MotoGP

Marc Márquez: Warum sind die Spanier so überlegen?

Von - 13.05.2019 10:24

Weltmeister Marc Márquez kommt aus bescheidenen Verhältnissen. Papa Juliá war Kranfahrer, irgendwann reichte sein Geld nicht mehr aus für die Karriere. Marc lobt den spanischen Verband für seine Nachwuchsarbeit.

Die Resonanz auf dem Auftritt von Weltmeister Marc Márquez (26) beim Fußball-Bundesligaspiel RB Leipzig gegen FC Bayern übertraf alle Erwartungen. Der Repsol-Honda-Werkspilot steuerte seine ca. 285 PS starke RC213V durch das Nordtor 15 Minuten vor dem Anpfiff in die mit 45.000 Zuschauern ausverkaufte RB Arena in Leizpig, drehte rund ums Spielfeld eine Runde und ließ den Hinterreifen mehrmals ordentlich qualmen.

Márquez erfreut sich in Sachsen großer Beliebtheit, denn er hat den Motorrad-GP von Deutschland seit 2010 nicht weniger als neun Mal in Serie gewonnen. So eine fabelhafte Siegesserie ist dem Spanier bisher noch nirgends gelungen. Wegen seines regelmäßigen Dirt-Track-Trainings (diese Rundkurse führen nur linksrum und haben keine Rechtskurven) bevorzugt der siebenfache Weltmeister Márquez Linkskurse und Linkskurven, daraus macht er kein Geheimnis. Auch der Circuit of the Americas (COTA), wo er von 2013 bis 2019 siebenmal in Serie die Pole-Position erzielte und von 2013 bis 2018 sechsmal hintereinander gewann, ist ein Linkskurs.

Márquez ist einer von acht MotoGP-Fahrern aus Spanien. Alex Crivillé triumphierte 1999 als erster Spanier in der «premier class».

Seit 2010 haben die spanischen Schräglagenkünstler die Vorherrschaft in der Königsklasse übernommen. In den letzten neun Jahren haben Lorenzo (3) und Márquez (5) die meisten MotoGP-WM-Titel abgeräumt, nur Casey Stoner (auf Honda 2011) funkte dazwischen.

Auch zuletzt in Jerez standen mit Márquez, Rins und Viñales wieder drei Spanier auf dem Podest.

Deutschland hat mit Stefan Bradl und Jonas Folger nur zwei MotoGP-Testfahrer anzubieten. Und Folger ist 2019 bei Yamaha nicht Wildcard-Einsätze vorgesehen. In der Moto2-Klasse mischt nur Marcel Schrötter vorne mit, Lukas Tulovic und Philipp Öttl sind 2019 noch punktelos. In der Moto3-WM fehlt sogar die deutsche Beteiligung vollkommen. Ein Armutszeugnis für die Wirtschaftsmacht Deutschland mit mehr als 82 Millionen Einwohnern, erfolgreicher Industrie und namhaften tradtionsreichen Rennstrecken.

Aber Márquez ist überzeugt, dass jetzt in Deutschland nach etlichen mageren Jahren die Nachwuchsarbeit verstärkt wird. «Ich weiß, dass in Deutschland begonnen wurde, wieder in den Breitensport zu investieren. Ich komme aus einer normalen Familie, ich stamme aus bescheidenen Verhältnissen. Und Motorräder sind teuer. Mein Vater hat mir geholfen, aber zu einem gewissen Zeitpunkt hat sein Geld nicht mehr ausgereicht. Aber dann ist ein Team und ein Sponsor auf mich aufmerksam geworden, ich habe rechtzeitig Unterstützung bekommen. Das war sehr wertvoll. Ein sehr wichtiger Support. Das war ein Schlüsselpunkt für meine Karriere. Dazu kommt, dass der spanische Verband sehr, sehr viel Geld in den Breitensport investiert. Wir haben sehr viele Nachwuchsklassen und Nachwuchsserien. Das ist der Hauptgrund, der Spanien von vielen anderen Ländern unterscheidet. Bei uns funktioniert die Nachwuchsförderung.»

WM-Stand nach 4 von 19 Rennen:

1. Márquez 70. 2. Rins 69. 3. Dovizioso 67. 4. Rossi 61. 5. Petrucci 41. 6. Viñales 30. 7. Miller 29. 8. Nakagami 29. 9. Crutchlow 27. 10. Morbidelli 25. 11. Pol Espargaró 21. 12. Aleix Espargaró 18. 13. Quartararo 17. 14. Lorenzo 11. 15. Bagnaia 9.

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Weltmeister Marc Márquez in Jerez © Fitti Weisse Weltmeister Marc Márquez in Jerez Stefan Bradl und Marc Márquez in Leipzig © Red Bull Stefan Bradl und Marc Márquez in Leipzig
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