Doppelausfall: Starker Auftritt der Intact-Fahrer endete im Kiesbett
Das deutsche Intact-Team erlebte in Spielberg einen enttäuschenden Sonntag. Im Moto3-Rennen stürzten David Almansa und David Munoz – beide lagen in aussichtsreicher Position auf eine Top-Platzierung.
David Almansa startete von Position 2 ins Moto3-Rennen in Spielberg. Am Ausgang von Kurve 1 konnte er Polesetter Brian Uriarte (KTM Ajo) außen überholen und in Führung gehen. Weil er aber bei dem Manöver die Track-Limits überfahren hatte, musste er sich um eine Position zurückfallen lassen. Wenig später ging er erneut in Führung – der Intact-Pilot gab an der Spitze den Ton an. Er fuhr die schnellste Rennrunde, hinter ihm hatte sich WM-Leader Maximo Quiles von Startposition 4 auf Platz 2 vorgearbeitet. In Runde 7 folgte das Desaster für Almansa: In der Schikane rutschte ihm das Vorderrad weg, sein Rennen war zu Ende.
«Ehrlich gesagt weiß ich im Moment noch nicht genau, was bei dem Sturz passiert ist, denn wir haben in den Daten gesehen, dass ich ein wenig mit dem Gas gespielt habe. Aber warum das Vorderrad genau an dieser Stelle eingeklappt ist, ist etwas seltsam», grübelte Almansa. «Aber wir werden daraus lernen. Ich entschuldige mich beim Team, denn ich habe mit diesem Sturz einen großen Fehler gemacht. Aber wir werden in Japan zurückkommen und dort genauso weitermachen wie bisher. Ich spüre keinen Druck nach dem, was am Sonntag passiert ist, denn Maximo Quiles hat einen zu großen Punktevorsprung. Wir wissen, wozu wir fähig sind, und werden genauso weiterarbeiten, um bis zum Schluss um den zweiten Platz in der Meisterschaft zu kämpfen.»
Nach dem Sieg in Silverstone und jeweils Platz 2 in Aragon und Misano folgte in Spielberg der Dämpfer für Almansa. In der WM-Tabelle hat er auf Rang 3 einen Rückstand von 132 Punkten. Alvaro Carpe (KTM Ajo) liegt nur einen Zähler vor ihm.
David Munoz: Starkes Comeback wurde nicht belohnt
Teamkollege David Munoz erlebte auf dem Red Bull Ring sein Comeback. Der Spanier hatte sich bei einem Crash im Moto3-Rennen in Ungarn eine schwere Beckenverletzung zugezogen. Schon am Freitag zeigte er in den Trainings einen beeindruckenden Speed und im Qualifying am Samstag stellte er seine KTM auf Startplatz 9. Im Rennen zeigte er – unter Schmerzen – eine starke Leistung, und er kämpfte sich kurzzeitig auf Platz 4 nach vorn. Dann wurde er von der nachfolgenden Gruppe eingeholt. Fünf Runden vor Schluss stürzte Munoz in Kurve 4, als Pratama sich innen vorbeiquetschen wollte. Munoz blieb unverletzt, Pratama erhielt für das Manöver eine Long-lap-Strafe.
«Im Rennen lief es gut, ich hatte einen guten Speed und habe mich wohlgefühlt. Aber leider hat mich ein anderer Fahrer in einer Kurve abgedrängt, sodass ich das Motorrad aufrichten musste und geradeaus ins Kiesbett fuhr, wo ich letztendlich gestürzt bin», schilderte David Munoz die Situation mit Pratama. «Zum Glück bin ich okay und habe mir nicht weh getan. Trotzdem ist es schade, das Rennen so zu beenden. Bis zum nächsten Rennen muss ich mich jedoch noch weiter an meiner körperlichen Verfassung arbeiten, um in besserer Form zu sein. Vielen Dank an das Team für seine Arbeit und Unterstützung an diesem Wochenende.»
Peter Öttl: Zuversicht für die Asien- und Australien-Tour
Beide Intact-Piloten zeigten in Spielberg eine starke Leistung. Umso bitterer war der Doppelausfall. Teammanager Peter Öttl fasste das Rennwochenende in Spielberg zusammen: «Wie schon so oft in diesem Jahr dominierte David Almansa beide Trainings am Freitag und sicherte sich mit dem zweiten Platz in der Qualifikation eine perfekte Startposition für das Rennen. Im Rennen konnte er an der Spitze einen Vorsprung herausfahren, stürzte jedoch leider zu Beginn des zweiten Renndrittels, wodurch unsere großen Hoffnungen auf einen Sieg bei meinem Heimrennen zunichte gemacht wurden. Dennoch blicken wir nach vorne, denn seine anhaltend starke Form spricht für sich.»
«Andererseits haben wir uns sehr gefreut, dass David Munoz nach seiner langen Verletzungspause ins Team zurückgekehrt ist. Er hat uns sofort mit einem hohen Speed überrascht, obwohl er in den Trainings jeweils nur wenige Runden fahren konnte», führte Öttl weiter aus. «Der neunte Startplatz war ein guter Ausgangspunkt für ihn. Im Rennen kämpfte er unglaublich hart, genau wie wir es von ihm gewohnt sind. Doch je länger das Rennen dauerte, desto mehr machte sich seine körperliche Verfassung bemerkbar. Dennoch kämpfte er um einen möglichen Platz unter den ersten Sechs. Leider stürzte er nach einer leichten Berührung mit einem anderen Fahrer. Wir sind sehr froh, dass er unverletzt davongekommen ist. Es ist großartig zu sehen, dass wir wieder auf beide Davids zählen können und dass sie konkurrenzfähig sind. Das gibt uns Hoffnung für die kommenden Rennen in Übersee. Vielen Dank an das gesamte Team für die großartige Arbeit hier in Spielberg.»
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