Moto3

Marco Bezzecchi: Rauferei mit Crew-Chief Chiffoleau

Von - 19.11.2018 08:26

Ein unrühmliches Ende nahm die Moto3-WM-Kampagne von Marco Bezzecchi: Nach dem Valencia-GP kam es zu Handgreiflichkeiten mit Technical Director Florian Chiffoleau.

Marco Bezzecchi trennte im Oktober bei den Übersee-Rennen nur ein Punkt von dem späteren Weltmeister Jorge Martin. Aber trotzdem verlor der Italiener jetzt den Titelkampf mit 214 zu 260 Punkten noch deutlich. Denn Honda-Fahrer Martin sammelte bei den letzten fünf Rennen 69 Punkte, Bezzecchi aus dem PrüstelGP-Team mit der KTM nur 36. Und bei den letzten drei Grand Prix schrieb er sogar zwei Nuller.

Beim letzten Grand Prix lagen offenbar die Nerven blank, denn jetzt ging es noch um die Absicherung des zweiten WM-Rangs. Fabio Di Giannantonio lag vor dem Valencia-GP neun Punkte hinter «Bezz».

Bezzecchi begann das Rennen gestern furios, er lag von der ersten bis zur dritten Runde an zweite Stelle hinter Arbolino, er stürzte aber in Runde 4 durch einen Highsider und fiel auf Platz 22 zurück.
Beim Crash war das Motorrad beschädigt worden, deshalb rauschte «Bezz» kurz an die Box, er blieb aber nur ca. fünf Sekunden stehen und donnerte gleich wieder weiter. Die Schäden konnten nur geringfügig geprüft und das Bike nur notdürftig instandgesetzt werden.

Der PrüstelGP-KTM-Pilot stürmte trotzdem wieder auf Platz 14 nach vorne (Runde 10); zu diesem Zeitpunkt lag aber Di Giannantonio an dritter Position hinter Arbolino und Öncü, der zweite WM-Rang war also futsch.

Nach der 12. Runde passierte Bezzecchi nur noch an 19. Position, er hatte sein Bike zum zweiten Mal neben die Piste geschmissen. Im Kiesbett traf er seinen kurz zuvor gestürzten Teamkollegen Jakub Kornfeil. Das Ziel erreichte er dann mit einer Runde Rückstand als 20. Gegner «DIGGIA» heimste hingehen 13 Punkte für Platz 4 ein – der Vizeweltmeistertitel war also weg.

In den letzten Rennrunden hatte sich bei «Bezz» viel Frust aufgestaut, und als er nach der Auslaufrunde in der Boxengasse eintraf, gingen ihm die Nerven durch. Er warf Chiffoleau vor, das Team habe beim Boxenstopp die lädierte Verkleidung nicht ausreichend befestigt, der Franzose entgegnete, man habe nicht genug Zeit gehabt, «Bezz» war ja nach 5 Sekunden schon wieder losgefahren.

Ein Wort gab das andere, es wurde herumgeschrien, es kam zu einer laustarken Auseinandersetzung und Handgreiflichkeiten, aus den Nachbarboxen liefen die Mechaniker raus und hielten Nachschau, es flogen Werkezeuge durch die Gegend, so nahm eine eigentlich erfolgreiche Saison ein unrühmliches Ende.

Trotzdem schaffte es PrüstelGP im ersten KTM-Jahr, das beste KTM-Team in der Moto3-WM zu werden und das zweitbeste hinter Gresini-Honda in der Gesamtwertung, denn Kornfeil beendete die WM als Gesamtachter. Er schaffte nach dem Crash sogar noch Platz 15.

