US Supercross Lites East/West Showdown
Cole Davies (Yamaha) gewinnt East/West-Showdown in Salt Lake City
Nach dem Saisonfinale in Salt Lake City erklärte Ken Roczen (Suzuki) seine Taktik und sprach über die mentale Seite dieses Wettbewerbs und weshalb er am Ende einige Fahrer vorbeigelassen hatte.
Nachdem Ken Roczen im Vorlauf von Salt Lake City stürzte und von Platz 2 auf Rang 4 zurückfiel, war klar, dass er für das Finale keinen guten Startplatz bekommen würde. Supercross-Legende Ricky Carmichael, der heute als TV-Moderator aktiv ist, meinte: «Ich kenne ihn aus unserer gemeinsamen Zeit bei RCH Suzuki. Es würde mich nicht wundern, wenn Ken nachher im Finale einen Holeshot raushaut.» Diese Vorhersage trat ein. Ken kam zwar nicht gut aus dem Gate, ließ aber vor der ersten Kurve das Gas länger stehen, bremste später und bog als Erster in die Kurve ein. Er hatte allerdings so viel Geschwindigkeitsüberschuss, dass er weit nach außen getragen wurde und Hunter wieder innen durchschlüpfen konnte und als Führender in die erste Rhythmuspassage ging.
Hunter Lawrence lag in der ersten Rhythmussektion in Führung, doch schon in der folgenden Rechtskehre attackierte Ken Roczen und ging innen am Australier vorbei. «Ich musste ein hohes Risiko eingehen», erklärte Ken nach dem Rennen. «Es war mir klar, dass er [Hunter Lawrence] wieder hart pushen würde, gleich zu Beginn und auch später im Finale. In diesem Jahr war ich eigentlich immer gut in den Whoops, aber heute war ich nicht so gut in diesem Bereich. Die Sandsektion war eigentlich gar keine richtige Sandsektion, es lag nur ein wenig Sand auf dem harten Untergrund, was den Bereich super rutschig machte. Als ich in Führung ging, wollte ich es aber auch nicht übertreiben und mich zu Beginn verausgaben. Es war mir klar, dass ich unter diesen Umständen nicht schnell genug war, um gleich eine Lücke herauszufahren. Ich habe also versucht, schnell, aber entspannt zu fahren und das hat sich ausgezahlt. Hunter ist gestürzt, aber diese Sachen sind Teil dieses Sports.»
Nachdem Hunter wegen seines Sturzes von Rang 2 auf Platz 7 zurückgefallen war, konnte Ken an der Spitze frei fahren und hatte einen Vorsprung von 4 Sekunden gegenüber Jorge Prado auf Platz 2 herausgefahren. «Ich dachte nach diesem Zwischenfall wirklich, dass ich dieses Rennen gewinnen würde. Wahrscheinlich habe ich in diesem Moment aber zu wenig geatmet und deshalb Seitenstechen bekommen. In den letzten 4 Runden bekam ich jedenfalls kaum noch Luft. Deshalb habe ich die nachfolgenden Fahrer vorbeigelassen, weil es hier um die Meisterschaft ging. Der Rest ist Geschichte.»
«Ich habe eigentlich die ganze Woche nicht gut geschlafen», meinte Ken Roczen. «Ich bin um 6 Uhr morgens aufgestanden und habe den ganzen Tag an nichts anderes gedacht. Ich war noch nie in einer vergleichbaren Situation und ich muss sagen, dass es wirklich hart war. Als ich 2016 die Nationals gewann, hatte ich keinerlei Zweifel. Das war also eine komplett andere Geschichte. Ich bin jetzt wirklich froh, dass es vorbei ist, denn ich bin wirklich müde.»
Die kritische Stelle der Strecke war für Ken Roczen das Waschbrett, das er mit der Skimming-Technik durchquerte. Am Ende übersprang er aber die Hügel: «Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass ich hier keinen Fehler machen darf, stürzen oder das Bike abwürgen.»
Die Szenen nach seinem Meisterschaftsgewinn in Salt Lake City erinnerten an die Bilder nach dem Gewinn seines ersten WM-Titels im Jahre 2011 in Gaildorf. «Ich war damals ein anderer Mensch, eigentlich noch ein Kind», erinnert sich Ken. «Dieser Titelgewinn liegt nun schon so lange zurück. Heute war es definitiv anders und noch intensiver.»
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