Moto2

Endlich: Neue Vorschriften für die letzte Rennrunde

Von - 21.09.2019 12:22

Das Überfahren der «track limits» wird künftig auch im Rennen rigoros bestraft. Denn Augusto Fernandez hatte sich in Misano nämlich unfair zum Sieg befördert.

Der italienische Speed-up-Teambesitzer Luca Boscoscuro hatte im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com am Dienstag dieser Woche einige Missstände im Zusammenhang mit den Penaltys im Rennen aufgedeckt und nach einer dringenden Regeländerung verlangt. «Im Quali wird dir sofort die Runde gestrichen, wenn du einmal auf den Grünstreifen fährst und die Streckenbegrenzung überschreitest», wetterte er, nachdem am Sonntag in Misano sein Speed-up-Schützling Fabio Di Giannantonio knapp gegen Augusto Fernandez verloren hatte. «Im Rennen kannst du dir aber in der letzten Runde ungestraft vier Fehler erlauben.»

Die Race Direction hat auf diese Vorwürfe jetzt rasch reagiert.

Unterstützung bekam Boscoscuro auch von Alex und Marc Márquez, die die Fahrweise ihres Landsmanns Augusto Fernandez anprangerten. Ein Protest von Boscoscuro gegen das Misano-Ergebnis war aber von den FIM MotoGP-Stewards am Donnerstag abgelehnt worden.

Seit heute gelten neue Richtlinien. Früher sei das «track limit» durch Mauern, Strohballen oder Leitplanken gekennzeichnet worden, heißt es jetzt. Damals bestand kein Spielraum für Fahrfehler.

Inzwischen gibt es riesige Sturzräume, es existieren Bordsteine am Pistenrand, die die Streckenbegrenzung kennzeichnen. Aber in der Zwischenzeit werden die Bordsteine oft überfahren, die Maschinen verlieren auf den «Kerbs» keine Traktion mehr. Also wurde ein künstlicher Grasstreifen angelegt, aber bei Regen führte das Befahren dieses rutschigen Kunstrasens oft zu Stürzen.

Deshalb wurde in der Zwischenzeit dieser Kunstrasen durch einen bemalten Asphalt ersetzt. Aber jetzt kommt es an manchen Stellen zu klaren Vorteilen, wenn man  das «track limit» missachtet und auf das «Green» rausfährt. Also muss so eine Fahrweise verhindert werden.

Wenn sich ein Fahrer mit beiden Reifen gleichzeitig außerhalb des  «track limits» befindet, gilt das als Vergehen. Wenn so ein Vergehen zu irgendeinem Zeitpunkt des Trainings geschieht, wird diese Sektorzeit gestrichen und damit auch diese Rundenzeit. Wenn es künftig im Rennen passiert, kann das verschiedene Konsequenzen zur Folge haben. Und das ist neu!

Wenn der Fahrer Zeit verliert und einen klaren Nachteil erleidet, wird es keine Strafe geben.

Gewisse Fehler werden toleriert, wenn kein Vorteil oder Nachteil feststellbar ist. Aber wenn sich ein Fahrer zu oft so ein Vergehen erlaubt, wird ihm jetzt ein Vorteil nachgesagt, weil er nicht diesselbe Strecke benutzt wie seine Widersacher. Wenn sich ein Fahrer im Rennen drei Vergehen zuschulden kommen lässt, wird eine Warnung auf sein Dashboard geschickt. Bei der Ansammlung von fünf Vergehen wird ein Long-Lap-Penalty verordnet, der ca. drei Sekunden kostet.

In der MotoE wird es nach einem Vergehen eine Warnung geben, einen Long-lap-Penalty nach drei, weil die Rennen kürzer sind.

Wenn die FIM MotoGP-Stewards bei einem Fahrer im Rennen einen klaren Vorteil durch das Verlassen der «track limits» feststellen, kann ebenfalls eine Strafe verhängt werden. Das kann von «change position» bis zu einer Zeitstrafe oder einem Long-Lap-Penalty reichen.

Beim Gran Premio de Aragon wurde gemeinsam mit der Safety Commission beschlossen, die Vorgehensweise bei «track limit infractions» in der letzten Rennrunde ab sofort härter zu bestrafen.

Ab sofort wird ein Fahrer bei einem Überfahren des «track limits» bestraft, wenn das Rennergebnis dadurch beeinflusst wurde – und zwar mit der «change position»-Strafe. Das bedeutet: Fernandez wäre in Misano auf Platz 2 verwiesen worden, wenn diese Vorschrift damals schon in Kraft gewesen wäre.

Luca Boscoscuro hatte genau diese Forderung im SPEEDWEEK.com-Interview gestellt.

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
Duell in Misano: Fernandez (innen) setzte sich unfair gegen Di Giannantonio durch © Gold & Goose Duell in Misano: Fernandez (innen) setzte sich unfair gegen Di Giannantonio durch Luca Boscoscuro © Fitti Weisse Luca Boscoscuro
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