Warum sich MotoGP-Veteran Zarco (Honda) über die fleißigen Japaner wundert
Ausgerechnet bei wichtigen Heimrennen für Honda fehlt Werksfahrer Joan Mir. Umso mehr ruhen die Hoffnungen auf Altmeister Johann Zarco, der sich auch nach einem Bergtraining immer besser fühlt.
Nach dem verheerenden Crash in Barcelona, bei dem sich Honda-LCR-Ass Johann Zarco das linke Knie zertrümmert hatte, galt der Franzose für nicht wenige als abgeschrieben. Doch statt dem Karriereende verkündeten Athleten und Team ein engagiertes Comeback, das auch deshalb überraschend früh beim Aragon-GP stattfand, weil die zunächst unverzichtbar erscheinende Knietransplantation nicht durchgeführt wurde.
Zarco bestätigte in Japan, dass ein Eingriff auch vorerst nicht geplant ist. «Die Situation mit meinem Knie ist die, dass wir erst einmal keine OP brauchen. Wenn ich meine Karriere beendet habe, dann schon. Mein Meniskus hat sich verschoben – im Sinne meiner Altersvorsorge gehört das irgendwann gerichtet», so Zarco.
Ab in die Berge!
Wo der Franzose gerade im Thema war: «Ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden bin, wie sich die Rehabilitation entwickelt hat. Zwar musste ich mein Trainingsprogramm umstellen – ich habe viel Paddle gespielt, jetzt gehe ich mehr ins Gym –, aber insgesamt behindert mich die Verletzung auf dem Motorrad nicht. Letzte Woche war ich noch in den Bergen auf einer Hiking-Tour – das hat dem Knie auch sehr gutgetan. Ich kann jetzt auch wieder kurze Strecken richtig rennen.»
Dass der älteste Pilot der Königsklasse in guter Verfassung ist, belegen auch die Resultate seit seinem Comeback im MotorLand Aragon. Die sind nach monatelanger Pause nichts anderes als beeindruckend: In fünf der sechs Rennen nahm Zarco Punkte mit, in Aragon trotz Long Lap. Während Luca Marini beim Österreich-GP hinter Ersatzmann Nakagami als 14. einlief, war Zarco als Zehnter wieder einmal bester Honda-Pilot.
Neuer Asphalt in Motegi – aber warum nur?
Entsprechend schauen im Honda-Land viele auf den Franzosen, auch weil Motegi-Spezialist Mir – letztes Jahr erbeutete der Mallorquiner Platz 3 im GP – krankheitsbedingt fehlt und nun durch Superbiker Chantra vertreten wird. Zarco hingegen schaute eher verwundert auf den frischen Asphalt des Mobility Resort Motegi: «Das ist eine Überraschung. Um ehrlich zu sein, mir ist das nicht ganz klar, denn der Belag in Motegi war letztes Jahr noch in richtig gutem Zustand.»
Zarco weiter: «Immerhin hat Taka (Nakagami) darauf bereits auch mit der 1000er-Honda getestet. Somit haben wir schon wichtige Informationen – denn mit dem neuen Asphalt wird wohl auch eine härtere Reifenmischung zum Einsatz kommen.» Mit Zarco, Moreira, Marini, Chantra und Wildcard-Pilot Nakagami stellt Honda in Motegi die größte MotoGP-Fraktion.
Vor dem FP1 verkündete Honda außerdem die erneuerte Partnerschaft mit Red Bull – und das History-Design zum 60-jährigen Einsatz in der Königsklasse wurde enthüllt. Die Bemühungen, die Honda daransetzt, um zurück an die Spitze der MotoGP zu gelangen, sind nicht zu übersehen.
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