Hamilton (Ferrari), knallhartes Leclerc-Duell, Reifen-Knatsch: «Verheerend»
Keine Ferrari-Festspiele beim Grossen Preis von Italien in Monza: Übler Crash von Charles Leclerc, Lewis Hamilton blasser Sechster. Hat Ferrari die Rennstrategie des Engländers erneut verpatzt?
Ferrari erzeugte in diesem spektakulären Italien-GP ganz starke Emotionen, aber Siegergefühle waren nicht dabei. Zunächst ein knallhartes Duell zwischen Charles Leclerc und Lewis Hamilton in Kurve 1, der Brite sogar im Kiesbett, die Regelhüter der FIA ermittelten.
Aber jede Strafe löste sich in Luft auf, also Leclerc in der Parabolica von der Bahn flog und von Glück reden kann, dass er abgesehen wohl von Prellungen unversehrt geblieben ist. Sein Ferrari ist Schrott, der WM-Lauf musste mit der roten Flagge unterbrochen werden.
Im weiteren Verlauf des Rennens zeigte Lewis Hamilton einige atemberaubende Duelle mit McLaren-Fahrer Oscar Piastri, doch am Ende sprang für den fünffachen Monza-Sieger nur der sechste Platz heraus.
Das ist, bei allem Respekt, einfach zu wenig für Ferrari, zu wenig in Monza, zu wenig für einen Fahrer der Extraklasse von Hamilton.
Und einmal mehr rückt die Rennstrategie von Ferrari in den Fokus. Denn in der virtuellen Safety Car-Phase (der Aston Martin von Lance Stroll musste zur Seite geschoben werden) verzichtete Ferrari darauf, Lewis Hamilton frische Reifen zu schenken.
Bei einem Reifenwechsel unter VSC werden gut zehn Sekunden gespart, gemessen an einem Stopp unter Grün, zudem hat der betreffende Pilot dann den Vorteil frischer Reifen. Wie viel die Wert waren, zeigte Kimi Antonelli, der damit George Russell gnadenlos ein- und dann überholte.
Hamilton wurde zum Schluss von beiden McLaren-Fahrern überholt, Platz 6 ist so mittelmässig wie Anfang Mai in Miami und davor in Japan. Der siebenfache Weltmeister ist bei jedem Grand Prix in die Top-Ten gefahren, aber bei keinem GP weiter hinten.
In der Schlussphase des Rennens meldete sich Lewis damit zu Wort, was von aussen leicht zu sehen war: «Diese Reifen sind fürchterlich.»
Später meinte der 106-fache GP-Sieger: «Ich weiss nicht, was ich heute arg viel besser hätte machen können, ich habe mich wirklich voll reingehängt.»
«Ich hatte mich dafür stark gemacht, dass wir mit den harten Reifen fahren, aber das Team war der Ansicht, dass wir es mit dem mittelharten versuchen sollten. Sie meinten, dass wir damit strategisch mehr Möglichkeiten haben würden.»
«Dann spielte bei der Wahl der weicheren Mischung natürlich auch eine Rolle, dass wir Plätze gutmachen mussten. Dann haben wir in der VSC-Phase nicht angehalten, und die Reifen waren einfach zu sehr zerschlissen. Ich schätze, wären wir auf den harten Walzen losgefahren, hätten wir gegen vorne mehr Druck machen können.»
«Alles in allem verheerend, ziemlich schwer zu schlucken. Ich verlor heute viele Punkte und konnte die Fahrer mit Mercedes-Motoren nicht hinter mir halten. Mit den anderen Reifen hätte ich meine Haut vielleicht ein wenig teurer verkaufen können, aber letztlich hätten sich mich wohl doch geschnappt, weil sie einfach schneller waren.»
Zum heissen Duell mit Leclerc am Anfang des Rennen meint Lewis: «Nun, ich fiel deswegen auf Platz 10 zurück, viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»
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