zeigen», so Guintoli.

Fokus auf Suzuka: «Das wichtigste Rennen der Saison»

Ein Schlüsselrennen wird einmal mehr das Kultevent in Suzuka sein. «Ja, ich denke, das ist das wichtigste Rennen der Saison», betonte Guintoli. Gerade für Autorace Ube Racing mit seiner japanischen Basis sei das Event von zentraler Bedeutung. «Sie waren dort letztes Jahr sehr stark – und sie werden versuchen, das zu wiederholen.» Gleichzeitig tritt das neue Projekt mit Selbstbewusstsein an: «Wir gehen da nicht als Neulinge rein. Wir denken, dass wir von Anfang an wirklich gut sein können.»

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Trotz der zwei getrennten Teams ist die Zusammenarbeit eng. «Es wird einige enge Verbindungen geben – auch von Seiten des Herstellers», erklärte Guintoli. «Die Idee ist, das BMW-World-Endurance-Programm zu stärken, indem ein weiteres konkurrenzfähiges Motorrad im Starterfeld ist.»

EWC-Entwicklung: Guintoli hofft auf weiteres Wachstum und mehr Rennen

Auch die Zukunft der Meisterschaft selbst bewertet der Routinier positiv. Mit Claude Michy übernimmt ein erfahrener Promoter die Organisation der Serie. «Ich denke, es wird Veränderungen geben. Und ich glaube, das ist positiv», so Guintoli. Der Franzose verweist auf die erfolgreiche Entwicklung des MotoGP-Grand-Prix in Le Mans unter Michys Leitung.

Die EWC befinde sich laut Guintoli insgesamt im Aufwind: «Es scheint eine sehr positive Stimmung in der Meisterschaft zu geben. Es gibt viele Teams im Starterfeld. Es sieht gut aus.» Zudem nimmt das Interesse an Langstreckenrennen generell zu: «In den letzten vier oder fünf Jahren ist die Meisterschaft enorm gewachsen.»

Langfristig sieht Guintoli weiteres Potenzial – vor allem international: «Hoffentlich können sie den Kalender noch etwas erweitern. Vielleicht ein oder zwei zusätzliche Events in den nächsten Jahren.»

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Mit zwei 24-Stunden-Rennen in Frankreich, dem 8-Stunden-Klassiker von Suzuka sowie den 8 Stunden von Spa fällt der EWC-Kalender bislang überschaubar aus. Zusätzliche Events außerhalb Frankreichs könnten die Serie aufwerten und international attraktiver machen.

Derzeit testen die Teams in Le Mans zur Vorbereitung auf den Saisonauftakt. Zum Start am Dienstag gab das BMW-Werksteam das Tempo vor, dahinter folgten die Weltmeister von YART-Yamaha und SERT-Suzuki. Guintolis Autorace-Ube-Team belegte zunächst Rang acht.

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