Pierre Gasly (Alpine): «Dachte, es würde in Madrid schneien»
Pierre Gasly fuhr nahezu das komplette Spanien-Rennen auf einem einzigen Satz Reifen. Das klappte zwischenzeitlich richtig gut – aber hatte kurz vor Schluss eher was von Winter-Rallye. Er wurde 12.
Nach den ersten Trainingsausfahrten auf der neuen Rennstrecke «Madring» in Madrid witzelten Fahrer und Teamchefs, dass die Strategie der Wahl fürs Rennen ein 6-Stopper sein könnte, also ein Rennen mit sechs Reifenwechseln, weil die Abnutzung der Gummis so stark war. Der Sechs-Stopper – etwas übertrieben und scherzhaft, klar. Aber zu Beginn des Rennwochenendes sah der Madring nach einer Reifenfresserstrecke aus. Im Rennen sah es dann plötzlich komplett anders aus. Mercedes-Pilot Kimi Antonelli gewann mit nur einem Stopp.
Die Mehrheit der Fahrer machte nur den einen Pflichtboxenstopp. Und Alpine-Pilot Pierre Gasly bewies, dass die Reifen auf dem Madring durchaus halten können: Der Franzose fuhr bis Runde 55 von 57 auf demselben Satz harten Reifen, kam ganz kurz vor Schluss zum Service, um den Pflichtboxenstopp zu absolvieren. Weil er so weit zurücklag, fuhr er sogar nur eine Runde auf Soft, weil er eine Runde Rückstand hatte und nur 56 Runden insgesamt drehte. Er wurde am Ende 12.
Gasly fuhr wie auf Eis
Gasly witzelte nach dem Rennen: «Irgendwann dachte ich, es würde in Madrid schneien. Es war am Ende wirklich fahren wie auf Eis.» So sehr hatten seine Reifen am Ende des Rennens dann doch gelitten. Gasly: «Aber ich erinnere mich an das gute Tempo in der Mitte des Rennens.» Da hatte Gasly ein gutes Tempo drauf. Zwischendurch kam eine kurze Virtuelle Safety-Car-Phase, weil Lance Stroll seinen Aston Martin mit Bremsproblemen unfreiwillig in Kurve 20 parkte. Das war in Runde 14, wenig später war dann für knapp eine Runde VSC. Viele Fahrer kamen zum Reifenwechsel – nicht so Pierre Gasly.
Gasly: «Wir haben durch das VSC 15 Sekunden gegenüber den anderen Fahrern verloren, aber ich glaube, wir haben pro Runde eine Sekunde aufgeholt, das Tempo war also sehr, sehr hoch – nur schade, dass wir das nicht in Punkte ummünzen konnten. Wir haben im Rennen etwas ausprobiert, was nicht geklappt hat.» Nämlich durchzuziehen und auf eine Unterbrechung zu warten, die ihm den Stopp schenken würde.
Nach der VSC-Phase konnte der Alpine-Pilot richtig gut mitfahren. Gasly: «Das Tempo war verrückt nach dem VSC. Das war also sehr positiv. Aber es ist schade, dass wir insgesamt die Gelegenheit versäumt haben.»
Das Kind war für Gasly und Alpine bereits am Samstag im Qualifying in den Brunnen gefallen. Der Franzose: «Wir sind das Warm-up im Qualifying völlig falsch angegangen. Wir hatten keinen ersten Versuch, weil in Kurve 12 eine doppelte gelbe Flagge geschwenkt wurde, und beim letzten Durchgang haben wir es dann wohl mit den Reifen vermasselt und hatten keinen Grip. Das ist definitiv etwas, das wir für Baku verbessern müssen.» Dort wird nächste Woche gefahren.
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