Euro Moto Sportbike
Jakob Rosenthaler verletzt: «Ich beende das schwerste Jahr meiner Karriere»
Rückschlag für Tobias Kitzbichler in der Euro Moto Sportbike. Auf dem Nürburgring verlor der erst 16-jährige Österreicher seinen zweiten Tabellenrang. Saison-Bronze dürfte er aber sicher haben.
Beim fünften Euro Moto-Event 2026 in Assen feierte der Vorjahres-Pilot des Moto4 Northern Cup Tobias Kitzbichler mit seinem sechsten Saison-Podest seinen ersten Sieg in der Sportbike-Klasse, gleichbedeutend mit einem seriennahen Motorrad. Auf dem Nürburgring holte der erst 16-jährige Österreicher im Samstagsrennen mit Platz 2 sein nächstes Podest und verschaffte sich damit in Sachen mögliche Vize-Meisterschaft hinter dem Tschechen Stepan Zuda einen kleinen Vorteil gegenüber dem Niederländer Ruben Bijman.
Am Rennsonntag stürzte der Niederndorfer (bei Kufstein) in der vierten Runde kurz nachdem er Führungsluft geschnuppert hatte. Zwar setzte er das Rennen fort und sicherte sich nach einem Sicherheitscheck an der Box als Letzter hinter der Gastfahrerin Lucy Michel aus der Frauen-WM WCR wenigstens drei Meisterschaftspunkte, doch waren diese viel zu wenige. Ruben Bijman gewann wie am Vortag und punktete somit wesentlich kräftiger. Der Vize-Titel beim Finale in Hockenheim ist für Tobias Kitzbichler theoretisch zwar noch möglich, aber unrealistisch.
«Ich bin nicht direkt enttäuscht, aber ich hätte was Besseres draus machen können», meinte er anschließend gegenüber SPEEDWEEK.com. «Das Podest war mindestens wieder drin, aber so etwas muss man auch verkraften können. Das Nürburgring-Wochenende war schade, aber von der Saison insgesamt bin ich überhaupt nicht enttäuscht. Mit meiner Leistung bis jetzt bin ich mehr als zufrieden und ist mehr als ich erwartete hatte. Ich möchte aber auch den Altersunterschied hervorheben, denn die Hauptkonkurrenten sind fünf, sechs Jahre älter als ich.»
Hinzu kommt, dass er erstmals mit einem der Serie entliehenen Bike Rennen fährt. Dazu erklärt er: «Die Masse, die bewegt werden muss, und vor allem das Abbremsen dieser. Natürlich musste ich meinen Fahrstil etwas umstellen. Und ich habe mit viel Training von Januar bis Mitte des Jahres rund drei Kilogramm reine Muskelmasse aufgebaut.»
In Hockenheim möchte er noch einmal um den Sieg fahren. «In der Tabelle habe ich nach hinten Luft, kann also nichts mehr verlieren. Also werde ich voll auf Angriff fahren, so wie immer eigentlich. Aber eigentlich habe ich mich seit Assen nicht mehr großartig mit der Tabelle beschäftigt. Ich will einfach Spaß haben und frei fahren. Das habe ich die vergangenen Jahre gelernt, wenn man zu viel nachdenkt, passiert einfach nichts Gutes.»
Zu viel nachgedacht hatte er bei seinem Sturz auf dem Nürburgring nicht, eher zu wenig. «Da hatte ich in der Situation den Kopf komplett abgeschaltet. Ich wollte gerade nach vorn und habe etwas überpacet. Da wollte ich in dem Moment zu viel. Zumindest habe ich mit der schnellsten Rennrunde (gefahren kurz vor seinem Malheur, Anm. d. A.) jetzt den All-Time-Lap-Record.»
In der Meisterschaft ist Tobias Kitzbichler der beste Österreicher und zugleich bester Deutschsprachiger. Seine Landsleute in dieser Klasse blieben am Nürburgring ohne Punkte. Luis Rammerstorfer zog sich bei einem Sturz beim Test am Donnerstag nicht dramatische, aber sehr schmerzhafte Armprellungen zu und verzichtete danach aufs Weitermitmachen.
Jakob Rosenthaler katapultierte sich erneut, diesmal schon in der ersten Rennrunde des ersten Rennens, ins Aus und trat danach mit einer Fingerverletzung wenig später die Heimreise an.
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