Günther Steiner über Kimi Antonelli: «Ihm fällt gerade alles in den Schoß»
Ex-Haas-F1-Teamchef Günther Steiner sieht seinen Landsmann Kimi Antonelli schon als Weltmeister 2026. Was den Italiener gerade so stark macht – und was ihm dennoch gefährlich werden könnte.
Mit erneut zwei Siegen in Serie in Monza und Madrid ist Mercedes-Pilot Kimi Antonelli auf dem besten Weg zu seinem ersten WM-Titel. Sein Landsmann und TV-Experte Günther Steiner sieht ihn schon als Champion. Steiner sagte im «Red Flags»-Podcast zum möglichen WM-Titel für Antonelli: «Es ist durch.» Und der Italiener lobte: «Er macht das großartig und verdient es, die WM zu gewinnen.»
Antonelli geht Risiken ein, aber keine dummen
Steiner, früher jahrelang Formel-1-Teamchef bei Haas, inzwischen Mitbesitzer des MotoGP-Teams Tech3 und gleichzeitig TV-Experte bei RTL: «Er ist selbstbewusst mit dem Vorsprung, den er hat.» Der liegt inzwischen bei 81 Punkten auf George Russell und 101 auf Lewis Hamilton. «Er geht Risiken ein, aber keine dummen Risiken. Die erste Runde, das hätte er nicht machen müssen, das Risiko hätte er nicht eingehen müssen. Das war unnötig. Als Zweiter kriegt er auch Punkte.»
Gemeint sind die Szenen beim Rennstart in Madrid: Direkt nach Beginn des Spanien-GP lieferte sich Kimi Antonelli ein enges Duell mit Lando Norris im McLaren, der von der Pole gestartet war. Antonelli wich schließlich aus, schnitt die zweite Kurve und lag vorne. Er ließ Norris dann wieder vorbei, um eine Strafe zu vermeiden. In der nächsten Kurvenkombination wurde es dann wieder richtig eng, in Kurve 5 drängte er Norris ab, gleiches Spiel noch mal! Aggressive Herangehensweise für Antonelli, der so gleich zweimal von der Strecke rumpelte. Antonelli dann Dritter, schließlich wieder Zweiter, nachdem Max Verstappen (Red Bull Racing) Lewis Hamilton (Ferrari) durchlassen musste und Antonelli mit durchschlüpfen konnte. Gerade noch mal gutgegangen also.
Antonelli hat gerade alles Glück der Welt
Steiner: «Er hat gerade alles Glück der Welt. Ihm fällt gerade alles in den Schoß. Auch mit dem VSC. Wer war der Glückliche? Er!» Kimi Antonelli profitierte von einem Virtuellen Safety-Car in Runde 15. Der Italiener hatte clever verlangsamt, damit er pünktlich zum absehbaren VSC an der Boxengasseneinfahrt sein würde. So kostete ihn der Reifenwechsel weniger Zeit. Lando Norris, zu diesem Zeitpunkt Führender im Rennen, war schon am Eingang vorbei, als die VSC-Phase begann, konnte seine Reifen nicht unter Zeitersparnis wechseln und fiel zurück. Das Virtuelle Safety-Car verhalf Antonelli also zum Sieg.
Steiner merkt aber an: «Sobald es anfängt, ihn zu beißen, dann wird er sich sagen, wow. Und es wird sich ändern.» Also, wenn Antonelli irgendwann nicht mehr alles Glück der Welt hat, sondern es auch mal gegen ihn läuft. «Und er wird sich dann vielleicht sagen: Das ist doch nicht so leicht, wie es aussieht. Ich bin gut, aber ich hatte auch viel Glück.» Derzeit kommt beim jungen Italiener aber eben alles zusammen.
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