Euro Moto Superbike
Geiger unterschreibt Yamaha-Superbike-Vertrag für die Euro Moto 2027/28
Mit der Triple M Ducati hatte Lukas Tulovic die letzten vier Rennen der Euro Moto Superbike gewonnen. Laut Reglement müsste nun die Reduzierung der Drehzahl folgen. Geht aber nicht.
Ab kommendem Freitag geht es mit der Euro Moto im niederländischen Assen weiter. Ob der Gesamtführende Lukas Tulovic am Sonntag am Start der beiden Rennen stehen wird, ist noch unklar. «Wir habe das Problem noch nicht gelöst», erklärte Teambesitzer Matthias Moser einen Tag vor dem Start in das Euro Moto-Wochenende. Das Team und sein Fahrer haben sich dennoch auf den Weg nach Holland gemacht.
Seit diesem Jahr gibt es in der Euro Moto Superbike nicht nur die Concession-Parts, die je nach Leistung zu- oder aberkannt werden. Zusätzlich musste zu Beginn der Saison 2026 jedes Superbike mit einem selbst zu zahlenden Daten-Logger versehen werden, der zur Aufzeichnung von Daten genutzt wird, die vom technischen Komitee der Euro Moto alle zwei Veranstaltungen oder nach jeweils vier im Trockenen gefahrenen Rennen, ausgewertet und anschließend zur Reduzierung bei einer sogenannten Überperformance herangezogen werden. Dabei zählt nur der schnellste Fahrer eines Herstellers.
«Wir wussten, dass nach Oschersleben was kommt», erklärt Moser, «die Höhe der Drehzahlreduzierung erfuhren wir erst eine Woche vor dem ersten freien Training in Assen. Also vor einer Woche.» Nach Tagen hektischen Rumtelefonierens, um in der Ferienzeit bei Ducati einen Verantwortlichen an die Strippe zu kriegen, weiß man inzwischen mehr. «Wir waren und sind nicht in der Lage die Drehzahl um 500 Umdrehungen zu begrenzen», lautet der Stand der Dinge.
«Es handelt sich bei der Ducati V4R um ein Seriensteuergerät, welches von Continental programmiert wurde. Wir waren als Team ja auch an der Entwicklung beteilligt», erläutert Moser die Problematik. «Und nur die können das umprogrammieren. Das kostet erstens viel Geld und zweitens viel Zeit. Ducati will und kann das nicht leisten.» Auch mit dem Promoter der Euro Moto gab es reichlich Gespräche. Dieser schiebt die Verantwortung allerdings in Richtung des technischen Komitees, welches über die Umsetzung der Regularien entscheidet. «Mit unserer Vorjahres-Elektronik von Magneti Marelli wäre das mit der Reduzierung der Drehzahl überhaupt kein Problem gewesen», versichert Moser. «Aber mit der Serien-Elektronik eben nicht.»
Jetzt hat man sich mit dem Euro Moto-Promoter auf einen seltsam anmutenden Kompromiss geeinigt. Die beiden Ducati-Fahrer Lukas Tulovic und Lorenzo Zanetti, der bei der Bewertung der vermeintlichen Überperformance zwar nicht gewertet wird, die Reduzierung aber trotzdem mit ausbaden muss, haben nun die Aufgabe, in Assen mit einem Auge auf dem Drehzahlmesser ihre Runden zu drehen. Und dabei nicht über 15.600 zu drehen.
Die Fragen werden dadurch nicht weniger. «Wie sieht da die Toleranz aus», fragt sich Moser. «Einmal drüber und schon ist man disqualifiziert? Ich kenne da keine Richtlinien, was ist dabei noch akzeptabel und was nicht? Und wie ist das beim Runterschalten? Das kann der Fahrer nicht kontrollieren und die Elektronik spielt da nicht mit. Wie ist der Modus Operandi? Und ist das überhaupt justiziabel? Denn diese Regel ist nirgendwo schriftlich fixiert, damit kann uns jeder Gegner nach Belieben rausprotestieren.» Moser hatte schon seit längerem auf die bestehende Problematik hingewiesen. Die Höhe der Drehzahlbegrenzung wurde erst sechs Tage vor der nächsten Veranstaltung verkündet und dagegen hat Moser nun Widerspruch eingelegt.
«Diese Reduzierung und die damit verbundenen Kosten widersprechen dem aktuellen Reglement», erklärt er seine Position. «Denn die damit verbundenen Kosten würden den Deckel von 8000 Euro in Sachen Elektronik weit überschreiten. Die Ducati V4R ist genauso von der FIM und auch der Euro Moto homologiert. Nach Rücksprache mit Ducati Corse wird auch seitens des Herstellers gerne eine schriftliche Bestätigung erstellt, in der klar wird, dass eine Reduzierung des Drehzahlbegrenzers nur mit immensen Kosten möglich ist und Ducati das nicht leisten wird.»
Somit geht die Zitterpartie für Lukas Tulovic am Freitag in Assen weiter. «Wir fahren die ersten beiden freien Trainings», beschreibt Moser den Assen-Plan. «Danach sehen wir, wie es funktioniert und wie sich die Drehzahlbegrenzung umsetzen lässt. Wenn das nicht klappt, fahren wir die Rennen nicht.» Womit am Horizont allerdings schon das nächste Problem auftritt. Was passiert dann nämlich bei der nächsten Veranstaltung am Nürburgring? Denn das technische Komitee tagt laut Reglement nach allen vier trockenen Rennen. Somit zieht sich das Problem bis nach dem Nürburgring-Wochenende. Falls es in Assen am Sonntag bei einem Rennen regnen sollte oder gar bei beiden, habe wir eine Fortsetzung bis zum Finale in Hockenheim.
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