Grasbahn-Seitenwagen-EM

Marco Hundsrucker hört auf und sagt leise «Servus»

Von - 23.02.2018 10:09

Marco Hundsrucker hat seine Karriere für beendet erklärt. Schon am Ende der vergangenen Saison hatte Beifahrerin Corina Günthör dem Seitenwagensport adé gesagt.

«Nach 26 Jahren Bahnsport ist es an der Zeit leise Servus zu sagen», postete Marco Hundsrucker jetzt auf seiner Facebook-Seite. «Aus privaten Gründen habe ich mich entschlossen keine Rennen mehr zu fahren. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich die ganzen Jahre unterstützt haben.»

Der 41-Jährige aus Obergrafendorf, einem Ortsteil der niederbayerischen Gemeinde Roßbach im Landkreis Rottal-Inn, fing bei seinem Vater Gustl Hundsrucker als Beifahrer an. Weitere Lehrmeister waren Oswald Bischoff, der Marco Hundsrucker in die Internationale Lizenzklasse holte und vor allem Multi-Champion Thomas Kunert, mit dem Hundsrucker einige Titel holen konnte.

«Tommy war der Beste der Besten» schwärmt Hundsrucker noch heute von seinem Freund aus Memmingen, der elfmal Europameister mit dem Gespann auf der Grasbahn wurde.

Als Fahrer gehörte Marco Hundsrucker immer zur deutschen Spitzenklasse, ein Titelgewinn war ihm aber nicht vergönnt. In den letzten Jahren war er recht erfolgreich mit Beifahrerin Corina Günthör aus Laimnau für den MSC Bad Hersfeld unterwegs. Die beiden wurden 2015 Deutsche Vizemeister in der Seitenwagenklasse, gewannen 2016 das Grasbahnrennen in Osnabrück und wurden Vierte beim Europameisterschafts-Finale in Vries (NL).

Dabei fuhr Hundsrucker immer mit einer Lizenz des österreichischen Verbandes, da er mit dem Gebaren und den Entscheidungen des DMSB nicht immer übereinstimmen konnte.

2016 war dann ein schlimmes Jahr für Marco Hundsrucker. Beim Ostertraining im niedersächsischen Wagenfeld stürzte der Bayer am Ende einer Übungsfahrt mit der Tochter seines Freundes Ede Starke schwer und musste mit dem Hubschrauber ins Bremer Krankenhaus abtransportiert werden. Diagnostiziert wurden unter anderem Rippenbrüche und eine schwere Lungenprellung.

Im gleichen Jahr erkrankte einer seiner beiden Söhne und musste Anfang 2017 operiert werden. Alles ging gut aus, aber die Familie war dadurch noch näher zusammengerückt. Jetzt ist Schluss mit dem aktiven Fahren für Marco Hundsrucker. «Der größte Dank geht an meine Frau Tina, die durch alle Höhen und Tiefen mit mir gegangen ist. Ich werde es jetzt ruhiger angehen lassen und meiner Familie den Vorzug geben, um ein bisschen was zurückzugeben, was sie für mich geopfert haben.»

Im Fahrerlager wird Marco Hundsrucker aber ab und an noch zu sehen sein, denn er will auch weiterhin seinen Freund Sebastian Kehrer in der B-Seitenwagenklasse unterstützen.

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