Ferrari-Teamchef Fred Vasseur: «Man kann leicht einen Albtraum erleben»
Der Trainingsfreitag in Barcelona stellte die GP-Stars und ihre Teams vor eine grosse Herausforderung. Ferrari-Teamchef Fred Vasseur sagte hinterher, was seine Mannschaft besonders beschäftigte.
Das Ferrari-Team hatte zum Auftakt ins Barcelona-Wochenende alle Hände voll zu tun. Denn die Mannschaft aus Maranello musste gleich mehrere Herausforderungen meistern. Zunächst musste das umfangreiche Upgrade getestet werden, das einen neuen Frontflügel, einen überarbeiteten Unterboden, Diffusor und ein neues Seitenkasten-Design umfasste.
Diese Aufgabe kam im ersten Training auch Dino Beganovic zu, der im Auto von Lewis Hamilton ausrücken durfte. Der 22-jährige Ferrari-Junior drehte 30 Runden und war am Ende der ersten Trainingsstunde der Achtschnellste. Stammfahrer Charles Leclerc, der eine neue Bremskonfiguration mit Bremsscheiben von Carbon Industries ausprobierte, drehte die drittschnellste Runde.
In der zweiten Session sass Hamilton dann im zweiten Ferrari. Der siebenfache Champion kam nicht so gut zurecht wie sein Stallgefährte, er musste sich mit dem neunten Platz auf der FP2-Zeitenliste begnügen, während Leclerc den viertschnellsten Umlauf schaffte und 0,373 sec über der Tagesbestzeit blieb, die Weltmeister Lando Norris im McLaren aufgestellt hatte.
Reifenabbau sorgt für Kopfzerbrechen
Teamchef Fred Vasseur erklärte hinterher: «Das war ein seltsamer Freitag, und zwar für alle hier. Wir wissen, dass es bei diesen heissen Bedingungen schwierig ist, in Barcelona eine gute Runde zu drehen. Wir hatten viele neue Teile am Auto, ein neues Paket mit verschiedenen Komponenten. Und deshalb mussten wir viele Vergleichstestfahrten unternehmen.»
Ein Faktor beschäftigte die Ingenieure und Fahrer besonders, wie der Franzose erklärte: «Die Reifen sind wirklich schwierig zu managen, sie sind wahrscheinlich der wichtigste Faktor. Der Abbau war auf allen Mischungen hoch, und es war eine extreme Situation. Vor wenigen Wochen hatten wir das schon in Kanada, einfach auf der anderen Seite des Spektrums. Und wenn die Bedingungen extrem sind, dann kann man sich leicht vertun und einen Albtraum erleben. Wir fahren hier wirklich am Limit und ich denke, das geht auch allen anderen so.»
Mit Blick auf die Änderungen von Leclercs Bremskonfiguration sagte der Ingenieur: «Er fuhr zwei Sessions und es waren nicht allzu viele schnelle Runden, weil man hier nach jedem schnellen Versuch zwei Abkühl-Runden einlegen muss. Er hat auch nur einen längeren Stint absolviert, auf den mittelharten Reifen, und der lief gut. Es war ganz okay, er hatte keine Probleme.»
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