Schielen die Top-Teams schon auf 2027? So läuft's bei Ferrari und Mercedes
Die letzte Phase der Formel-1-Saison 2026 beginnt, die Weltmeisterschaften scheinen quasi entschieden. Orientieren sich die Teams jetzt in Richtung 2027 um? So ist die Lage bei Mercedes und Ferrari.
Die Saison 2026 neigt sich dem Ende zu. Die Team-WM dürfte ziemlich sicher zu Gunsten von Mercedes entschieden sein. Auch in der Fahrer-WM stehen die Zeichen klar auf Mercedes: Kimi Antonelli führt 81 Punkte vor George Russell. Antonelli hat 101 Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Silberpfeil, Lewis Hamilton (Ferrari). Die große Frage, die sich alle Teams stellen müssen: Ab wann werden die Ressourcen für die Auto-Entwicklung auf die nächste Saison geschoben? Der Blick auf die zwei Top-Teams.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur stellte in Madrid klar: «Wir befinden uns nicht in derselben Situation wie vor zwölf Monaten. Denn was wir heute entwickeln, können wir auf das Projekt des nächsten Jahres übertragen.» Denn diesmal bleibt das Reglement weitestgehend stabil bis auf kleinere Modifikationen.
Im Vorjahr war die Situation eine gänzlich andere: 2025 war die letzte Saison des Reglementzyklus von 2022 an mit den Ground-Effect-Autos. Entsprechend war der SF-25 von Ferrari ein Auslaufmodell. Mit der Saison 2026 trat ein komplett neues Reglement für Motor und Chassis in Kraft. Jede Weiterentwicklung für 2025 war also ausschließlich für 2025 hilfreich – und brachte keinen direkten Vorteil für 2026. Entsprechend waren die Transfermöglichkeiten der aktuellen in die kommende Saison so wie jetzt kaum möglich, einige Teams machten 2025 daher früh den Cut.
Ferrari blickt auf 2026, kann Wissen aber mitnehmen
Vasseur zur derzeit bei der Scuderia laufenden Entwicklung: «Das bedeutet, dass wir weiterarbeiten werden, vielleicht an anderen Dingen, anderen Aspekten, etwas weniger im Bereich Aerodynamik, etwas mehr bei anderen Themen. Aber 80 Prozent der Entwicklungen, die wir jetzt vornehmen, werden im nächsten Jahr übernommen.» Damit lohnen sich investierte Kapazitäten also doppelt.
Mercedes hat den Switch schon gemacht
Toto Wolff, Teamchef bei WM-Leader Mercedes, sagt zur Entwicklung im eigenen Hause: «Das Jahr 2027 hat schon vor einer Weile begonnen, lange vor dem Sommer. Im Sommer haben wir die Ressourcen auf das nächste Jahr umgeschichtet, das planmäßig weiterläuft, unabhängig davon, wo wir in der Meisterschaft stehen.» Wolff betont aber: Die WM ist alles andere als sicher. Es könne immer noch alles passieren.
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