Bezzechi traf eine mutige, aber falsche Entscheidung: Platz 6 im Sprint
Marco Bezzecchi erlebte einen Sprint-Samstag ohne Glücksgefühl. Erst verpasste der WM-Dritte Startreihe 1, dann musste sich der Aprilia-Werksfahrer im Sprint auch noch hinter Rookie Moreira anstellen.
Die Ausgangslage war gut, aber nicht perfekt: Marco Bezzecchi hatte im zweiten Qualifying Startplatz 4 herausgefahren. Was auch deshalb bemerkenswert war, als dass der Italiener noch am Tag zuvor, ebenfalls mit weichen Reifen, deutlich schneller als Jorge Martin war, der auf der zweiten schwarzen Aprilia nun von der Pole davonschoss.
Auch Marco Bezzecchi startete sehr gut in die 12-Runden-Distanz, die Nummer 72 bog noch vor Rivale Acosta in die Kurve 1 ab. Doch das war es dann schon mit dem Angriff. Die weiteren 11 Runden wurden statt zu einer Offensive zu einer Verteidigungsschlacht. Bezzecchis Plan, nach kurzer Anlaufphase die Stärken des nur von ihm gewählten Medium-Reifens auszuspielen, scheiterte auf dem neuen Asphalt.
Nach KTM-Mann Bastianini musste «Bez» auch noch den von P11 losgefahrenen Ai Ogura, ebenfalls auf Aprilia, und MotoGP-Neuling Moreira passieren lassen. Vor der Flagge rückte auch noch LCR-Routinier Zarco nah, doch es gelang, Position 6 zu verteidigen. Rund sieben Sekunden Rückstand auf Sieger Marc Marquez bedeuteten eine Schlappe im Wettstreit um die MotoGP-Krone. Der Rückstand auf Marquez wuchs auf 38 Punkte; zum «Martinator» in der Nachbarbox fehlen nun 45 Punkte.
Der Racer aus Rimini bemühte sich um eine nüchterne Sicht und erklärte die Vorgehensweise: «Ich hatte in der Session am Morgen den Medium-Reifen gefahren und war damit sehr gut unterwegs. Dazu kamen Sorgen, dass die weiche Mischung sich womöglich zu stark aufheizt. Wir haben es diskutiert und ich habe mich dann für Medium entschieden – nicht, um anzugreifen, sondern weil ich wusste, dass ich damit konstant gut fahren kann.»
Bezzecchi weiter: «Und so war es auch. Nach den ersten zwei Runden, in denen ich kämpfen musste, war die Performance da – nur eben zu langsam. Das Gefühl war da, aber die Pace nicht. Ich habe auf eine Runde fast eine Sekunde verloren. Auf dem Papier war es die richtige Entscheidung, aber natürlich sagt das Resultat etwas anderes.»
Zugleich sagte der die WM lange anführende Bezzecchi: «Positiv ist sicher, dass wir jetzt mehr Sicherheit mit dem Medium-Reifen haben. Für das GP-Rennen werden viele an diesen Reifen denken. Ich will nicht sagen, dass ich damit jetzt einen Riesenvorteil habe, aber wir haben mehr Erfahrung.»
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