Formel 1

Sebastian Vettel: Ross Brawn (Liberty Media) zum Foul

Von - 29.06.2017 19:45

​Fast alle Grossen haben sich zur Affäre Vettel in Baku geäussert: Champions wie Lauda und Stewart oder Ex-Promoter Ecclestone. Was sagt Ross Brawn von Formel-1-Grossaktionär Liberty Media?

Formel-1-CEO Chase Carey schweigt sich bislang aus zum Wirbel um seine WM-Favoriten Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. Die beiden Champions sind beim Grossen Preis von Aserbaidschan in Baku heftig aneinandergeraten, dem Ferrari-Fahrer drohen weitere Strafen, die FIA ermittelt.

Ich kann mir gut vorstellen: Formel-1-CEO Carey findet das alles fabelhaft. Aus dem einfachen Grund, weil Fans und Fachleute leidenschaftlich und kontrovers diskutieren. Der Grand-Prix-Sport lebt von Gefühlen, und Emotionen haben wir in Baku weissgott erlebt.

Ross Brawn ist von Formel-1-Grossaktionär Liberty Media angestellt worden, die sportlichen Weichen für die Zukunft zu stellen. Dazu gehören auch das Reglement und die Rennwagen. Natürlich kann sich der 62jährige Engländer dem Reizthema Vettel in Baku nicht entziehen. Gegenüber den Kollegen von BBC Sport hält der frühere Weltmeistermacher von Michael Schumacher bei Benetton und Ferrari zunächst fest: «So etwas hätte nicht passieren dürfen. Sebastian Vettel hat etwas getan, das er lieber hätte bleiben lassen sollen. Und er hat dafür seine Strafe erhalten.»

«Hätte es am Wagen von Lewis nicht dieses Problem mit der Kopfstütze gegeben, dann würden wir jetzt hier sitzen und über den Sieg von Hamilton reden, das wäre für uns heute eine andere Situation.»

Kleine Zwischenbemerkung: Wegen Hamiltons Boxenstopp, um die lose Stütze zu sichern, verlor der Brite den scheinbar sicheren Sieg, er wurde noch Fünfter. Vettel fuhr nach seiner Zehnsekunden-Stop-and-go-Strafe zu Platz 4 und konnte seine WM-Führung sogar noch ausbauen, es steht nun 153:139 für den Heppenheimer. Hätte Hamilton gewonnen, und Vettel wäre Fünfter geworden, stünde es nun 154:151 für Hamilton!

Ross Brawn weiter über den Ausraster von Vettel: «Das hätte nicht passieren dürfen. Es zeigt, mit welcher Leidenschaft die Jungs um den WM-Titel kämpfen. Und Passion ist etwas, das wir alle sehen wollen.»

«Sebastian wird sich gut überlegen, was in Aserbaidschan vorgefallen ist, und er wird daraus etwas lernen. Nochmals: Wir wollen Leidenschaft spüren, aber vielleicht nicht in dieser Rohheit wie in Baku.»

«Ich kann bei Vettels Manöver keinen Vorsatz erkennen, das war vielmehr ein Ausdruck davon, dass in diesen Piloten nicht nur viel Adrenalin fliesst, sondern halt auch ein gewaltiges Rennfeuer lodert.»

Wie geht es nun weiter?

Ross Brawn glaubt, ungeachtet der Aussagen der zwei Streithähne: «Ich weiss, welchen Respekt die beiden füreinander empfinden, und daran ändert sich nichts. Klar steckt in diesem Respekt gegenwärtig ein Stachel, aber das wird sich alles beruhigen.»

«Ein solcher Zwischenfall alleine löscht nicht alles aus, was zuvor passiert ist. Und sooo schlimm war das Ganze nun auch wieder nicht. Ein messerscharfer Wettbewerbsgeist, auf die richtige Art und Weise gezeigt, ist die Essenz der Formel 1. Vielleicht gibt diese Szene dem Zweikampf ja ein wenig Ecken und Kanten.»

«Ich bin nicht der Ansicht, dass Lewis sich irgend etwas hat zuschulden kommen lassen. Ich glaube vielmehr, Sebastian hat die Sitation falsch eingeschätzt hat. Wenn ich daran denke, wie intensiv dieser WM-Kampf geführt wird, dann ist das verständlich.»

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