Valtteri Bottas zum Steuer-Wirbel Italien: «Ich wurde nicht voll zitiert»
GP-Sieger Valtteri Bottas soll gesagt haben: «Die Fahrer wollen kein WM-Finale in Italien, weil es Schwierigkeiten mit dem Entrichten von Steuern gibt.» Nun stellt sich heraus: Alles ist anders.
Wirbel um GP-Routinier Valtteri Bottas. Der 37-jährige Finne hatte in den Raum gestellt, die Formel-1-Piloten wollten kein WM-Finale in Imola, weil es dort Probleme mit den Steuerbehörden gebe.
Der WM-Zweite von 2019 und 2020 sagte im Fahrerlager des Sepang International Circuit: «Ich weiss nicht, ob Sie von den italienischen Steuern gehört haben. Kein Fahrer möchte in Italien fahren, wegen der jüngsten Ereignisse. In Abu Dhabi hingegen gibt es keine Steuern. Und jeder würde gerne an einem wärmeren Ort fahren. Für den Moment, was ich so gehört habe, fahren wir immer noch nach Katar und Abu Dhabi.»
Hintergrund: Die Formel 1 wird ihre Saison wie geplant mit zwei WM-Läufen in Katar und Abu Dhabi zu beenden, aber der Nahost-Konflikt bleibt unberechenbar. Daher bleibt als Plan B bestehen, das WM-Finale in Imola auszutragen. Falls das passiert, werden wieder Steuern fällig.
Hintergrund 2: Die Bemerkungen des zehnfachen GP-Siegers Bottas reflektieren Berichte, wonach die Formel 1-Fahrer Briefe von Italiens Finanzpolizei, der Guardia di Finanza, erhalten haben, in denen sie aufgefordert werden, Steuererklärungen über im Land erzielte Einkünfte einzureichen.»
Hintergrund 3: Die Fahrer entrichten in den meisten Ländern, in welchen sie ihrer Arbeit nachgehen, Einkommens-Steuer.
Valtteri Bottas präzisiert nun: «Das ist ein klassisches Beispiel dafür, dass ich eine Situation erkläre und dann werden nur die saftigsten Teile herausgenommen, um es für mich wirklich schlecht aussehen zu lassen.»
«Wir Fahrer haben kein Problem damit, Steuern zu zahlen – solange wir Bescheid wissen. Wir fahren in vielen Ländern und in den meisten gibt es einen bestimmten Prozentsatz, den wir entrichten. Und das ist in Ordnung, solange wir es wissen. Aber es ist irgendwie frustrierend für die Fahrer, dass sie in diesem Fall sieben oder acht Jahre zurückgegangen sind für ihre Untersuchung.»
«Uns wurde immer gesagt, dass wir für Italien nichts einreichen müssen, sonst hätten wir es getan. Das kam also irgendwie mit dieser Sache auf, und offensichtlich ist es ein erheblicher Betrag. Ich bin sicher, es würde jeden ärgern, wenn im Nachhinein Forderungen gestellt werden, aber so läuft das eben.»
Der vierfache Formel-1-Championi Max Verstappen ist bei der Sache pragmatisch wie immer: «Es gibt kein Steuerproblem. Man muss einfach Steuern zahlen und fertig.»
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