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Absage der Rallye Dakar 2027: Die Zeit rennt Herstellern und Fahrern davon

Liefe alles nach Plan, würden die Motorräder und Autos Mitte November von Italien aus nach Arabien verschifft. KTM-Rennchef Pit Beirer über die Rallye Dakar und die Auswirkungen im Fall der Absage.

Im Artikel erwähnt

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Wegen des seit Februar 2026 grassierenden Kriegs zwischen Iran, USA und Israel hat sich vieles auf der Welt verändert. Die Spritpreise sind auf Rekordhöhe, große Sportveranstaltungen in Arabien müssen wegen Sicherheitsbedenken und aus Versicherungsgründen verlegt oder abgesagt werden.

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Die Formel 1 hat den für Anfang Oktober angesetzten Bahrain-GP nach Sepang in Malaysia verschoben, die Grands Prix in Katar und Abu Dhabi Ende November und Anfang Dezember werden aller Voraussicht nach nicht dort stattfinden.

Der Grand Prix von Katar in der MotoGP im November steht vor der Absage, die Rallye-WM auf vier Rädern hat ihre Veranstaltung Mitte November in Saudi-Arabien bereits gestrichen. Auf das zweite Januar-Wochenende 2027 war ursprünglich das 24-Stunden-Rennen in Dubai angesetzt, der Sportwagenevent wurde nach Kyalami in Südafrika transferiert.

Alle warten auf die erlösenden Worte

Die Hoffnungen, dass im Januar in Saudi-Arabien die Rallye Dakar stattfinden kann, sind inzwischen auf ein Minimum geschrumpft. «Wir sind im unsicheren Raum», sagte KTM-Rennchef Pit Beirer im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Solange das Rennen im Kalender steht, müssen wir vorbereitet sein. Aber natürlich gibt es auch bei uns im Team Leute, die keine Freude daran haben in diese Richtung wegzufliegen. Wir schauen gespannt die Nachrichten und hoffen auf die erlösenden Worte, dass die Straße von Hormus offen ist, dass sie sich geeinigt haben und sich alles beruhigt. Wenn sich das große Bild beruhigen würde, dann würde sich alles andere auch sehr schnell wieder beruhigen. Dann hätten wir viel Freude daran, dorthin zu reisen. Aber so wie es momentan ausschaut, ist das ungut. Und die Zeit arbeitet gegen uns. Wir gehen jetzt dann auf die Marokko-Rallye und dann muss das Material für die Dakar vorbereitet werden.»

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Für uns beginnt das Rennen bereits am 15. November.

ktm-rennchef pit beirer

Die erste Etappe der härtesten und prestigeträchtigsten Rallye würde am 2. Januar 2027 starten, Abfahrt des Konvois in Mattighofen zur italienischen Hafenstadt Genua wäre aber bereits am 15. November. «Dort beginnt das Rennen, denn dort findet die technische Abnahme statt», hielt Beirer fest. «Dort gibst du dein Material dem Veranstalter, das ist für uns der Rennstart. Dann haben wir eineinhalb Monate Pause und fliegen dorthin, das Material ist aber bereits dort, weil es mit dem Schiff hin transportiert wird. Deshalb haben wir nicht bis Mitte Dezember Zeit zu entscheiden, ob wir im Januar in Saudi-Arabien fahren. Wir müssen jetzt dann wissen, ob wir das Material vorbereiten und es auf die Reise schicken.»

Verträge sind geschlossen, Kosten laufen

Als Werksteam hat KTM eine voll intakte Rallye-Mannschaft, die das ganze Jahr unter Vertrag steht. Zusätzlich wären aber 14 Leute dabei, die nur bei der Dakar für die Orangen arbeiten, wie ein Rennarzt, Physiotherapeut oder die Lkw-Fahrer. «Der Zug hat den Bahnhof schon lange verlassen, diese Leute sind alle unter Vertrag», schilderte Beirer. «Das ist eine sehr unangenehme Situation für uns, weil die Kosten bereits laufen.»

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Von 2001 bis 2026 wurde die Rallye Dakar bei 25 Ausgaben – 2008 wurde sie abgesagt – 21 Mal von KTM gewonnen. Findet sie nicht statt, fehlt laut Beirer «ein Meilenstein des Jahres». Der Badener weiter: «Wir beginnen das Jahr traditionell mit der Dakar, es fühlt sich extrem gut an, wenn wir mit einem Dakar-Sieg ins Jahr starten. Dann lebt der Mythos weiter mit KTM in der Wüste. Mit der Desert Adventure sind wir der beste Partner: Die Profis fahren um den Sieg, die Kunden kaufen bei uns ein Motorrad, damit sie die Dakar fahren können. Wir haben einen Service-Lkw für unsere Rennfahrer und die ganzen Hobbyfahrer – das ist der Geist, den wir seit Jahren leben und pflegen. Es wäre sehr traurig, wenn das wichtigste Rennen des Jahres in der Rallye-Abteilung nicht stattfindet. Denn die Wahrheit ist: Die Rallye-Weltmeisterschaft, die danach folgt, ist in Summe nicht so viel wert wie die Rallye Dakar. Das ist wie die Tour de France beim Fahrradfahren, das ist die Königsdisziplin.»

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