1. Training Monza: Leclerc vor Hamilton, Antonelli P5, Verstappen Zuschauer
Erstes Training zum Italien-GP im Autodromo Nazionale von Monza: Ferrari-Ass Charles Leclerc erzielt Bestzeit, dahinter Hamilton und Russell. Max Verstappen musste in den ersten 60 Minuten zugucken.
Ferrari-Ass Charles Leclerc hat über Monza festgehalten: «Früher hatten wir für die Monza-Spezifikation fast ein neues Auto, mit gut hundert Änderungen. Das ist heute nicht mehr so, weil wir von einer ganz anderen Rennwagen-Generation sprechen.»
Dennoch wurde die Liste an neuen Teilen ziemlich lang, die von Rennställen und FIA bestätigt worden ist: McLaren mit einem Drehflügel à la Ferrari (bei den Briten H-Wing genannt) und modifiziertem Unterboden. Mercedes mit einem windschlüpfigeren Heckflügel und optimierter Rückspiegelhalterung.
Neu bei Red Bull Racing: Frontflügel-Endplatten, Stütze des Auspuff-Endrohrs, Beginn der Bodenplatte, Verkleidung der Hinterradaufhängung.
Ferrari mit Monza-spezifischen Änderungen, die alle auf weniger Luftwiderstand zielen: Heckflügel, hintere Bremsbelüftung, Rückspiegelstütze, Unterboden. Und natürlich mit der Schumacher-Sonderlackierung à la 1996.
Apropos Schumi: Charles Leclerc mit einem Helm im leuchtenden Rot, wie es Michael früher trug, Lewis Hamilton bleibt bei Knallgelb.
Auch Fernando Alonso mit ungewöhnlichen Helmfarben: Er erinnerte mit dem Geld und Rot an seinen 2021 verstorbenen Landsmann und frühen Förderer Adrián Campos.
Williams mit optimierter Verkleidung des Sturzbügels Halo, neuem Unterboden und anderem Frontflügel. Die Racing Bulls mit neuem Dreh-Heckflügel (die Italiener nennen ihn «liscio», für glatt) und neuer Stütze des Auspuff-Endrohrs (da gleicher Red Bull-Ford-Motor wie Red Bull Racing).
Aston Martin mit geänderter Verkleidung der Vorderrad-Aufhängung und anderem Unterboden. Haas mit Neuem an Unterboden, Seitenkästen, Motorverkleidung, Verkleidung der Hinterradaufhängung. Bemerkenswert: Der verbesserte Motor von Ferrari nur im Haas-Renner des Ferrari-Zöglings Oliver Bearman. Ferner Alpine mit optimierten Endplatten am Frontflügel und windschlüpfigerem Heckflügel.
Keine neuen Teile bei Audi und Cadillac fürs Monza-Wochenende.
Bei 30,3 Grad (die Bahn bei 50,3 Grad) ging die Action im königlichen Park los, mit vier Freitagfahrern – der Japaner Ayumu Iwasa im Red Bull Racing-Rennwagen von Max Verstappen, der Engländer Luke Browning im Williams von Alex Albon, der Estländer Paul Aron mit der Alpine von Pierre Gasly sowie der US-Amerikaner Colton Herta im Cadillac von Stammfahrer Sergio Pérez.
Die Vorbereitung des IndyCar-Stars Herta war eher suboptimal: Crash im Formel-2-Training in der zweiten Lesmo-Kurve.
Zur Erinnerung: Im zweiten Red Bull Racing-Renner neben Verstappen wie in Zandvoort der Neuseeländer Liam Lawson, der Pariser Stammpilot Isack Hadjar kuriert noch immer sein gebrochenes Handgelenk aus. Start eine Woche nach Monza in Madrid noch ungewiss.
Nach wenigen Minuten Ferrari-Fahrer Leclerc schon an der Spitze, Applaus von den Tribünen. Klar hielt die nicht lange, aber ein Ferrari vorne, das ist für die Tifosi immer schön.
Viele Fahrzeuge mit Messrechen ausgerüstet, als wären wir beim Wintertest. Dennoch schaffte es Alpine-Fahrer Aron, dem Japaner Iwasa in die Quere zu kommen. Ayumu am Funk baff: «Oh, was macht der da?»
Nach 10 Minuten Mercedes-Fahrer Russell kurz neben der Bahn, die Mercedes-Mechaniker schauten sich den Unterboden des Rennwagens an.
Stand nach einer Viertelstunde: Russell, Norris, Lawson, Piastri, Hamilton, Leclerc (auch er in Kurve 5 schnell neben der Bahn), Antonelli.
Nach 20 Minuten Aus die Maus für Colton Herta: Der US-Amerikaner musste den Cadillac zur Seite stellen (Verdacht auf Hydraulikdefekt), ausgerechnet nach seiner F2-Unfallstelle bei Lesmo 2. Sogar rote Flagge, weil Hertas Renner in Sicherheit geschleppt werden musste, die Uhr lief gnadenlos weiter. Um 12.56 Uhr ging’s weiter.
Kimi Antonelli ist der erste italienische Formel-1-Fahrer, der als WM-Leader nach Monza gekommen ist seit – Alberto Ascari 1953!
Dieser Kimi liess sich weiche Reifen geben: neue Bestzeit. Aber sein Mercedes-Stallgefährte George Russell war noch schneller.
Das liess Charles Leclerc (auf mittelharten Pirelli) nicht auf sich sitzen: Platz 1, drei Zehntel schneller als Russell.
Paul Aron machte sich anhaltend keine neuen Freunde: Er wedelte vor Yuki Tsunoda (Racing Bulls) herum, dann schnitt er ihn in die Parabolica hinein zusammen. Der Japaner am Funk: «Was zum Geier macht der da?»
Schlusstusch von Ferrari: Hamilton rückte auf Platz 2 hinter Leader Leclerc. Für die Tifosi darf das ruhig so bleiben.
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