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Romano Albesiano (Aprilia): «Bike ist nicht perfekt»

Von - 22.08.2016 06:25

Aprilia machte in letzter Zeit in der MotoGP wenig positive Schlagzeilen. Dafür gab es merkwürdige Statements von Firmchef Roberto Colaninno.

Das von Aprilia Racing Team Gresini nach dem Österreich-GP veröffentlichte Press Release nach den Plätzen 16 und 19 von Bautista und Bradl und den Frühstarts der beiden Fahrer sorgte für Verwunderung.

Man war erstaunt, dass ein Teamchef wie Romano Albesiano den Fahrern Unkonzentriertheit vorwirft, wenn ihnen ein Frühstart passiert. So etwas ist auch schon Jorge Lorenzo in Austin widerfahren, dem nächstjährigen Aprilia-Werksfahrer Sam Lowes 2016 in Katar.

Es ist nicht üblich, das Teams ihre Fahrer nach solchen Fehlern bloßstellen. Auch Crutchlow, Hernandez und Barbera haben in Österreich Frühstarts gemacht, ihre Teams haben sie deswegen nicht kritisiert. Man gewinnt gemeinsam, man verliert gemeinsam.

Aber bei Aprilia Racing herrscht eine gedrückte Stimmung. Als einziges MotoGP-Werksteam neben Suzuki wechselt es mitten in der Entwicklungsphase beide Fahrer aus; statt Bautista und Bradl kommen 2017 Sam Lowes und Aleix Espargaró. Diese Entscheidung wird von vielen Teammitgliedern nicht begrüsst.

Im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com nahm Aprilia-Rennmanager Romano Albesiano Stellung.

Romano, das Press Release von Aprilia Racing nach dem Österreich-GP hat viel Kopfschütteln bewirkt. Bei den Berichterstattern, bei den Rivalen, beim Team und bei den Fahrern. Mit ein paar Tagen Bedenkzeit – würdest du so eine Pressemitteilung noch einmal in dieser Form vom Stapel lassen? Hätte man vorher eine Nacht drüber schlafen sollen?

(Er denkt lange nach. Er seufzt er und sucht nach Worten). Jedes Unternehmen hat seinen eigenen Stil. In speziellen Umständen entscheidet dann das Unternehmen, wie es auf diese Situation reagieren soll.
Diese Reaktion nach Spielberg war der Stil der Firma. Vielleicht war das falsch, vielleicht war das richtig. Aber es war die Antwort, die unser Präsident für richtig gehalten hat.
Ich kann seine Reaktion verstehen, denn er ist der Hauptsponsor dieses Projekts. Er steckt da viel Geld hinein.
Er hat dann als TV-Zuseher die ganzen Fehler gesehen, die Fehler des Teams, die Fehler der Fahrer. Er war wirklich verärgert.
Als TV-Zuschauer konnte er die positiven Aspekte nicht einschätzen. Er hat nicht mitbekommen, mit welch erstaunlicher Rennpace unsere zwei Fahrer unterwegs waren. Er hat nur die negativen Auswirkungen gesehen.

Du hast am Sonntag nach dem Österreich-GP im Press Release gesagt, die Fahrer seien «distracted» gewesen, das habe zum Frühstart geführt. Das heisst: abgelenkt, zerfahren, konzentrationsschwach.

Mir wäre es lieber, ehrlich gesagt... Das ist vielleicht im englischen  Press Release nicht richtig übersetzt worden. Manchmal ist es richtig, wenn der Big Boss alle Beteiligten aufruft, achtsamer zu sein. Er ist unser Hauptsponsor und gleichzeitig unser größter Fan. Er will gute Nachrichten hören. Und ich konnte ihm mitteilen, dass wir eine sehr starke Rennpace hatten, obwohl es für die Fahrer sehr schwierig war, nach den Durchfahrtsstrafen auf die Piste zurückzukehren und zu pushen. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass die Fahrer nach den Fehlern die Köpfe nicht hängen ließen. Sie haben einen Fehler gemacht, wir als Team haben einen Fehler mit dem Dashboard gemacht. Und der Big Boss hat uns alle wachgerüttelt oder zur Ordnung gerufen.

Du hast beim Sachsenring-GP in einem Interview festgestellt: «Unser Motorad hat keine Schwachstellen.» Wie ist das zu verstehen?

Damit meine ich, dass wir keine besondere Schwachstelle haben. Wir wissen, dass wir uns in vielen Bereichen verbessern müssen. Besonders bei der Motorleistung. Aber wir holen auf.
Was ich gemeint habe: Wir haben keine spezifischen Bereich am Motorrad, der falsch ist. Es muss alles optimiert werden, das macht dann den Unterschied aus in der MotoGP. Ich weiß, dass unser Motorrad nicht perfekt ist. Es ist absolut nicht perfekt. Ich weiss sehr gut, dass das nicht der Fall ist.

Aber bei Honda wird jeden Tag über die Schwächen des Motorrads diskutiert, bei Ducati auch. Bei Aprilia heißt es: «No weak points.» Das klingt merkwürdig.

Es kommt darauf an, wie man meine Aussagen interpretiert. Ich habe mich auf den Standpunkt des Designers bezogen. Wenn wir ein Re-Design des Bikes machen müssten, würden wir keine radikalen Änderungen vornehmen. Wir müssen alles verbessern, das war der Grundgedanke meiner Aussage.
Wir haben viele Schwachpunkte.

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Das Aprilia-Team: Bradl, Albesiano, Gresini und Bautista © Gold & Goose Das Aprilia-Team: Bradl, Albesiano, Gresini und Bautista
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