Boisen gewinnt am Stemweder Berg

Von Toni Hoffmann
Rallye Sonstiges
Kim Boisen

Kim Boisen

Kim Boisen siegt, Lars Mysliwietz übernimmt Führung im ADAC Rallye Masters, Björn Satorius im Junior Cup.

Nach mehreren Führungswechseln und einem Sekundenkampf im Finale gewannen die Dänen Kim Boisen/Jesper Pedersen im BMW M3 die ADAC Rallye Stemweder Berg. Die Zielrampe in Stemwede-Levern erreichten sie nach 11 Wertungsprüfungen über 108,77 km mit einer Gesamtfahrzeit von 1:07:50,7 Stunden. Mit knappen 9.9 Sekunden Rückstand belegten Jan Becker/Bianca Hutzfeld (Hamburg/Kiel) im Subaru Impreza Rang zwei. Dritte wurden die Sloweninnen Asja Zupanc/Blanca Kacin im Mitsubishi Lancer.

Ein Starkregen am frühen Morgen und die nie richtig abtrocknenden Asphaltstrecken sorgten für viele Überraschungen. So wurden auch die Meisterschaftstabellen im ADAC Rallye Masters und bei den ADAC Junioren kräftig durcheinander gewirbelt. Im Masters führen nach drei dersechs Vorläufe nun Lars Mysliwietz/Oliver Schumacher (Piesbach/Fluterschen) im Citroën C2R2 mit 67 Punkten. Nach dem zweiten Divisionssieg in Folge schoben sich Zupanc/Kacin im Lancer auf Rang zwei. Den dritten Platz belegt nun der 21-jährige Südhesse Björn Satorius (Seeheim) im Toyota Yaris, der auch die Führung im ADAC Rallye Junior Cup übernahm.

Im Starkregen auf der ersten Wertungsprüfung eroberte sich der vierfache Deutsche Rallye-Meister Hermann Gassner im Mitsubishi Lancer R4 die Führung. Ein Turboschaden zwang jedoch anschliessend zur Aufgabe. Die zweite WP ging an die amtierenden Masters-Sieger Holger Knöbel/Thomas Mönkemöller, ein Getriebeproblem am Subaru Impreza beendete ihren Auftritt. «Null Punkte nach drei Läufen, damit ist unser Projekt Titelverteidigung wohl gescheitert», stöhnte Knöbel.

Über die Gesamtführung konnte sich Jan Becker im Allrad-Subaru nur bis zur nächsten Prüfung freuen, dann lag erstmals der Däne Boisen im lediglich heckangetriebenen BMW M3 vorn. Mit zwei weiteren Bestzeiten erkämpfte sich Becker die Führung wieder zurück. Bis dahin hatten sich weitere Teams aus der Spitzengruppe verabschiedet: Guido Imhoff (VW Golf KitCar-Motorschaden), Klaus Osterhaus (Mitsubishi Lancer-Unfall) und der Däne Johnny Pedersen, der im BMW M3 den dritten Ausfall in Folge verkraften musste.

Vor den letzten drei Prüfungen hatte Becker noch einen Vorsprung von 1,5 Sekunden. Doch mit einer Serie von Bestzeiten sicherte sich Boisen den Sieg. «Du musst einfach nur schneller sein als die anderen», erklärte der Däne im Ziel schmunzelnd seine Taktik, bei diesen schwierigen Verhältnissen mit nur einer angetriebenen Achse alle Allradler hinter sich zu lassen. «Aber ernsthaft, ich musste extrem hart für diesen Sieg kämpfen.»

Becker erläuterte: «Ich habe einige Fehler gemacht und dann auch noch bei der Reifenwahl daneben gegriffen. Kim war so heute nicht zu schlagen.» Asja Zupanc strahlte im Ziel: «Das war eine richtig anspruchsvolle Rallye, es ist toll, bei meinem zweiten Masters-Start schon wieder die Division zu gewinnen.» Die schnelle Slowenin, amtierende Titelträgerin im Mitropa Rallye Cup, schob sich mit diesem Erfolg im Gassner-Lancer auf den zweiten Platz der Masters-Zwischenwertung.

Der Kampf um die Masters-Führung wurde in der Division 5 ausgetragen. Der bayrische Youngster Raffael Sulzinger kam im Ford Fiesta R2 als Tabellenleader und traf auf den saarländischen Routinier Lars Mysliwietz und den Hamburger Masters-Champ von 2010, Nils Heitmann, in ihren Citroën C2R2.

Sulzinger übernahm vom Start weg die Führung, nach einem Ausrutscher in der dritten WP musste er sie jedoch an Heitmann abgeben. Mysliwietz beklagte einen Leistungsverlust und reihte sich auf Platz drei ein. Es war nicht die Rallye des Raffael Sulzinger: Bei dem Ausritt hatte er sich die Spur am Fiesta verstellt, als Folgeschaden zwang ihn dann eine defekte Antriebswelle zur Aufgabe. Die Führung im Masters und bei den ADAC Youngstern war somit dahin. «Zum Glück gibt es zwei Streichresultate bei den Vorläufen», zudem blickte er vorwärts, «schon in zwei Wochen in Niedersachsen geht es wieder weiter».

Der Divisionssieg und die Zusatzpunkte für den neunten Gesamtrang bescherten Mysliwietz und Co Oliver Schumacher die Masters-Führung. «Eigentlich ist das bei dem was heute so alles passiert ist kaum zu glauben», so der Saarländer. Leistungsverlust, ein abgebrochener Auspuffkrümmer und ein Ausrutscher, bei dem Co Oliver Schumacher den Rallyefloh wieder auf die Strasse schieben musste bremsten sie ein.

Nach einem ihrer bislang besten Auftritte fuhren Timo Grätsch und Alexandra Gawlick, in Personalunion Ehefrau und Co-Pilotin, im BMW M3 auf den vierten Gesamtrang in Stemwede. In der Masterstabelle verbesserten sie sich ebenfalls auf den vierten Platz. Der Salzburger Lothar Brink und Co Lothar Bökamp dominierten im Lancia Stratos erneut die Division 8 für historische Fahrzeuge.

ADAC Rallye Junior Cup

Die dritte Runde zum ADAC Rallye Junior Cup 2012 bei der ADAC Rallye Stemweder Berg mischte auch die Tabelle der ADAC Junioren durch. Nach dem Ausfall von Tabellenleader Raffael Sulzinger (26, Tittling) schien der Weg frei für den 21-jährigen Björn Satorius im Toyota Yaris. Doch in der Division 6 wurde es wieder einmal richtig spannend. Der ebenfalls 21-jährige und wie Satorius vom ADAC Hessen-Thüringen unterstützte David Richter (Citroën C2) aus Wiesbaden mischte ebenso wie der gleichalte Philipp Knof (Wülfrath, Suzuki Swift) an der Spitze mit. Richter übernahm zuerst die Führung, musste sie zwischendurch aber wieder an

Satorius abgeben. Anschliessend setzte sich Richter wieder durch und fuhr als Divisionssieger auf dem 15. Gesamtrang ins Ziel. Mit dem zweiten Platz in der Division 3 schob sich der 24-jährige Sebastian Zimmermann (Plauen, VW Golf GTI) hinter Marcel Becher (23, Vechelde) auf den fünften Platz bei den ADAC Youngstern. Mit dem klaren Sieg im Opel Astra GTC in der Diesel-Division sicherte sich Marijan Griebel (23, Hahnweiler) erste wichtige Punkte bei seiner anvisierten Aufholjagd.

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