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Stürze, Schmerzen, keine Quali-Punkte: YART vor dem EWC-Finale unter Druck

Keine Qualifying-Punkte beim EWC-Saisonfinale und bereits mehrere Stürze: Für WM-Leader YART läuft beim Bol d’Or bisher wenig nach Plan. Crewchief Max Neukirchner erklärt exklusiv, was schiefging.

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Während BMW nach der Pole-Position und fünf zusätzlichen WM-Punkten jubelte, herrschte beim großen Titelrivalen Ernüchterung. YART kam im Qualifying zum Bol d’Or nicht über Startplatz 7 hinaus und ging damit bei der ersten Punktevergabe des EWC-Saisonfinales leer aus.

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Der Vorsprung auf das BMW-Werksteam ist dadurch bereits vor dem Start des 24-Stunden-Rennens von 19 auf 14 Punkte geschrumpft. Dabei war das Qualifying nur das vorläufige Ende einer Rennwoche, in der bei YART bislang kaum etwas nach Plan lief.

«Die bisherige Rennwoche war außergewöhnlich hart. Jeder unserer drei Fahrer ist mindestens einmal gestürzt», fasste Crewchief Max Neukirchner im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com zusammen. Sein Fazit: «Wie schnell es im Motorsport gehen kann, zeigt diese Woche perfekt: Vom Hero bist du ganz schnell Zero.»

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Die Probleme begannen bereits beim Test am Dienstag, als Karel Hanika unverschuldet in einen schweren Unfall verwickelt wurde. Der Tscheche kam mit Blessuren davon, doch eine Yamaha R1 wurde dabei nahezu vollständig zerstört. Später stürzte auch Leandro Mercado. Am Donnerstag folgte der nächste Rückschlag. Bereits in seiner zweiten Runde des freien Trainings stürzte Marvin Fritz in Kurve 7. Der Deutsche blieb unverletzt, doch erneut wurde eine R1 stark beschädigt.

Hanika nach Sturz mit Schmerzen an der Hand

Im ersten Qualifying erwischte es schließlich Hanika erneut. Seine erste schnelle Runde wurde zunächst durch eine rote Flagge zunichtegemacht. Auf der Start-Ziel-Geraden war an einem anderen Motorrad ein Motor geplatzt, woraufhin die Session unterbrochen werden musste.

Nach dem Neustart kam Hanika beim Anbremsen von Kurve 1 zu Sturz. «Er zog sich Blessuren und Schmerzen an der rechten Hand zu, konnte aber weiterfahren», berichtete Neukirchner.

Damit blieb Hanika im Q1 ohne Rundenzeit. Für YART entstand daraus am Freitag ein zusätzliches Problem: Der Tscheche benötigte im zweiten Qualifying zunächst zwingend eine gültige Runde, um sich für das Rennen zu qualifizieren.

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Gleichzeitig standen nur begrenzt Reifensticker zur Verfügung. Statt sofort auf maximale Rundenzeit gehen zu können, musste Hanika deshalb zunächst mit alten Reifen auf die Strecke. «Karel musste zunächst mit gebrauchten Reifen eine gültige Runde setzen, damit er für das Rennen qualifiziert ist. Das gelang», erklärte Neukirchner.

In den einzelnen Gruppen belegte Fritz im Q2 Platz 5, Hanika wurde Achter und Mercado fuhr in seiner Gruppe auf die zweite Position. Für eine deutliche Verbesserung in der Gesamtwertung reichte das nicht. Ein zusätzlicher Faktor waren die Bedingungen. Viele Konkurrenten hatten bereits am Donnerstag bei günstigeren Verhältnissen und Rückenwind ihre schnellsten Runden gefahren. YART konnte diese Zeiten am Freitag nicht mehr kontern und musste sich in der kombinierten Qualifying-Wertung mit Platz 7 begnügen.

Besonders bitter im Titelkampf: Zusatzpunkte wurden nur für die ersten fünf Mannschaften vergeben. Während BMW für die Pole das Maximum von fünf Zählern kassierte, blieb das Konto von YART unverändert.

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Neukirchner: «Wir werden niemals aufgeben»

Doch bei YART will man sich von den Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Schon im Nachttraining hatte die Mannschaft den Fokus vom Qualifying auf das Rennen verlagert und intensiv an der Abstimmung gearbeitet. Dabei sammelte das Team wichtige Erkenntnisse über die Reifenmischungen bei niedrigeren Temperaturen.

Für die 24 Stunden sieht Neukirchner seine Mannschaft deshalb besser aufgestellt, als Startplatz 7 vermuten lässt. «Die Mannschaft bleibt geschlossen, konzentriert und hochmotiviert. Die Rennabstimmung ist gut, die Boxenstopps funktionieren – und jetzt zählt nur noch das 24-Stunden-Rennen», betonte der ehemalige Superbike-WM-Pilot.

Nach einer Woche voller Stürze und Rückschläge ist die Ausgangslage im WM-Kampf schwieriger geworden. Doch entschieden ist noch nichts. Beim Bol d’Or werden nach acht und 16 Stunden weitere WM-Punkte vergeben, bevor am Sonntagnachmittag die große Punkteausbeute für das Rennergebnis folgt.

Neukirchners Kampfansage vor dem entscheidenden 24-Stunden-Rennen ist deshalb eindeutig: «Wir werden niemals aufgeben. Egal, was passiert.»

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