Wilder Ritt: Fabio Quartararo packte seine Yamaha M1 bei den Hörnern
MotoGP-Ass Fabio Quartararo holte am Freitag in Spielberg alles aus seiner Yamaha heraus. Dabei konnte er auf der Stop-and-Go-Strecke eine Stärke ausspielen, über die er seit seiner Kindheit verfügt.
Nachdem das Verhältnis von Fabio Quartararo und Arbeitgeber Yamaha in Aragon einen neuen Tiefpunkt erreicht hatte, erfolgte eine Aussprache, um die Gemüter zu beruhigen. Der Franzose ruderte in Misano zurück, und er gab zu, dass Dinge gesagt wurden, die nicht korrekt waren. Das Ziel ist es nun, sich bei den letzten gemeinsamen Grands Prix auf das Sportliche zu konzentrieren und die Zusammenarbeit so positiv wie möglich zu beenden – falls dies noch möglich ist.
In Misano sprang für Quartararo im Hauptrennen am Sonntag immerhin ein zehnter Platz heraus. Das MotoGP-Zeittraining am Freitag in Spielberg beendete er ebenfalls auf Rang 10 – der direkte Q2-Einzug war gesichert. Mit mehr Motorleistung bei der Yamaha, wäre vermutlich noch mehr drin gewesen. «Wenn man beim Top-Speed so weit weg ist, ist es schwierig, aber wir müssen das Positive mitnehmen, denn wir haben es ins Q2 geschafft. Wir haben unser Maximum gegeben, um in den Top-10 zu sein», lautete das Fazit von Quartararo.
Quartararo: «Wir müssen so fahren, um in eine gute Position zu kommen»
Dass «El Diablo» am Freitag auf dem Red Bull Ring alles gab, konnte man sehen. Er quetschte seine M1 voll aus, und er war im einstündigen Zeittraining von Beginn an auf dem weichen Hinterreifen unterwegs, wie Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli während der Session anmerkte. «Wir müssen so fahren, um in eine gute Position zu kommen – vor allem auf der Bremse», stellte der 27-Jährige klar. «Ich habe meine schnelle Rundenzeit auf der Bremse geholt. Hier gibt es sehr viele harte Bremszonen. Und zu meinem letzten Run: Wenn ich den Bremspunkt nicht in der ersten Kurve verpasst habe, dann war es in Kurve 3. Wenn nicht dort, war es in Kurve 4. Ich habe keine saubere Runde hinbekommen, aber es war genug, um ins Q2 zu kommen.»
Quartararo hat die Yamaha hart rangenommen und er nahm viel Risiko – das klingt auch nach Spaß. «Ich gebe immer 100 Prozent», schmunzelte der MotoGP-Weltmeister von 2021. «Manchmal schaut dabei Platz 10 heraus, ein anderes Mal Rang 15. Ich meine, wenn ich mich gut fühle. Es ist hier gleich wie in Misano und mir ist klar, dass mir beim Grip, Einlenkverhalten und Speed viel abgeht. Auch bei der Aerodynamik. Aber ich gebe mein Maximum.» Weshalb war er am Freitag auf der Bremse so gut? «Das ist generell meine Stärke – seit meiner Kindheit.»
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