Euro Moto Superbike
IDM Yamaha-Team 2027 ohne Ten Kate, Twan Smits wechselt in die Superbike-WM
Als Technischer Direktor will Michael Galinski die IDM ab 2027 bezahlbarer machen. Exklusiv erklärt er seine Pläne für klare Regeln und eine engere Anbindung der kleinen Klassen an die WM.
Im Exklusivgespräch mit SPEEDWEEK.com machte Galinski deutlich, dass ihn auch die persönliche Verbundenheit zur IDM zu dieser Aufgabe bewegt. Die Entwicklung der vergangenen Monate hatte ihn beschäftigt.
«Ich komme aus der IDM und bin einer, der am längsten dabei war. Ich war immer mit Liebe dabei. In diesem Jahr ließ die Beteiligung immer weiter nach, und das hat mich traurig gemacht. Ich war in Oschersleben vor Ort und bekam die Unzufriedenheit der Beteiligten mit. Es wurde über die Regeln geschimpft, die nicht klar genug definiert waren. Ich hörte von vielen Teams, dass es nicht mehr ihre IDM ist. Die ständigen Regeländerungen waren ein Kritikpunkt», berichtete Galinski.
Seine Eindrücke beschränkten sich nicht auf einzelne Stimmen im Fahrerlager. Auch im Austausch mit langjährigen Verantwortlichen anderer Teams begegnete ihm die Sorge um die Meisterschaft. «Ich traf mich mit Werner Daemen und mit Jens Holzhauer – alle wirkten unzufrieden mit der Situation. Auch der Name Euro Moto war für mich befremdlich. Ich kann nachvollziehen, was damit bezweckt wurde. Der Grundgedanke war positiv. Es sollte eine Europameisterschaft entstehen, doch das funktionierte nicht. In Europa kennt fast jeder die IDM, aber kaum jemand kann mit dem Begriff Euro Moto etwas anfangen. Der neue Name hat sich nicht etabliert», hielt er fest.
Mit dem ADAC als Promoter sieht Galinski nun eine belastbare Perspektive. Dessen Konzept setzt auf Nachwuchsförderung und einen Entwicklungsweg durch die verschiedenen Klassen. Sportbike und Supersport sollen jungen Fahrern den Aufstieg ermöglichen, die Superbike-Kategorie bleibt die Spitze der Meisterschaft.
«Es gab einen Punkt, an dem offen war, ob die Serie überhaupt eine Zukunft hat. Mit dem ADAC hat man einen starken Partner gefunden. Die IDM kann sich glücklich schätzen. Die Philosophie ist, dass der Nachwuchs in den kleinen Klassen gefördert wird und so die Klassen darüber aufgefüllt werden. Dieses Konzept hat mir sehr gut gefallen», erklärte Galinski.
Dass Udo Mark eine zentrale Rolle übernimmt, bestärkte ihn darin, selbst mitzuarbeiten. Beide kennen sich seit vielen Jahren. «Ich kenne Udo Mark ewig. Er war bereits in der IDM und hatte gute Ideen. Doch der DMSB war damals nicht einverstanden. Für uns als Teams war es allerdings super. Als ich hörte, dass Udo bei der neuen IDM involviert ist, habe ich mich mit ihm ausgetauscht, und so entstand alles», schilderte der künftige Technische Direktor.
Für seinen eigenen Aufgabenbereich formuliert Galinski eine klare Richtung. Die technische Freiheit soll nicht weiter wachsen. Stattdessen will er prüfen, welcher Aufwand für eine nationale Meisterschaft sinnvoll und finanzierbar ist. «Meine Aufgabe als Technischer Direktor wird sein, das Reglement zu formen und die Technik zu überprüfen. Mein Ziel ist es, abzurüsten und auf keinen Fall weiter aufzurüsten. Es gibt Motorräder in der Euro Moto, mit denen man fast in der WM fahren könnte. Was da freigegeben wurde, ist enorm. Ich frage mich, wofür. Die Kosten sind extrem gestiegen. Das muss sich ändern», betonte Galinski.
Für die Klassen Sportbike und Supersport strebt er zugleich eine engere Orientierung an den internationalen Vorschriften an. Kompatible technische Regeln könnten den Aufwand für Gaststarts reduzieren und den Austausch zwischen IDM und WM erleichtern. Noch handelt es sich dabei um die Zielsetzung für das neue Reglement.
«Die kleinen Klassen würde ich gern an das WM-Reglement angliedern. Für die Teams ist es dann preislich überschaubar, und es sind Gaststarts von WM-Fahrern in der IDM und umgekehrt möglich. Wir stehen in engem Austausch. Die FIM ist daran interessiert, dass man eng zusammenarbeitet», erläuterte Galinski.
Damit verbindet die neue Führung zwei wichtige Anliegen: Die IDM soll für ihre bestehenden Teilnehmer bezahlbar bleiben und gleichzeitig als Sprungbrett in den internationalen Rennsport funktionieren. Klare, nachvollziehbare und beständige Vorschriften sollen den Teams mehr Planungssicherheit geben. Pirelli bleibt exklusiver Reifenpartner der drei Prädikatsklassen.
Auch abseits der Technik plant der ADAC Veränderungen. Mittelfristig sollen zusätzliche Aktivitäten im Fahrerlager die Nähe zu den Fans stärken und die Veranstaltungen für Familien attraktiver machen. Der vorläufige Kalender umfasst sieben Rennwochenenden zwischen Mai und September in Oschersleben, Brünn, Most, auf dem Lausitzring, in Assen, auf dem Nürburgring und in Hockenheim.
Für Galinski beginnt der Neustart mit der Zusammenarbeit im Fahrerlager. «Ich freue mich auf die IDM und hoffe, dass einige Teams dazukommen und wir mit den etablierten Teams einen Konsens finden. Die IDM ist eine tolle Meisterschaft», unterstrich er.
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