Jakub Kornfeil:
«Ich bin enttäuscht vom Rennen, weil ich das ganze Wochenende über keinen Sturz hatte und in der wichtigsten Session des Wochenendes passierte es... Er kam mehr oder weniger aus dem nichts. Ich bin mit dem klaren Ziel ins Rennen gegangen, wieder mein Bestes zu geben und Rodrigo vom 7. Platz in der Weltmeisterschaft zu verdrängen. Trotz des Sturzes konnte ich noch vor Gabriel Rodrigo die Zielllinie überqueren, doch es reichte nicht um ihn vom 7. Platz zu verdrängen. Ich werde mich jetzt voll und ganz auf die Vorbereitungen und Trainings für die kommende Saison konzentrieren. Wir wollen nächstes Jahr noch stärker werden.»

Marco Bezzecchi:


«Ich habe mir mein letztes Moto3- Rennen anders vorgestellt und wollte unbedingt mit dem Vize-Meistertitel nach Hause fahren. Ich bin dennoch froh über die ganze Saison 2018. Dritter in der Weltmeisterschaft, damit hatte wohl keiner gerechnet. Mein Dank geht ans Team, an KTM und die VR46 Riders Academy, die zu diesem großen Erfolg beigetragen haben. Mein größter Dank geht an Vale (Valentino Rossi) und meine Familie, denn ohne sie wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin. Danke an meine Fans, wir sehen uns 2019!»




Florian Prüstel (Managing Director): 


«Wir waren am Wochenende in Valencia immer gut mit dabei in den Freien Trainings und im Qualifying. Im Rennen war der Ausgang unerwartet, doch im Regen ist bekanntlich alles möglich. Man weiß nie, wer im Regen vorne mitfährt. Beide Piloten wollten sich natürlich nochmal mit einem guten Ergebnis belohnen. Marco und Jakub hatten einen super Start und konnten schnell nach vorne pushen – es sah nach einem perfekten Ergebnis für uns aus. Leider kam Marco Bezzecchi kurze Zeit später zu Sturz. Er riskierte viel und kam ein zweites Mal zu Sturz, im gleichen Moment wie auch sein Teamkollege Jakub Kornfeil – obwohl die Abgänge nicht in direkter Verbindung standen. Es ist sehr schade, dass uns im Regen das Quäntchen Glück gefehlt hat. Beide Piloten fuhren das Rennen ehrenhaft zu Ende. Mit Marco Bezzecchi haben wir Rang 3 der Weltmeisterschaft geholt und Jakub Kornfeil ist Achter der Weltrangliste. Beide erzielten 2018 die besten Ergebnisse ihrer Rennfahrerkarriere. Wer hätte dieses Ergebnis zu Beginn der Saison erwartet? Es war eine sensationelle und einzigartige Saison für das Redox PrüstelGP-Team. Marco Bezzecchi drücken wir die Daumen für seinen Aufstieg in die Moto2-Weltmeisterschaft. Er hat uns als Team dieses Jahr weit nach vorn gebracht und uns um die Weltmeisterschaft mitkämpfen lassen, das war für das Team, für die Sponsoren wie auch für unsere Fans in Deutschland und weltweit ein ganz besonderes Erlebnis. Darauf sind wir sehr stolz! Wir verabschieden uns in die Winterpause und freuen uns auf die Saison 2019.»

Ergebnisse Rennen Moto3 ValenciaGP: 


1. Can ÖNCÜ | TUR | KTM 

2. Jorge MARTIN | SPA | HONDA 

3. John MCPHEE | GBR | KTM
15. Jakub KORNFEIL | CZE | KTM
 
20. Marco BEZZECCHI | ITA | KTM





Moto3 WM-Stand Fahrer:
1. Jorge MARTIN, 260 Punkte
2. Fabio DI GIANNANTONIO, 218 Punkte
 
3. Marco BEZZECCHI, 214 Punkte
8. Jakub KORNFEIL, 116 Punkte 






Moto3 WM-Stand Team:
1. DEL CONCA GRESINI, 478 Punkte
2. REDOX PRÜSTEL GP, 330 Punkte
 
3. LEOPARD RACING, 328 Punkte 

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