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X-GRIP-Teamchef Benjamin Diesel: «Man muss den Strafenkatalog überdenken!»

Mit den Brightmore-Brüdern hat das Mastermind des X-GRIP-Teams, Benjamin Diesel, einen guten Riecher bewiesen. Die beiden liefern konstante Leistungen ab und sind unter den Top-5 der Hard-Enduro-WM.

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Mitch Brightmore gewann in dieser Saison beim Silver Kings in den USA erstmals einen WM-Lauf und setzte sich dort eindrucksvoll auch gegen KTM-Star Manuel Lettenbichler durch. Der 23-jährige Brite liefert auf seiner GASGAS für das X-GRIP-Team in dieser Saison beeindruckende Leistungen ab und liegt in der WM-Wertung ein Rennen vor dem Ende an zweiter Stelle hinter Lettenbichler. Theoretisch hat er sogar die Chance auf den Titel – dazu müsste er beim Hixpania in Spanien aber die volle Punktezahl holen und Lettenbichler leer ausgehen. Sein erst 20-jähriger Bruder Ashton liegt aktuell auf der 4. Position und in der Junioren-Wertung auf dem zweiten Platz. Nach dem turbulenten Lauf beim Sea to Sky in der Türkei sprach SPEEDWEEK.com exklusiv mit Benjamin Diesel, der das «X-GRIP GASGAS Racing Team» leitet.

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Mitch und Ashton sind nahezu durchgängig stark unterwegs in der Hard-Enduro-WM. Wie siehst du ihre Entwicklung? Ich habe die Burschen vor vier Jahren zum ersten Mal live fahren gesehen, als ich selbst die Xross in Serbien gefahren bin. Schon damals war ich von ihrer Technik beeindruckt. Vor allem Ashton war damals noch ein kleiner Bub, aber die Art, wie die beiden am Motorrad gestanden sind, war einfach unglaublich. Mir war sofort klar: Die haben das Zeug, etwas zu erreichen. Wir hatten damals bereits ein Team und waren teilweise international unterwegs, wollten unsere Produkte aber auf die nächste Ebene bringen. So kam mir vor genau zwei Jahren beim Sea to Sky die Idee, die beiden zu verpflichten und zu Vollprofis zu machen. Heute stehen sie bei uns unter Vertrag, und ihr Job ist Motorradfahren. Das hat natürlich dazu geführt, dass sie sich entsprechend entwickelt haben, und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht.

Beim Silver Kings meinte Manuel zu Mitch, dass er der Nächste sei. Ein Ritterschlag. Siehst du das auch so? Ich verstehe Manuel absolut. Er fährt seit mittlerweile zehn Jahren auf einem Niveau, das einfach unglaublich ist. Seine Titel sprechen für sich. Es wird langsam Zeit, dass junge Fahrer nachkommen. Mitch ist mit seiner körperlichen Entwicklung fertig und kann jetzt sein volles Potenzial ausschöpfen. Man darf aber nicht vergessen, dass Ashton ein paar Jahre jünger ist und fast ein Jahr verletzt war. Die beiden werden sich in den nächsten Jahren sicher ordentlich duellieren. Aber ja, Ritterschlag trifft es ganz gut, wenn man so etwas von einem Kaliber wie Manuel Lettenbichler hört.

Bei der Roof of Africa und auch beim Sea to Sky hat es Zeitstrafen und Disqualifikationen gegeben. Wie schaut deine Bewertung der Vorfälle in ein paar Worten aus? Wenn ich ehrlich sein darf, ist das Ganze schon etwas komisch. In Südafrika hat Mitch, der den Prolog gewonnen hätte, eine Strafe bekommen, obwohl wir ohnehin schon 30 Sekunden zu spät aus dem Start gefahren sind. Aber gut, Regeln sind Regeln, das wurde uns dort klar gesagt.

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Beim Sea to Sky Manuel zehn Minuten aufzubrummen, weil ihm beim Tankpunkt von außen Wasser auf die Bremsscheibe geleert wurde, wo kein Service erlaubt war, entspricht überhaupt nicht meinen Vorstellungen. Das hatte keinerlei Einfluss auf das Ergebnis, gar keinen.

Über die Strafe für Mario Román lässt sich streiten. Das Motorrad wurde am Tankpunkt gestartet. Das ist ihm im Eifer des Gefechts passiert und passiert ihm sicher nicht noch einmal. Man kann aber argumentieren, dass dadurch die Sicherheit nicht berücksichtigt wurde.

Zum Fall Teodor Kabakchiev: Teo ist ein Wahnsinnsrennen gefahren und hat definitiv um den Sieg gekämpft. In diesem Fall ist er der große Leidtragende, und das tut mir wirklich leid für ihn. Aber wenn bei den anderen Fahrern streng nach Regelwerk entschieden wurde, welche Strafen zu vergeben sind – und die waren meiner Meinung nach zum Teil weit überzogen –, dann muss auch bei Teo das Regelwerk angewendet und entsprechend gestraft werden. Im FIM-Reglement ist ganz klar geregelt, dass fremde Hilfe in so einem Fall eine Disqualifikation nach sich zieht, sehr zu seinem Leid. Die FIM hat damit klar gezeigt, dass sie nach den Regeln fahren will.

Abschließend muss ich zum Thema Strafen eines sagen: Man sollte den ganzen Strafenkatalog ein wenig überdenken. Wir machen keinen Hallensport wie Basketball, wo immer alles unter standardisierten Bedingungen gleich ist. Wir fahren draußen in der Natur, und genau so muss man auch das Reglement auslegen.

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Wie siehst du das Hard Enduro World Ranking aus deiner Sicht als Teamchef? Die Idee des Hard Enduro World Rankings finde ich grundsätzlich gut. Wer die großen Rennen fährt, hat die Möglichkeit, das Ranking in einer Saison zu gewinnen, ohne viele kleine Rennen fahren zu müssen. Gleichzeitig kann man aber auch mit kleinen Rennen ordentlich Punkte sammeln. Der Grundgedanke ist also sehr gut. Er lässt sich nur teilweise schwer mit der derzeitigen offiziellen FIM-Hard-Enduro-WM vereinen, und genau dort sehe ich das größte Potenzial.

Welche Ziele habt ihr euch für 2027 mit dem «X-GRIP GASGAS Racing Team» gesetzt? Für 2027 steht für uns ganz klar die SuperEnduro-WM im Fokus, dort wollen wir Weltmeister werden. Mitch ist in diesem Jahr Dritter geworden und durfte beim letzten Rennen in Frankreich seinen ersten Sieg feiern. Im Jahr davor war Ash Dritter in der Gesamtwertung. Nächste Saison wollen wir Billy Bolt ordentlich einheizen. Outdoor gilt dasselbe: Mitch war letztes Jahr Dritter und kämpft jetzt noch um den Vizeweltmeistertitel. Für nächstes Jahr kann es da eigentlich nur noch eine Steigerung geben, und darauf setzen wir alles.

Hard-Enduro-WM 2026 – Gesamtstand nach Lauf 7 (Sea to Sky):

1. Manuel Lettenbichler (D), KTM, 197 Punkte

2. Mitch Brightmore (GB), GASGAS, 165

3. Teodor Kabakchiev (BG), Sherco, 133

4. Ashton Brightmore (GB), GASGAS, 123

5. James Moore (ZA), Beta, 120

6. Mario Román (E), Husqvarna, 96

7. Billy Bolt (GB), Husqvarna, 76

8. Eddie Karlsson (S), Stark, 62

9. Lorenzo Gandola (I), Sherco, 56

10. Wade Young (ZA), KTM, 55

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