Sandro Wagner hört auf – Euro Moto-Mittelfeld schrumpft weiter
Mit viel privatem Engagement war der Superbike-Pilot jahrelang ein Teil der IDM Superbike. Bei der neuen Euro Moto ist Wagner raus. Die Hürden sind inzwischen schlicht zu herausfordernd und zu teuer.
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Sandro Wagner ist seit bald zehn Jahren ein treuer IDM-Pilot gewesen, der nach der Umwandlung der Serie in das neue Produkt Euro Moto, die Motorrad-Segel streicht. Wagner ist kein Siegfahrer, aber er ist sicherlich einer, der mit seinem Familien-Team in der Superbike-Klasse einen Teil des Fundaments der Serie bildete und für ein volles Teilnehmerfeld sorgte. Und im Rennen allzeit bereit, sich den einen oder anderen Punkt zu schnappen. Mit seinem Ausstieg aus der neu gestalteten Euro Moto geht ein weiterer Weg zu Ende. Zumindest auf nationaler Ebene.
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«Ich werde dieses Jahr nicht die IDM Superbike bzw. die Euro Moto fahren», erklärte er jetzt gegenüber SPEEDWEEK.com. «Es gibt mehrere Gründe, die mich zu der Entscheidung gebracht haben. Einerseits bekomme ich das Budget nicht zusammen, das dieses Jahr nochmals um ein ordentliches Stück ansteigen wird, aufgrund von Reglement und allgemein steigenden Preisen und das nächste Thema ist das fahrerische Niveau, das in den letzten Jahren einfach extrem gestiegen ist.»
Dass ich kein Weltmeister werde, ist mir auch klar.Sandro Wagner
«Ich habe versucht, parallel zum Berufsleben auf höchstmöglichem Niveau Rennsport zu betreiben. Dass ich kein Weltmeister werde, ist mir auch klar, aber der Ehrgeiz und die Motivation, irgendwann zu den Besten aus ganz Deutschland zu gehören, haben mich immer begeistert», beschreibt er die Lage. «Das Mittelfeld hat sich sehr stark ausgedünnt und fast alle in den Top10 sind Podiumskandidaten, was einerseits die Meisterschaft spannend macht, aber andererseits für Fahrer und Teams wie mich die Heimat nimmt. Ich möchte mich nicht über das hohe Niveau beschweren, nicht falsch verstehen, aber für mich sind die Kosten und der Aufwand, den man betreiben muss, um mitzuhalten, nicht machbar. Ein gutes Beispiel war z. B. Most letztes Jahr. Fast alle Fahrer unter 1:35 und ich mit 1:34,0 in der letzten Startreihe, das schwächt die Motivation dann schon.»
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«Was für mich aber das sichere Aus bedeutet hat», so Wagners Klartext, «ist das Signal, das die IDM 2025 bzw. die Euro Moto für 2026 gesendet hat, nämlich die Tendenz zur Kostensteigerung. Anstatt zu versuchen, die Kosten im Rahmen zu halten oder zu senken. Meiner Meinung nach ist das nicht der richtige Weg, denn die Sponsorensuche wird bei allen auch nicht gerade einfacher. Von den Teilnehmern und Teams wird immer mehr gefordert, ob aufwändige Prozesse, bei denen man als erstes liest, was man bei Nichteinhaltung bezahlen muss, oder Anpassungen im Reglement, die für kleine Teams personell oder preislich schwer oder nicht machbar sind.»
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«Ein einfaches Beispiel ist z.B. das Verbot von SC1 Reifen, die man nach einem Rennwochenende fast immer nochmal fahren konnte, wenigstens beim Instruieren. Ist ja meine Entscheidung, wenn ich mit einem ‚schlechteren‘ Reifen fahren möchte, aber ein SCX oder SC0 ist meistens nach einer Session Geschichte und Reifen sind eine der größten Posten über die Saison», rechnet er vor. «Es ist schon echt komisch, in einen Kalender zu schauen, an dem die Wochenenden noch nahezu leer sind, das erste Mal seit 2017 das ich ein IDM-Rennwochenende verpassen werde.»
Sandro Wagner ist nicht der erste Pilot und wird sicherlich auch nicht der letzte Fahrer sein, der sich an den steigenden Kosten und den neuen Hürden die Zähne ausbeissen wird. Es entstehen Lücken in der Startaufstellung, die nur schwer wieder zu füllen sein werden.
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