Katar-GP 2025: Vinales mit Showeinlage, Marc Marquez siegte, Martin out!
Der letzte Besuch der MotoGP auf der Wüstenrennstrecke von Losail lieferte viele Schlagzeilen mit Überraschungen, Strafen und Verletzungen. Am Ende siegte Marc Marquez – und der Weltmeister war raus.
Gefühlt ist es lange sehr, seitdem die Motorrad-Straßen-WM auf dem Losail-Circuit von Katar am Start war. Der Kalender bestätigt den Eindruck. Noch vor dem ersten Event der MotoGP in Europa der Saison 2025 und damit vor 18 Monaten ging es in der Wüste zur Sache. Einige Jahre wurde in Katar der Saisonauftakt abgehalten, dann übernahm Thailand die Rolle des ersten Gastgebers im Jahr.
Nach den beiden Amerika-Events ging es dann Anfang Aprilia nach Doha zur vierten Station der Kampagne. Fünf der sechs Rennen hatte Ducati-Lenovo-Neuzugang Marc Marquez für dich entschieden, doch ausgerechnet in Austin vor dem Katar-GP schmiss «MM93» in Führung liegend weg. Der Tabellenführer sollte in Doha den Beweis antreten, dass ihn die Schrammen in Texas null aus dem Konzept bringen.
Ducati war in Losail von Beginn an eine Macht
Am Freitag im Zeittraining hatte es Marc Marquez noch mit Platz 3 hinten den Markenkollegen Morbidelli und Bagnaia bewenden lassen. Mit zwei weiteren Rennen aus Bologna auf den Rängen 4 und 5 war die Überlegenheit der Desmosedici nicht zu übersehen. Doch bereits dahinter waren jenen Namen zu finden, die auch in den Rennen Impulse setzten. Johann Zarco, Fabio Quartararo und Maverick Vinales.
Nichts zu sehen war dagegen vom Aprilia-Werksteam. Platz 19 und 20 für Bezzecchi und Jorge Martin, wobei Jorge Martin nach seiner ersten großen Verletzungswelle erstmals 2025 zu einem Grand Prix gereist war.
Im Qualifying setzte sich die Ducati-Offensive fort. Ganz vorne: Marc Marquez. Neben Bruder Alex hatte Fabio Quaratararo als dritter Pilot in Reihe für ein Statement abgegeben. Dahinter hatten sich für die beiden Wüstenrennen Morbidelli, Di Giannantonio und der überraschende Maverick Vinales in Position gefahren. Der zu diesem Zeitpunkt in Sachen Abstimmung orientierungslose Pedro Acosta stand dagegen nur auf Startplatz 12.
Der Wüstensprint ist schnell erzählt. Marc und Alex Marquez fuhren in einer eigener Liga und Franco Morbidelli, der Fabio Quartararo zügig von P3 verdrängt hatte, machte das Ducati-Traumresultat perfekt. Hinter Fermin Aldeguer reicht es für Quartararo immerhin zu Platz 5. Der Franzose auf der schwächelnden M1 überzeugender als die KTM-Hoffnungsträger Vinales und Acosta, die im Sprint nicht einmal Punkte holte. Niederschmetternd endete der Sprint für Johann Zarco – Crash für den zuversichtlichen LCR-Piloten.
Der Große Preis entwickelte sich dann gravierend anders. Während Alex Marquez früh in einer Kollision verwickelt war und zurückfiel, konnte nun Pecco Bagnaia das Tempo von Marc Marquez mitgehen. Von Startplatz 11 losgefahren, wurde Bagnaia schon in Runde 4 an dritter Stelle notiert. Ganz vorne – Franco Morbidelli, der zunächst auch das Tempo um eine Flucht von Marc Marquez zu verhindern.
KTM-Tech3-Pilot Vinales schockte mit seinem Renntempo
Der schnellste Pilot kam aber aus dem KTM-Lager und hieß Maverick Vinales. Es war einer jener Tage, an dem alles zu passen schien. Mit blindem Vertrauen in die Frontpartie der RC16 holte «Top Gun» Vinales Position und Position. Als die Starnummer 12 dann das Ducati-Führungstrio durch hatte, führte Vinales erstmals seit seinem Wechsel zu KTM wieder einen GP. Sechs Runden stand die Tech3-Mannschaft, dann reichte ein kleiner Fehler und Marc Marquez wischte wieder vorbei. So überfuhr Vinales den Zielstrich nach 22 sehenswerten Runden nur als Zweiter.
Nach der Siegerehrung dann die Schocknachricht für Vinales und KTM-Tech3. Mit einer groben Unterschreitung des Reifenluftdrucks vorne fasste Vinales 16 Strafsekunden aus und war damit trostloser 14. Einmal mehr hatte die Regelung für Kopfschütteln und bei Tech3-Boss Poncharal für einen Wutanfall gesorgt.
Nachdem Vinales aus der Spitze gefegt worden glänzte wieder Ducati. Saisonsieg 7 für Marc Marquez vor Teamkollegen Bagnaia und Franky Morbidelli. Jubel gab es auch in der LCR-Box – Johann Zarco verlor auf den Sieger nur sechs Sekunden und bekam Punkte für Platz 4. Nach dem Vinales-Dilemma war Pedro Acosta auf Platz 8 hinter Fabio Quartararo bester Vertreter der Österreicher. Nur auf Rang 9 gewertet wurde Marco Bezzecchi, der sich vor 18 Monaten noch nicht final auf die Aprilia eingeschossen hatte.
Eine eigene Geschichte schrieb Weltmeister Jorge Martin. Nach Platz 15 im Sprint wurde der Aprilia-Pilot mit der Startnummer 1 für sein tapferes Durchhalten gefeiert. Am Sonntag stürzte Jorge Martin erneut. Mit zertrümmerten Rippen und weiteren Frakturen ließ sich Martin erneut ins Krankenhaus einliefern. Die bereits angeschlagene Verbindung erlebte in Katar einen weiteren schmerzhaften Tiefschlag.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach




