MotoGP

Sensation: Tony Cairoli besiegt Rossi im PS-Monster

Von - 10.12.2018 09:08

Der neunfache Motocross-Weltmeister Antonio Cairoli schien bei der Monza Rally Show gegen Kumpel und Landsmann Valentino Rossi anfangs auf verlorenem Posten, schaffte dann aber die Sensation.

Valentino Rossi war auch bei der diesjährigen Ausgabe der Monza Rally Show im Fokus der Aufmerksamkeit. Der 39-jährige Italiener führte am Samstagabend bereits mit knapp 50 Sekunden Vorsprung auf seine ärgsten Rivalen. Diesmal war sein fahrbarer Untersatz noch dazu ein hochgezüchteter Ford Fiesta WRC Plus. Und gerade dieses «Plus» stieß der Konkurrenz sauer auf, da Rossi somit über das mit Abstand beste und schnellste Auto im Feld verfügte.

Für Tony Cairoli, selbst neunfacher Motocross-Weltmeister und in Monza mit einem bestens vorbereiteten Rallye-Hyundai i20 WRC am Start, schien früh klar: «Der Unterschied ist enorm. Der Ford Fiesta WRC Plus kann in einer eigenen Liga antreten. Ich kann hier nur gegen die ‚normalen‘ Gegner fahren.»

Auch Rossi gab zu, dass der Wagen mit etwa 80 PS mehr unvergleichbar sei. «Aus einem bestimmten Blickwinkel ist die Meinung meiner Gegner richtig. Es wäre sicher spannend gewesen gegen Leute wie Bonanomi, Cairoli oder Perico zu fighten. Aber der WRC Plus ist auf eine gewisse Art wie eines der Gruppe B-Fahrzeuge aus den Rallye-Urzeiten. Es ist quasi die MotoGP-Variante unter den Rallye-Autos. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich nicht sicher bin, ob ich nochmals so eine Gelegenheit erhalten werden. Deswegen habe ich mich für den Fiesta WRC Plus entschieden.»

Der Ford Fiesta WRC Plus verfügt etwa über 80 PS mehr als die Fahrzeuge von Cairoli oder Bonanomi. «Il Dottore» gab interessante Einblicke: «Dieses Auto ist im Vergleich zum alten Ford Focus immer noch recht einfach zu fahren. Es läuft aber besser, bremst auch noch stärker als die anderen Wagen.»

Cairoli beendete die klassische Rallye auf Rang 5. Im Finish am Sonntag kam dann jedoch alles anders: Cairoli (33) lief bei der «Masters Show» zur Hochform auf und gewann die Prestige-Prüfung in der WRC-Klasse. Im Duell Mann gegen Mann besiegte Cairoli im Super-Finale schließlich auch Rossi auf dem traditionell eng gesteckten Asphalt-Parcours bei Start/Ziel der legendären Formel-1-Piste im Autodromo di Monza.

Cairoli steigerte sich in diesem Duell von Runde zu Runde und übernahm im dritten von vier Umläufen das Kommando. Cairoli überzeugte vor allem mit extrem engen Linien in den 180- Grad-Kehren. Nach vier Runden war Cairoli um sechs Zehntelsekunden schneller als Rossi. Nach der ersten Runde war Rossi noch mit mehr als sechs Zehntelsekunden Vorsprung vorne gelegen.

Auf den Plätzen 3 und 4 landeten Teemu Suninen und Piero Longhi. «Ich bin es ruhig angegangen, habe dann aber wie im Finish eines Motocross-Rennens viel riskiert und zum Glück keinen Fehler gemacht», zeigte sich Cairoli sichtlich zufrieden.

Interessant: Um die WRC-Plus-Raketen, wie den Ford Fiesta von Rossi, überhaupt im Feld starten zu lassen, müssen laut Reglement mindestens vier dieser Fahrzeuge im Feld vertreten sein. Deswegen schickte Ford auch vier dieser Fahrzeuge in den Bewerb. Neben Rossi waren sein Kumpel Uccio Salucci und sein ehemaliger Manager und jetziger Suzuki-Teammanager Davide Brivio ein einem der Plus-Geschosse unterwegs. Als härtester Herausforderer für Rossi am Papier im Fiesta Plus galt aber der Finne Teemu Suninen.

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