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Pit Beirer (KTM): «Müssen im Motorsport stillhalten»

KTM-Motorsportchef Pit Beirer betont, dass die Rennabteilungen der Motorradwerke jetzt vorrangig auf ihre Mutterfirma Rücksicht nehmen müssen. «Erst wenn wieder Motorräder verkauft werden, können wir loslegen.»

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In der Motocross-WM haben in dieser Saison am 1. und 8. März trotz der sich bereits abzeichnenden Eskalation der Coronaviruskrise noch zwei Grand Prix stattgefunden, in England und in den Niederlanden. Inzwischen hat WM-Promoter und Serienvermarkter "Infront Moto Racing" die WM-Läufe in Argentinien/Neuquen (22. März), in Arco di Trento/Pietramurata (5.04.), Spanien/Xanadú-Arroyomolinos (19.04.), Portugal/Agueda

(26.4.), Frankreich/St Jean d'Angély (10.5.), in Italien/Maggiora (17. Mai) und Deutschland/Teutschenthal (24. Mai) wegen der Pandemie verschoben.

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Das Unternehmen PIERER Mobility AG hat für die Marken KTM, Husqvarna und GasGas nicht weniger als 75 Werksfahrer unter Vertrag und in den verschiedenen Teams (MotoGP, Moto3, MXGP, MX2, Supercross, Enduro, Super-Enduro, Cross-Country-Rallye-WM) rund um die Welt 460 Mitarbeiter beschäftigt.

Pit Beirer ist in der KTM-Gruppe für alle Motorsport-Aktivitäten verantwortlich. Der ehemalige 250-ccm-Motocross-Vizeweltmeister hat den Saisonauftakt in Matterley Basin besucht und sich bereits damals Sorgen um seine rund 50 Mitarbeiter aus Italien gemacht.

Am 10. März wurden dann in Munderfing die Frachtkisten für alle Teams verpackt, die in Argentinien antreten sollten. Am nächsten Tag wurde dieser Cross-GP abgesagt. Beirer strich dann den MotoGP-Test in Jerez (18. bis 20.3.) und pfiff seine sechs Werksfahrer vorsorglich vom Auftakt der Cross-Country-Rallye-WM in Abu Dhabi zurück. Beide Events wurden dann sowieso behördlich untersagt. Inzwischen hat KTM den Betrieb bis nach Ostern stillgelegt.

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Jetzt wartet Pit Beirer auf den Neustart. Er geht davon aus, dass in den nächsten drei Monaten inklusive Juni keine Motorsport-Großveranstaltung durchgeführt werden kann. Manche Teamchefs hoffen noch auf Cross-Events im Juni, aber die Lage in Italien, Spanien und Frankreich ist prekär – und das wird voraussichtlich bis Ende April weiter so bleiben.

"Wir müssen in Zukunft auch sorgfältig überlegen, wie man sinnvoll mit den Kosten umgeht und wie man vielleicht mit geringeren Budgets auch eine ordentliche Sportshow bieten kann, das gilt für alle Disziplinen, nicht nur für den Motorsport. Vorläufig müssen die Sportler einmal ruhig sein. Wir sind normalerweise in der ersten Reihe, um die Fans zu unterhalten, um Freude zu verbreiten und um den Kampf Mann gegen Mann zu demonstrieren. Aber momentan ist der Sport eher gefragt, um sich mal kurz still zu halten, weil wir im Unternehmen natürlich auch erhebliche Kosten produzieren. Deshalb müssen wir jetzt aus Motorsportsicht aus zuerst einmal dafür sorgen, dass unsere Mutterkonzerne mit den drei Marken die Krise gesund überstehen und bald wieder Motorräder verkaufen können. Erst danach braucht man wieder einen Motorsport. Deshalb ist es meiner Ansicht nach viel gescheiter, der Motorsport wartet ab und bleibt noch einen Monat länger stehen, bis der Kunde auf dem Markt wieder an Motorräder ran will. Aus diesem Grund müssen wir jetzt als Rennabteilung die Firma im Kerngeschäft unterstützen, in Richtung Produktion und Vertrieb. Es ist besser, wenn wir dort irgendwo aushelfen statt zu versuchen, jetzt mit aller Gewalt drei Wochen zu früh Rennen zu fahren. Da fahren wir lieber vier Wochen später Rennen, aber dafür wieder mit richtiger Freude, weil dann die Firma auch wieder lebt und in Betrieb ist."

Pit Beirer hat auch in diesen schwierigen Zeiten den Humor nicht verloren. Auf die nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob er demnächst in Mattighofen in der Motorradproduktion mitwirken wird, entgegnete er schmunzelnd: "Ja, aber da ich im Rollstuhl sitze, werde ich eher auf Höhe der Fußrasten arbeiten, weil die am Band in meiner Augenhöhe vorbeilaufen. Die Lenker sind für mich zu weit oben..."

Beirer weiter: "Wir werden uns jetzt als Sportler zurücknehmen und schauen, wo wir das Unternehmen unterstützen können. Wir haben bei KTM die Verantwortung, dass wir am Standort Oberösterreich 4000 Arbeitsplätze sichern und erhalten. Erst wenn sie gesichert sind, gehen wir wieder Rennen fahren. Dann können wir gern die Ersten sein, die wieder loslegen. Aber bis dahin heißt es stillhalten."

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WM-Kalender (Stand: 27.3.2020)

01.03.2020 - Großbritannien, Matterley Basin, EMX125, WMX

08.03.2020 - Niederlande, Valkenswaard, EMX250, WMX

07.06.2020 - Russland, Orlyonok, EMX250, EMXOpen

14.06.2020 - Lettland, Kegums, EMX250, EMXOpen

28.06.2020 - Frankreich, St Jean d'Angély, EMX125, EMXOpen

05.07.2020 - Italien, Maggiora, EMXOpen, WMX

19.07.2020 - Italien, Arco, Pietramurata, EMX250, EMX2T

26.07.2020 - Tschechien, Loket, EMX65, EMX85, EMX2T

02.08.2020 - Belgien, Lommel, EMX125, EMX250

09.08.2020 - Deutschland, Teutschenthal, EMX250, EMXOpen

16.08.2020 - Schweden, Uddevalla, EMX125, EMX250

23.08.2020 - Finnland, Iitti-Kymi-Ring, EMX125, EMX250, EMX2T

06.09.2020 - Türkei, Afyonkarahisar, EMXOpen, WMX

13.09.2020 - China, Shanghai

20.09.2020 - Italien, Imola, EMX125, WMX

11.10.2020 - Spanien, Xanadú, EMX125, WMX

18.10.2020 - Portugal, Agueda, EMX125, EMX250

01.11.2020 - Indonesien, Jakarta

08.11.2020 - Indonesien, tba

22.11.2020 - Argentinien, Neuquen

Motocross der Nationen:

27.09.2020 - Frankreich, Ernée

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