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Drastischer Sainz-Vorschlag: Drei Plätze Strafe für Verstappen-Crash?

Carlos Sainz fordert: Wer im Qualifying spät verunfallt, sollte eine Startplatzstrafe bekommen. Der Williams-Fahrer deutet an: Viele Fahrer provozieren Flaggen, um ihre Startposition zu sichern.

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Williams-Pilot Carlos Sainz kommt eine Woche nach der kontroversen Russell-Pole von Spielberg mit einer ungewöhnlichen Idee um die Ecke. Sein Vorschlag: Verunfallt ein Fahrer im Qualifying und hindert damit andere an einer Verbesserung ihrer Zeiten, soll er eine Startplatzstrafe bekommen. Denn der Spanier deutet an: So etwas machen die Fahrer häufiger als viele glauben.

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Rückblick auf die Qualifikation auf dem Red Bull Ring: Ferrari legte starke Rundenzeiten hin, Max Verstappen (Red Bull Racing) auch. Charles Leclerc war kurz vor Ende der Session Erster, dahinter Lewis Hamilton. Max Verstappen flog dann kurz vor Ende der Q3-Session ab, konnte sich entsprechend nicht mehr verbessern – sorgte aber für eine gelbe Flagge. Mercedes-Pilot George Russell konnte aber trotzdem seine Runde beenden und sicherte sich die Pole-Position. Es war nämlich nur einfaches Gelb, nicht doppelt, wie Russell-Kollege Kimi Antonelli dachte, der seine Runde abbrach. Nur Platz 4 für den WM-Leader. Sich selbst bescherte Verstappen mit dem Unfall nur Platz 5. Von Absicht sprach in diesem Szenario bei Verstappen niemand. Dennoch entbrannte eine Grundsatzdiskussion.

Nach dem Spielberg-Qualifying wurde viel diskutiert: Hätte Russell vom Gas gehen müssen? Sollten striktere Regeln gelten? Wurden andere Fahrer nicht durch den Unfall benachteiligt? Erinnerungen an kontroverse Quali-Crashes wie das «Parken» von Michael Schumacher in der Rascasse (Monaco 2006) kamen hoch.

Sainz: Russell hat alles richtig gemacht

Williams-Pilot Carlos Sainz äußert sich nun zu dem Thema, erklärt zunächst: «Für mich steht zumindest fest, dass diese Situation eine doppelte gelbe oder eine rote Flagge hätte auslösen müssen. Die Art und Weise, wie George damit umgegangen ist, war meiner Meinung nach perfekt im Rahmen dessen, was das Regelwerk zulässt. Er hat sich diese Pole-Position verdient, weil er die Regeln perfekt ausgenutzt hat.» Nur einfach gelbe Flagge – er durfte seine Runde entsprechend beenden.

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Sainz merkt aber an: «Aber man hätte ihm niemals erlauben dürfen, diese Runde zu beenden oder in einer derart gefährlichen Situation eine Runde abzuschließen. Wenn Max im ersten Lauf auf Pole gestanden hätte und er diesen Unfall verursacht hätte, dann wären alle unter roter Flagge gefahren und niemand hätte seine Rundenzeit verbessern können. Ich denke, das wäre unfair gegenüber George, Kimi und allen anderen gewesen, denn der Fahrer auf Pole hätte uns daran gehindert, unsere Rundenzeit zu verbessern.» Eine Rascasse-Situation also.

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Sainz behauptet: Mit einem Crash die Quali zu den eigenen Gunsten zu beenden – die Gedanken kommen einem als Fahrer durchaus. Aha? Sainz erinnert sich an Baku letztes Jahr, als er zwischenzeitlich die schnellste Rundenzeit im Q3 gesetzt hatte, weil Max Verstappen noch keine Zeit gesetzt hatte.

«Wir alle haben diese Gedanken»

Sainz: «Ich hätte es letztes Jahr in Baku machen können, als ich auf zwischenzeitlicher Pole stand und als erstes Auto auf der Strecke ging. Ich habe mir gesagt: Wenn ich jetzt verunfalle, dann bin ich auf Pole. Wir alle haben diese Gedanken. Wir alle wissen, wie die Regeln sind.» Und er deutet an: «Ich habe so viele Fälle gesehen, wo Leute in Q1, Q2 und Q3 gelbe Flaggen auslösen auf Strecken wie Monaco oder Baku. Es ist für die Stewards unmöglich zu erkennen, wie es funktioniert, außer man ist ehemaliger F1-Fahrer. Deshalb muss da meiner Meinung nach eine Lösung gefunden werden.»

Sainz schlägt vor: Startplatz-Strafe

Daher schlägt Sainz vor: «Ich finde, dass jeder, der im Qualifying eine gelbe oder rote Flagge verursacht, drei Startplätze zurückversetzt werden sollte. So wird man zumindest dafür bestraft und davon abgehalten, mit Vollgas in etwas hineinzufahren – was bei Max nicht der Fall war, da er zu diesem Zeitpunkt, glaube ich, auf Platz 3 lag. Er ist aufgrund eines Defekts am Heckflügel verunfallt oder so etwas in der Art. Aber ich denke, wir sollten dafür eine Lösung finden, und das ist meine einzige Idee – dass man eine Strafe erhalten sollte, wenn man eine gelbe oder rote Flagge verursacht. Man verschafft sich eine Position, indem man andere daran hindert, eine bessere Leistung zu erbringen als man selbst. Auch wenn es unbeabsichtigt ist.»

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Der Spanier ist in der Fahrervertretung GPDA aktiv, betont aber, dass das eine persönliche Idee ist und noch nicht in der GPDA diskutiert worden sei. Er wolle das Thema aber vermutlich dort einbringen.

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