Motocross-WM MXGP
Yamaha-Neuzugang Tim Gajser: Italiens Prestige-Serie als Testlauf?
Auch in diesem Jahr gastiert die Motocross-Weltmeisterschaft in Teutschenthal. Dabei kommt es am letzten Mai-Wochenende zum nächsten Jubiläum der Kult-Veranstaltung im legendären «Talkessel».
Das erste Motocross-Rennen in Teutschenthal wurde am 15./16. Oktober 1966 ausgetragen. Am 3. und 4. Juli 1971 fand dann hinter dem «Eisernen Vorhang» sogar erstmalig ein Lauf zur Motocross-Weltmeisterschaft statt. Der damalige «Große Preis der DDR» der Klasse bis 250 ccm wurde vom Belgier Joel Robert auf einer Suzuki gewonnen. Der nächste WM-Lauf folgte im 1990 wiedervereinten Deutschland am 19. und 20. Juni 1993. Nach einem weiteren Event 1996 gastiert die Motocross-WM, mit Ausnahme des ersten Corona-Jahres 2020, seit 1998 alljährlich beim MSC Teutschenthal. Ergo, werden am 30. und 31. Mai 2026 die weltbesten Motocrosser zum 30. Mal bei einem Solo- bzw. Einzel-WM-Lauf um Punkte kämpfen.
Das sagt der Club-Vorsitzende stellvertretend für die große Helferschar: «Um ehrlich zu sein, haben wir das Jubiläum des insgesamt 30. WM-Rennens im Talkessel 2024 etwas verschlafen, aber in Bezug auf die Solo-WM passt das in diesem Jahr sehr wohl. Dazu wollen wir unseren treuen Fans wieder ein Motocross-Fest der Extraklasse bieten», ist der Vorsitzende des MSC Teutschenthal, Jens-Uwe Jahnke, voller Vorfreude.
Irgendwie passend dazu, sind die diesjährigen Fahrerfelder der beiden (Männer-)WM-Klassen, der gleich der WM-Serie lautenden MXGP sowie der MX2 der bis zu 23-Jährigen, mit Stars gespickt wie selten zuvor. So werden neun Weltmeister an den Startgattern erwartet, die insgesamt 19 Titel errangen.
Angeführt wird das Line-up der Premium-Klasse MXGP von den fünffachen Champions Jeffrey Herlings aus den Niederlanden und Tim Gajser aus Slowenien, die sowohl in der MX2 wie auch der Top-Kategorie triumphierten. Je zwei WM-Titel können die beiden Franzosen Romain Febvre und Tom Vialle vorweisen. Während Febvre zwei Mal in der MXGP erfolgreich war und der aktuelle Weltmeister ist, gelang dies Vialle in der MX2. Ebenso holten sich der Lette Pauls Jonass, der weitere Franzose Maxime Renaux, der Italiener Andrea Adamo und der Belgier Kay de Wolf in der «kleinen» WM-Klasse ihre Titel. Der neunte Champion im Bunde ist der Franke Simon Längenfelder, der im vorigen Jahr die MX2-WM für sich entschied und in dieser Klasse zur Titelverteidigung antritt.
Auf Grund von Marken-, Team- und Klassenwechseln des einen oder anderen Piloten ist in diesem Jahr für zusätzliche Würze gesorgt. Die beiden Hauptdarsteller der MXGP des letzten Jahres, der Weltmeister Romain Febvre und der «Vize» Lucas Coenen aus Belgien, gehen erneut in Grün für das Kawasaki Racing Team MXGP bzw. in Orange für das Team Red Bull KTM Factory Racing an den Start.
Anders sieht es bei den beiden im vorigen Jahr auf Grund von Verletzungen unter Wert geschlagenen Jeffrey Herlings und Tim Gajser aus. So wechselte der seit 2009 zur KTM-Familie gehörende «The Bullet» ins Werksteam Honda HRC PETRONAS und übernimmt dort den Platz des seit 2014 Honda fahrenden Slowenen Tim Gajser. «TiGa243» suchte hingegen im Monster Energy Yamaha Factory MXGP Team beim Hersteller mit den drei gekreuzten Stimmgabeln im Logo eine neue Herausforderung.
Doch damit nicht genug. Nach ihren Triumphen in der MX2-WM kamen in diesem Jahr Tom Vialle (Weltmeister 2020 und 2022), Andrea Adamo (2023) und Kay de Wolf (2024) neu in die Premium-Klasse MXGP. Vialle tritt bei seinem WM-Comeback nach drei Jahren in den USA an der Seite von Herlings im Team Honda HRC PETRONAS an, Adamo fährt im Team Red Bull KTM Factory Racing nun eine größere KTM und de Wolf ebenso im Team Nestaan Husqvarna Factory Racing eine leistungsstärkere Husqvarna. Als Indiz, dass man auch sie in ihrem ersten MXGP-Jahr dem Kreis der Favoriten zurechnen sollte, dient Lucas Coenen. Er zeigte im vorigen Jahr als damaliger Klassenneuling eindrucksvoll, wie man auf Anhieb ganz vorn mitfahren kann. Am Ende gelangen ihm mit sechs gewonnenen Grands Prix sogar die meisten Saisonsiege in der Königsklasse.
Zwar betreten die Top-Fahrer an den zwei Tagen öfters die «Motocross-Manege», doch sind auch in diesem Jahr zwei Rahmenklassen im Programm. Zum einen wird die Motocross-Frauen-Weltmeisterschaft WMX in Teutschenthal ihren zweiten Saisonlauf 2026 austragen, zum anderen wird auch die Europameisterschaftsklasse EMX250 als letzte Vorstufe zur WM für tolle Rennaction und kurzweilige Unterhaltung sorgen.
Wenngleich der detaillierte Zeitplan noch nicht erstellt ist, lässt sich sagen, dass die Trainingsläufe aller Klassen am Samstag, dem 30. Mai, zu morgendlicher Stunde gegen 8 Uhr beginnen dürften. Die erste Rennaction gibt es am kombinierten Trainings- und Rennsamstag ab 15 Uhr mit den ersten Wertungsläufen der EMX250 und danach der WMX. Im Anschluss werden die Qualifikationsrennen der MX2 und MXGP um die ersten WM-Punkte des Wochenendes sowie die Startaufstellungen für Sonntag gestartet. Das MX2-Feld wird zur Fix-Zeit 16.35 Uhr auf die Reise geschickt und zum Tagesabschluss fällt 17.25 Uhr das Startgatter für die MXGP. Wie schon am Freitagabend kommen danach alle Feierwütigen bei der After-Race-Party im Festzelt erneut auf ihre Kosten.
Am Sonntag (31.5.) beginnt das Programm gegen 9.30 Uhr mit dem zweiten Rennen einer Support-Klasse. Nach den Warm-up-Trainings der beiden WM-Kategorien und dem zweiten Rahmenrennen, tragen die MX2 und MXGP ab 13.15 Uhr im regelmäßigen Wechsel ihre je zwei Rennen über 30 Minuten plus 2 Runden aus und ermitteln so die Teutschenthaler Grand-Prix-Sieger 2026.
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