Neues Rätsel Racing-Raritäten: Ein Formel-1-Auto, das kein Rennen fuhr
Bei unserem neuen Rätsel ist ein Formel-1-Auto zu sehen, das nie zum Renneinsatz gekommen ist. Was ist das für ein Fahrzeug? In welchem Jahr wurde es gebaut? Machen auch Sie mit!
Meist aus dem Archiv unserer Foto-Partner XPB und Grand Prix Photo stellen wir jede Woche ab Dienstag ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und rätseln Sie um die Ehre mit – zu gewinnen gibt es nichts. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist Sonntag der laufenden Woche, um 24.00 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen sind ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die im Rahmen des Rätsels übermittelten Daten werden ausschliesslich zur Durchführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Beim neuen Rätsel gilt: Das ist eines jener Rennfahrzeuge, die nie zum Einsatz gekommen sind. Wir wollen wissen, um welches Auto es sich handelt und wann es gebaut worden ist.
Unser Hinweis für die letzte Aufgabe lautete: Das ist einer jener Läufe der Formel-1-WM, bei welchem ein Grosser Preis keine Landesbezeichnung trug. Zu sehen ist der Engländer Stuart Lewis-Evans mit seinem Vanwall-Rennwagen vor dem Formel-1-WM-Lauf von Pescara 1957.
Der Strassenkurs von Pescara an der Ostküste von Mittel-Italien wurde im Rahmen der Formel-1-WM nur einmal befahren und stellte einen Rekord für die Ewigkeit auf: Eine Runde war 25,579 km lang!
Mit dem Pescara-GP fanden in der Formel-1-WM 1957 erstmals zwei Läufe im gleichen Land statt (Pescara und Monza). Das Rennen rückte nur deshalb in den Rennkalender, weil die Läufe in den Niederlanden und in Belgien abgesagt wurden. Die Organisatoren von Zandvoort und Spa hatten den Rennställen weniger Startfeld offeriert, was von den Teams abgelehnt wurde.
Wegen der enormen Pistenlänge von Pescara wurde gar nicht erst versucht, Eintrittskarten für den kompletten Kurs zu verkaufen, eine Kontrolle wäre unmöglich gewesen, zudem guckten Tausende von Fans aus Häusern dem Geschehen zu. Schätzungen zufolge zog das Rennen mehr als 200.000 Zuschauer an.
Ferrari fehlte offiziell in Pescara. Nach der Tragödie der Mille Miglia 1957 mit 13 Todesopfern war Enzo Ferrari in eine Untersuchung verwickelt. Es stand ein Ferrari am Start (mit Luigi Musso), aber Enzo Ferrari betonte, es handle sich nicht um einen Werkseinsatz (was natürlich Blödsinn war).
Eigentlich erstaunlich, dass die italienische Regierung trotz des Mille Miglia-Katastrophe grünes Licht für Pescara gab. Immerhin wurde an der langen Geraden dem Meer entlang eine Schikane eingebaut, um dsas Tempo ein wenig zu drosseln.
Ein freies Training gab es nicht, die Piloten erkundeten die Bahn mit Privatautos. Dann am Samstag gleich in die Quali, die aus zwei Teilen bestand (7.00–9.30 Uhr und 16.30-18.30 Uhr). Juan Manuel Fangio erzielte mit seinem Maserati die schnellste Zeit, vor Stirling Moss im Vanwall und Musso im Ferrari. Stuart Lewis-Evans mit seinem Vanwall auf P8.
Weil sehr hohe Temperaturen erwartet wurden, setzten die Italiener den Start auf 9.30 Uhr an. Fahrer und Fahrzeuge litten unter der Hitze, es gab viele Ausfälle. Am Ende hatte Moss die Nase vorn, mit einer Gesamtzeit von fast drei Stunden, vor Fangio, Harry Schell, Masten Gregory und Lewis-Evans.
Stuart Lewis-Evans, Sohn eines Garagenbesitzers, war wesentlich daran beteiligt, dass Vanwall 1958 die erste Konstrukteurs-WM gewann. Er wurde Dritter in Belgien und Portugal sowie Vierter beim Heimrennen in England.
Beim Marokko-GP in Casablanca ging sein Wagen in Flammen auf, der Rennfahrer erlitt schwere Brandverletzungen. Die Behandlung der marokkanischen Helfer war jämmerlich und führte (unter Anderem wegen nicht steriler Verbände) zu Komplikationen. Lewis-Evans wurde von Vanwall-Chef Tony Vandervell nach England geflogen, erlag aber am 25. Oktober seinen Verletzungen. Der Unternehmer Vandervell war so schockiert, dass er sich Ende 1958 aus der Formel 1 zurückzog.
Auf dem Strassenkurs wurden bis 1961 Rennen gefahren, dann wurde die Piste als zu gefährlich eingestuft.
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