Ivan Ortola (2.) zu Moto2-Chaos: «Für mich ist es perfekt gelaufen»
Ivan Ortola beendete das Moto2-Rennen in Silverstone auf Platz 2. Auch er profitierte vom Fehler von Manuel Gonzalez. Was er zu seinen Titelchancen sagt und weshalb er 2027 beim MSi-Team bleibt.
In seiner zweiten Moto2-Saison kam Ivan Ortola richtig in Schwung. Auch der Wechsel seines MSi-Teams von Boscoscuro auf Kalex hat dem Spanier dabei geholfen, einen Schritt nach vorn zu machen. Nach seinem ersten Saisonpodium in Le Mans folgte in Brünn sein erster Moto2-Sieg. Nach Platz 5 in Assen stand Ortola auch auf dem Sachsenring ganz oben auf dem Podest.
In Silverstone konnte Ortola sein Punktekonto erneut aufbessern. Im Qualifying stellte er seine Kalex auf Startplatz 3. Im Rennen über 17 Runden kämpfte er bis zum Zielstrich um den Sieg. Auch er profitierte vom Fehler des WM-Leaders Manuel Gonzalez. Zurn Erinnerung: Am Ende der vorletzten Runde glaubte der Intact-Pilot, dass das Rennen zu Ende war. Gonzalez feierte sich bereits als Sieger und ging etwas vom Gas – Holgado krachte ihm ins Heck, worauf der Auspuff an der Kalex des Spaniers verbogen war.
Ortola lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang 4 und wurde durch den Fehler seines Rivalen auf Position 3 nach vorn gespült. Nachdem er in der letzten Runde Daniel Holgado (Aspar) überholte, machte er Jagd auf den in Führung liegenden Filip Salac (American Racing). Doch der Tscheche war nicht zu schlagen, Ortola überquerte die Ziellinie mir drei Zehntelsekunden Rückstand auf Platz 2.
Somit hat Ivan Ortola in den letzten vier Rennen drei Podestplätze geholt. Mit seinen starken Leistungen ist Ortola 2026 auch ein Anwärter auf den WM-Titel. In der Gesamtwertung belegt er derzeit mit 64 Punkten Rückstand Rang 4. «Alles ist möglich, aber ich will nicht an die Meisterschaft denken, weil es mir Druck macht», stellte er klar. «Ich möchte aber keinen Druck, sondern Spaß haben – um in jedem Rennen mein Bestes zu geben.»
Ivan Ortola über Fehler von Gonzalez: «Es war verrückt!»
Wie hat Ortola die Situation mit Manuel Gonzalez erlebt? «Ich lag hinter ihm. Es war verrückt. Aber auf der Strecke konnte ich nirgends sehen, wie viele Runden es noch zu fahren waren. Also musste ich auf meine Boxentafel schauen», beschrieb der 22-Jährige die Situation. «Ich sah dann, dass Holgado Manu getroffen hat. Der Auspuff an seinem Bike war danach kaputt. Ich konnte dort überholen und Positionen gut machen. Mit dem Windschatten war es generell schwierig, andere Fahrer zu überholen – ich musste viel riskieren und sehr hart bremsen. Ich musste auch auf die Fehler der anderen warten, um zu überholen. Für mich ist es perfekt gelaufen.» Ortola profitierte somit vom Fehler von Gonzalez und der chaotischen Situation direkt danach.
In den letzten Kurven war es dann ein enger Kampf um den Sieg, den Filip Salac für sich entscheiden konnte. Mit dem Ergebnis ist Ortola dennoch sehr happy. «Der zweite Platz ist für mich wie ein Sieg. Ich hatte jetzt einige Rennen, in denen ich sehr konstant war – das Ziel von mir ist es, dies bis zum Ende der Saison beizubehalten.»
Ivan Ortola hatte für 2027 einige Angebote von anderen Moto2-Teams auf dem Tisch. Er entschied sich dazu, bei MSi zu bleiben. Was waren die Gründe dafür? «Am Ende habe ich meine beste Option für die Zukunft gewählt. Ich denke, dass noch viele schöne Dinge kommen werden – ich bin sehr glücklich, Teil dieses Projekts zu sein», so Ortola.
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