Moto3

Exklusiv: Wie KTM Moto3-Rückkehr mit Husqvarna plant

Von Günther Wiesinger - 30.08.2019 09:28

Husqvarna kehrt in die Moto3-WM zurück. 2020 werden die Bikes baugleich mit KTM sein, aber Stefan Pierer strebt eine separate Entwicklung als eigene Marke an. Das Team von Biaggi & Öttl dürfte auf Husky umsteigen.

KTM hat sich mit der aufstrebenden Zweitmarke Husqvarna schon 2014 und 2015 an der Moto3-Weltmeisterschaft beteiligt. Und 2020 erfolgt die von Stefan Pierer schon beim Jerez-GP angekündigte Rückkehr in den Straßenrennsport. «Im ersten Jahr werden wir nur ein Team mit zwei Fahrern ausrüsten», bestätigt Pierer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

2014 und 2015 setzte Husqvarna Maschinen ein, die mit den 250-ccm-KTM-Bikes baugleich waren. Ähnlich machte es Mahindra später mit der Zweitmarke Peugeot. Auch für 2020 werden noch keine eigenen Husky-Moto3-Rennmaschinen entwickelt.

«KTM und Husqvarna sind ja als Marken quasi unter einem Dach , die Maschinen von Husqvarna waren für die Moto3-WM schon 2014 und 2015 homologiert, deshalb gilt für dieses Fabrikat ein anderes Reglement als für einen Neueinsteiger, wie es zum Beispiel TM oder Ducati wäre», sagt Technical Director Danny Aldridge. «Das heißt, Husqvarna kann 2020 mit nur zwei Fahrern antreten, es müssen einfach insgesamt 14 Motorräder der beiden Marken aus Österreich am Start stehen, also rund die Hälfte des Feldes. Aber wenn ein neues Werk wie TM kommt, müssen im ersten Jahr mindestens sechs Fahrer ausgerüstet werden, weil wir keine verkappten Werksteams mit echten Prototypen in dieser Einsteigerklasse sehen wollen.»

Das hatte nämlich die Honda Racing Corporation einmal inszeniert, nachdem sie mit den ersten NSF250R-Maschinen 2012 und 2013 gegen KTM kläglich untergegangen waren und 28 WM-Rennen in Serie an KTM verloren.

Danach bauten die Japaner die neuen NSF250RW-Prototypen und verteilten sie 2014 an nur drei Teams (Estrella Galicia 0,0, RTG und Snipers) und sechs Fahrer, Alex Márquez gewann dann die WM. Denn KTM, Kalex-KTM und Husqvarna setzten damals nicht weniger als 19 Motorräder ein – und mussten quasi eine Kleinserie bauen und die Weiterentwicklung bereits im Herbst davor beenden.

In England verdichteten sich am Wochenende die seit Brünn existierenden Gerüchte, dass das Husqvarna-Werksteam nächstes Jahr vom Max Racing Team gebildet wird, das Max Biaggi und Peter Öttl gehört und das 2019 mit Aron Canet um den WM-Titel kämpft. Dieser Sterilgarda-Rennstall wird von einen auf zwei Fahrer ausgebaut.

Husqvarna hat sich zur Rückkehr in den Straßenrennsport entschlossen, um die Verkäufe der neuen Straßenmodelle Vitpilen und Smartpilen 401 und 701 anzukurbeln, weitere Modelle sowie eine Vergrößerung des weltweiten Händlernetzes sind geplant.

Stefan Pierer verheimlicht aber nicht, dass Husqvarna eines Tages durchaus mit einer eigenständigen Entwicklung in die Moto3-WM kommen wird. «Das streben wir an», versichert der KTM-Vorstandsvorsitzende. «Sonst bleibt Husqvarna immer eine Kopie. Sobald Husqvarna als eigenes Moto3-WM-Fabrikat homologiert ist, müssen wir den Teams mindestens sechs Motorräder zur Verfügung stellen, sonst können wir die Hersteller-Rolle in der Konstrukteurs-WM nicht übernehmen. Und das streben wir an. Wir haben ja auch im Kerngeschäft beide Marken, es besteht zwar eine gemeinsame technische Plattform, aber es handelt sich um unterschiedliche Motorräder. Und so werden wir es auch in der Moto3-WM machen.»

Stefan Pierer versichert, KTM werde sich nie aus der Moto3-WM zurückziehen. «Die Moto3 ist eine wahnsinnig wichtige Klasse», hält der 62-jährige Steier fest.

«Es muss ja spannend bleiben, Honda gegen KTM», wirft KTM-Vorstand Hubert Trunkenpolz ein.

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