Vinales Ducati-Testfahrer? Teamboss Tardozzi verneint: «Sind nur Freunde!»
Suzuki, Yamaha, Aprilia, KTM – Maverick Vinales lebt eine beachtliche MotoGP-Karriere, die dennoch in Bälde endet. Gespräche zu einem Testfahrer-Job sind angelaufen, doch vorerst noch unter Freunden.
Red Bull-KTM-Athlet Maverick Vinales gehört zu jenen fünf 2026er-Stammfahrern, die im kommenden Jahr stand heute keine Rennen mehr in der MotoGP bestreiten werden. Das Trio Jack Miller, Brad Binder und Franco Morbidelli will die Superbike-WM aufmischen und Noch-Yamaha-Pilot Alex Rins wird sich erstmal aus den Profi-Fahrerlagern verabschieden. Unklar ist die Lage bei Maverick Vinales.
Der Tech3-Pilot unterschrieb zur Saison 2025 für zwei Jahre bei den Österreichern, sah sich bereits sicher als Stammfahrer bei Red Bull Factory Racing – und steht nun ohne Job da. Tragisch wie unverständlich:
Offiziell ist Maverick Vinales «MotoGP-Fahrtauglich»
Zu diesem Zeitpunkt (Juli) waren die Pläne im Feld geschmiedet. Seitdem gilt es, sich umzuorientieren. Nicht zu vergessen, der eigentliche Auslöser des Dilemmas, Vinales Schulterverletzung. Die zog sich der MotoGP-Routinier beim Deutschland-GP 2025 und laboriert bis heute. Offiziell ist Maverick Vinales MotoGP-tauglich geschrieben, doch seiner Form aus dem Frühjahr 2025 eilt «Top Gun» bis heute hinterher.
Während der Asien-Tournee fiel im Fahrerlager dann der Name Vinales in Verbindung mit Ducati Corse. Fernab des gepresst vollen Fahrerlagers in Europa war Ducati-Lenovo-Teammanager und Fahrerlager-Urgestein Davide Tardozzi in ein Vieraugengespräch mit Vinales eingebunden.
Tardozzi hob die Hand und verwies auf die intensive Bekanntschaft. Gegenüber den Kollegen von GPone sagte der Italiener: «Ich habe schon seit langer Zeit eine enge Beziehung zu Vinales, und sein Masseur ist ein Freund aus Kindertagen meines Sohnes. Es besteht eine Freundschaft, und man hat uns gesehen, wie wir in Motegi von den Büros zum Hospitality-Bereich gingen – so ist dieses Gerücht entstanden. Was mich betrifft, geht meine Beziehung zu Maverick über die Arbeit hinaus.»
Zugleich gestand der Teamboss offen ein: «Die Wahrheit ist, dass wir in die Zukunft blicken, da Michele schon ein gewisses Alter erreicht hat und wir in Zukunft wahrscheinlich jemanden brauchen werden. Das ist eine Tatsache, aber wer das sein wird, steht noch nicht fest: Wir haben noch absolut nichts entschieden, festgehalten oder auch nur durchdacht.»
Italiens MotoGP-Projekte werden Unterstützung brauchen
Sicher ist – Ducati wäre eine Option für eine Rolle als MotoGP-Testfahrer. Nicht wegen dem 40-jährigen Pirro, sondern auch wegen Umsteiger Nicolo Bulega. Der Superbike-Weltmeister kann als neuer Stammpilot keine Rolle als Vollzeittester abdecken.
Noch naheliegender: Aprilia. Vinales war ab Ende 2021 über drei Jahre in das Projekt aus Noale eingebunden. Und das erfolgreich. 2024 gelang ein gemeinsamer Triumph in Austin. Aprilia hat mit Lorenzo Savadori einen Top-Tester, aber eben nur einen. Matteo Baiocco muss gelegentlich für Funktionstests einspringen. Eine Rolle bei Aprilia Racing wäre nahezu maßgeschneidert.
Yamaha und KTM: eher nein...
Aufgrund persönlicher Zerwürfnisse mit Yamaha (2021) und nun KTM dürfte hier von beiden Seiten wenig Begeisterung für eine Zusammenarbeit vorhanden sein. Beide Marken sind außerdem mit je zwei Piloten bestückt. Bliebe als vage Option Honda. Hier sind mit Nakagami und Espargaro ebenfalls bereits zwei Asse unter Vertrag. Doch Espargaro, der eng mit Vinales verbunden ist, ist nach seiner schweren Rückenverletzung noch nicht bei 100 Prozent.
Was auch für Maverick Vinales gilt. Erst dann, wenn der Katalane grinsend und schmerzfrei viele schnelle Runden am Stück abspult, wird das Interesse an «Top Gun» wieder steigen. Die nächste Chance, sich bei Tardozzi und Co. zu präsentieren, ist der letzte Australien-GP auf Phillip Island.
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