Karolina Danak: Über Turnen und Pferd auf das Motorrad und in die WorldWCR
In der dritten Saison der WorldWCR gibt es weiterhin große Unterschiede in der fahrerischen Qualität der Teilnehmerinnen. Am Beispiel von Karolina Danak wird deutlich, warum das so ist.
Bis auf wenige Ausnahmen dominierten in der WorldWCR 2026 Pilotinnen aus Spanien – so wie bereits 2024 und 2025. Vereinzelt mischten die Engländerin Chloe Jones, die Italienerin Roberta Ponziani, die Thailänderin Muklada Sarapuech und – bis zu ihrem schweren Sturz – die Französin Lucie Boudesseul auf vorderen Positionen mit. Insgesamt wurden die Podestplätze jedoch überwiegend von Maria Herrera, Beatriz Neila und Paolo Ramos in Beschlag genommen.
Was die genannten Fahrerinnen gemeinsam haben: sie alle haben viele Jahre Erfahrung, insbesondere eben die flotten Spanierinnen.
Es liegt in der Natur der Sache, dass das Niveau der Teilnehmerinnen mit weniger Praxis geringer ist. Dennoch ist es erstaunlich, wie schnell sich manche von ihnen eine respektable Performance angeeignet haben. Zum Beispiel Karolina Danak, die ihre Rennsport-Karriere erst vor drei Jahren startete.
«Als junges Mädchen habe ich an Turnwettkämpfen teilgenommen, und mit etwa 12 Jahren begann ich dann mit dem Reitsport», verriet die Polin. «Meine Schwester trainierte mich; mein Pferd war voller Energie und – genau wie ich – noch unerfahren im Turniersport. Wir sind bei nationalen Wettbewerben angetreten, unter anderem bei den polnischen Meisterschaften. Als ich mit dem Springreiten aufhörte, wusste ich, dass ich weiterhin an Wettkämpfen teilnehmen wollte – so ein Mensch bin ich einfach. Mein Vater fuhr Motorrad und schenkte mir 2023 einen Roller. Bald darauf sagte ich ihm, dass ich es gerne einmal mit einem „richtigen“ Motorrad versuchen würde – und kaum saß ich darauf – zunächst auf kleineren Maschinen –, war es um mich geschehen. Ich wollte Rennen fahren und ich wollte gewinnen.»
In Polen gibt es keine stark ausgeprägte Rennsportkultur, was den Einstieg für die erst 18-Jährige schwieriger gestaltete. Danak hatte aber die finanziellen Möglichkeiten, regelmäßig nach Spanien zu reisen.
«2024 nahm ich an einem Rennen der polnischen Meisterschaft teil, stürzte jedoch und verletzte mich. Es folgte eine etwa sechsmonatige Pause, bevor ich Ende des Jahres wieder mit dem Training begann. Von da an widmete ich mich voll und ganz dem Motorradfahren und meinem Training. 2025 war dann meine erste komplette Saison», erzählte die Teenagerin. «Ich fuhr in der spanischen Meisterschaft, wo ich als ‹Rookie of the Year› ausgezeichnet wurde, und trat zudem in der ‹Coppa España 600› an, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Ich konnte auch Rennen in der Damenwertung gewinnen und habe rasch dazugelernt. Ich versuche immer, bei allem, was ich tue, 100 Prozent zu geben – aber dass ich so schnell in der WorldWCR landen würde, hätte ich nicht erwartet.»
Danak nahm als Rookie jedoch nur an vier der sechs Events der WorldWCR teil, beendete ihre erste WM-Saison jedoch mit 29 Punkten auf dem 14. Rang.
«Wir haben nicht viel Zeit, um die Rennstrecken kennenzulernen. Assen und Balaton waren mir völlig unbekannt, und im Qualifying lief es nicht ganz so gut, wie ich gehofft hatte. Aber das ist in Ordnung; es ist mein erstes Jahr hier, und mir war klar, dass es kein leichter Weg werden würde», betonte die Polin. «Das Niveau ist sehr hoch – die Fahrerinnen sind extrem schnell und bestens vorbereitet. Dass das Niveau so hoch ist, freut mich sogar, denn so lerne ich umso mehr. Dieses Jahr lag der Fokus darauf, zu lernen und Erfahrungen zu sammeln – nächstes Jahr werden wir definitiv stärker sein. Ich bin überzeugt, dass ich in der Spitzengruppe mitmischen kann.»
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