Familiärer Bruch bei Rossi: Streit um Sorge, Vormundschaft und Vertrauen
Valentino Rossi kämpft nicht um Geld, sondern um seinen Vater: Ein Familienstreit, der vor Gericht eskaliert und tiefe Gräben zwischen Nähe, Sorge und Entfremdung offenlegt.
Das angespannte Verhältnis zwischen Valentino Rossi und seinem Vater Graziano hat eine neue, juristisch brisante Dimension erreicht. Der neunfache Motorrad-Weltmeister hat rechtliche Schritte gegen die Lebensgefährtin seines Vaters eingeleitet. Der Vorwurf: Sie soll insgesamt 200.000 Euro aus Grazianos Vermögen abgehoben haben – 176.000 Euro von einem Konto sowie weitere 34.000 Euro in bar.
Doch aus Sicht von Valentino Rossi geht es dabei nicht um finanzielle Interessen. Gegenüber dem Corriere della Sera stellte der 46-Jährige klar: «Es geht nicht ums Geld. Das ist unwichtig. Für mich und auch für Graziano ist das zum Glück unwichtig. Ich bin traurig und mache mir Sorgen um meinen Vater, von dem ich nichts mehr sehe oder höre.»
Die emotionale Distanz wiegt für Rossi schwer, wie er offen bekannte: «Es ist, als hätte ich keinen Vater mehr.»
Der Konflikt hat eine längere Vorgeschichte. 2024 war Valentino Rossi gerichtlich zum Vormund seines Vaters bestimmt worden, nachdem Graziano Rossi medizinisch als vulnerable Person eingestuft worden war. Diese Entscheidung sollte sicherstellen, dass wichtige finanzielle und persönliche Angelegenheiten in seinem Interesse geregelt werden.
Doch im März 2025 kam es zur Wende: Graziano beantragte vor Gericht die Aufhebung der Vormundschaft – mit Erfolg. Das Gericht befand ihn als ausreichend fit, um seine Entscheidungen wieder selbst zu treffen.
Parallel dazu verschärfte sich der familiäre Konflikt. Rossi sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der neuen Beziehung seines Vaters und dem Bruch innerhalb der Familie. «Seine romantische Beziehung hat zu einem kompletten Bruch in der Familie geführt. Und ich verstehe nicht, warum das so ist. Es gibt keinen Kontakt mehr, als ob wir eine Bedrohung für ihn sind.»
Für Valentino Rossi sei jede seiner Handlungen von Sorge getragen gewesen: «Alles, das ich unternommen habe, basiert auf der Liebe zu ihm und der Sorge, dass es ihm nicht gut geht.»
Die Klage gegen die Lebensgefährtin seines Vaters beschreibt Rossi selbst als möglicherweise letzten Ausweg. Rechtliche Schritte gegen sie einzuleiten, sei keine leichte Entscheidung gewesen, sondern vielmehr ein verzweifelter Versuch, Klarheit zu schaffen. «Diese Sache habe ich aus Liebe vorangetrieben. Es gab keinen anderen Grund. Die Situation macht mich und alle anderen sehr traurig.»
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