Yamaha auf Geraden ein Opfer von Ducati: Albert Arenas’ «Siegerblut kocht»
Supersport-Rookie Albert Arenas (AS Yamaha) fährt eine hervorragende WM-Saison und führt zur Halbzeit mit deutlichem Vorsprung. Trotzdem ist er der Meinung, dass die Balance-Regel nicht passt.
Albert Arenas hatte gute Chancen, nach Phillip Island und Balaton zum dritten Mal in dieser Saison zu gewinnen, doch der WM-Leader unterlag in beiden Rennen im MotorLand Aragon knapp: In Lauf 1 um 0,174 sec gegen Alessandro Zaccone (Althea Ducati) und im 2. Lauf um 0,312 sec gegen Jaume Masia (Orelac Ducati).
«Ich wusste, dass er auf der Geraden sehr schnell ist, vor allem in meinem Windschatten», beschrieb Arenas seinen Kampf mit Zaccone am Samstag. «Ich wollte in den kurvigen Streckenabschnitten etwas Verwirrung stiften und schauen, dass er vorne liegt. Wäre er direkt an mir dran gewesen, hätte ich es ihm zu einfach gemacht. Rückblickend war das vielleicht ein Fehler.»
Ich wollte Verwirrung stiften.albert arenas
Denn Zaccone bog in der letzten Runde als Führender auf die ein Kilometer lange Gegengerade ein – Arenas hatte keine Chance gegen ihn und unterlag. Platz 2 bewertete er positiv: «Ich bin konstant stark und fuhr auf Pole-Position. In den ersten drei Sektoren war ich der Schnellste, aber auf der Geraden verlor ich 0,5 sec – pro Runde! Im Rennen wurden den anderen (Ducati-Piloten – der Autor) also 7 sec geschenkt. 7 sec in einem Sektor sind zu viel.»
Yamaha auf der langen Geraden chancenlos
Am Sonntag hatte er gegen die Ducati von Masia erneut nichts zu bestellen, obwohl er dieses Mal eine andere Taktik wählte. «Das ist enttäuschend», hielt der 29-Jährige im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Mein Motorrad funktioniert supergut, unser Chassis arbeitet hervorragend und wir sind auf der Bremse stark. Aber wir sind mit der Motorleistung benachteiligt. Ich bin ein Rookie und muss erst noch genau verstehen, wie die Balance-Regel greift, deshalb bin ich auch nicht enttäuscht. Yamaha leistet gute Arbeit, aber dann wird die Drosselklappenöffnung beschränkt – warum? Es stimmt, dass ich in den kurvigen Streckenabschnitten überholen kann, aber dann kommt auf der Geraden der Konter. Ich ging im zweiten Rennen als Führender auf die Gerade, konnte das aber unmöglich halten. Ich habe meine Strategie geändert; aber wenn es einen Unterschied von 15 oder 20 km/h gibt, dann ist das zu viel.»
In der zweiten Saisonhälfte warten auf Arenas vier Rennstrecken, die er bislang nicht kennt: Donington Park, Magny-Cours, Cremona und Jerez. «Ich muss ruhig bleiben und als Neuling einige Dinge erst noch verstehen», hob der Mann aus dem Schweizer Team AS Yamaha von Andrea Quadranti hervor. «Manchmal kocht mein Siegerblut und ich sage Sachen, die ich besser nicht gesagt hätte.»
Seinen Vorsprung gegenüber dem WM-Zweiten Masia konnte Arenas in Aragon auf 40 Punkte ausbauen. «Das ist viel, im Moment kümmere ich mich aber nicht zu sehr um die Punkte. Ich ziehe meine Befriedigung daraus, dass ich das Maximum aus dem Bike hole und gut fahre. Wenn das gelingt, kommen die Resultate von allein. Ich bin sehr glücklich, wie es bislang läuft, auch wenn es eine große Herausforderung ist.»
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