Ferrari in Baku ohne Podestplatz, Teamchef Vasseur: «Nur in der Defensive»
Das stolze Ferrari ist nun seit Belgien Mitte Juli ohne Podestplatz! Charles Leclerc wird im Aserbaidschan-GP Vierter, Lewis Hamilton Sechster. Ferrari-Teamchef Fred Vasseur ordnet das alles ein.
So langsam machen sich die treuen Tifosi Sorgen: Ein Fahrer im roten Overall auf dem Siegerpodest, das haben sie vorderhand zum letzten Mal auf dem Circuit de Spa-Francorchamps in Belgien erlebt, vor mehr als zwei Monaten, damals wurde Charles Leclerc Zweiter hinter Kimi Antonelli. Der letzte Podestplatz von Lewis Hamilton nach einem Grand Prix geht zurück auf P3 in Silverstone.
Gewiss, Baku-Spezialist Leclerc konnte den WM-Lauf am Kaspischen Meer von P2 hinter George Russell aufnehmen, aber die ersten Runden zeigten, dass an diesem Tag Andere stärker sind – der Monegasse fiel in kurzer Zeit von P2 zurück auf P5.
Hätte McLaren nicht einen Komplettausfall erlebt (Norris nach Kollision out, schwerer Piastri-Fehler, damit nur P14 statt Podestplatz), so müssten wir streng urteilen: Ferrari war in Baku im Rennen nur vierte Kraft hinter Mercedes, Red Bull Racing und McLaren.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseurs Miene sagt nach P4 von Leclerc und P6 von Hamilton Vieles: Auch der Franzose hatte mehr erwartet.
Vasseur rekapituliert: «Wir wussten schon vor der Reise nach Baku, dass dies ein hartes Stück Arbeit werden würde – wegen unseres Mankos auf Motorenseite.»
«Wir sind als Zweite gestartet und hatten uns mehr erhofft. Auf eine schnelle Runde war unsere Leistung nicht schlecht, und wir haben uns sogar mit den Autos von Red Bull Racing gemessen. Doch schon zu Beginn des Rennens haben wir pro Runde einen Platz verloren, und am Ende konnten wir – obwohl das Tempo dennoch recht ordentlich war – nicht überholen, sondern mussten uns nur verteidigen; wir waren rein in der Defensive und hatten zu kämpfen. Es war ein schwieriges Wochenende.»
«In den nächsten beiden Rennen wird der Motor ein anderes Gewicht haben, und das werden bessere Chancen für uns sein. In Malaysia wird die Geschwindigkeit auf den Geraden viel weniger wichtig sein als hier in Baku. Aber jetzt müssen wir herausfinden, was wir an diesem Wochenende besser hätten machen können, denn ich denke, wir hätten bessere Arbeit leisten können.»
«Wir haben aber dennoch mehr Punkte als McLaren im Kampf um den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung geholt. Das ist nicht schlecht, auch wenn unser Ziel darin besteht, die Rennen und die Weltmeisterschaft zu gewinnen.»
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